Kleine Missgeschicke

Kinoplakat Kleine Missgeschicke

Mit dem Tod der Mutter kommt Bewegung in den Rest der Familie. Vater John stürzt sich in die Arbeit, um den Tod seiner Frau zu verwinden. Tochter Marianne rückt näher an den Vater heran, Tochter Eva leugnet jegliche Trauer, Sohn Tom beweist sich als cholerischer Vater und Onkel Sören pflegt dem Nichtstun, nachdem er in Frührente ging.

Schicksale, die man aus dem Alltag zu kennen glaubt. Aber jetzt kommt der Kunstgriff: in diesem Film sind alle Personen mehr oder minder gestört. Die Darsteller sind eher der Psychiatrie als dem Alltag entsprungen. Tochter Monika ist fast debil und übermäßig gehemmt. Ihr Lieblingssatz "Ich möchte jetzt nicht darüber reden" ist eine Geduldsprobe. Ihre Schwester Eva hat die reale Welt verlassen, als sie sich für ein Leben als Künstlerin entschied. Bruder Tom hat außer der Karriere in seiner Firma nicht viel im Sinn. Seine Kinder erzieht er mit Sätzen wie "Wenn ihr nicht ruhig seid, breche ich euch beide Arme!" Vater John spielt nicht für die Kinder auf der Krankenstation den Clown, sondern versucht derart auch Konflikte im Privatleben zu lösen. Sein Bruder Sören pflegt das Nichtstun und bringt damit seine Frau zur Verzweiflung. Als die sich in eine Affäre stürzt, weist er ihr alle Schuld zu und sieht die Angelegenheit schwarzweiß: die Ehefrau als Sünderin und fertig.

Dass diese Gestalten zusammentreffen und für über 100 Minuten über die Leinwand geistern, muss man mögen. Der Zuschauer braucht ein gutes Nervenkostüm um diese geballte Ladung an Neurosen und Beziehungsunfähigkeiten zu ertragen. Hart am Dogma und gar nicht meins.
Filmkritik: Thomas Maiwald
Wertung: 10 %


Original Filmtitel: Sma Ulykker
Alternativtitel: Kleine Missgeschicke können das Leben verändern
Land: Dänemark
Jahr: 2001
Laufzeit ca.: 109
Genre: Spielfilm
Verleih: Senator Film Verleih
FSK-Freigabe ab: 12 Jahren

Kinostart: 10.02.2002
Heimkino: 11.11.2004

Regie: Annette K. Olesen
Drehbuch: Kim Fupz Aakeson

Schauspieler: Jørgen Kiil (John) • Maria Würgler Rich (Marianne) • Henrik Prip (Tom) • Jesper Christensen (Søren Kreiberg) • Jannie Faurschou (Eva) • Vigga Bro (Ulla Olsen) • Martin Madsen (Kollege) • Jesper Hyldegaard (Anders) • Karen-Lise Mynster (Hanne) • Mads Michael Wille (Junger Mann) • Pia Rosenbaum (Hekla) • Oliver Appelt Nielsen (Martin Olsen)

Produktion: Ib Tardini
Kostümbild: Helle Nielsen
Maskenbild: Kamilla Bjerglind
Kamera: Morten Søborg
Musik: Jeppe Kaas
Schnitt: Nicolaj Monberg


Bild: Senator Film Verleih

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10.02.02
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