Lara Croft Tomb Raider - Die Wiege des Lebens

Kinoplakat Lara Croft Tomb Raider

Vom Computerspiel auf die Leinwand: Zum zweiten Mal schlüpft Angelina Jolie in die Rolle der Grabräuberin. Nicht weniger als die Rettung der Menschheit steht auf dem Spiel.

Ein Seebeben legt in Griechenland einen überfluteten Tempel frei und sofort stürzen die Grabräuber wie Aasgeier auf die antiken Beutestücke. Da darf sie nicht fehlen: Lara Croft. Auf dem Jetski saust sie heran, macht die Männer nass und taucht ab. Im Tempel der Luna, den Alexander der Große erbaute, entdeckt sie ein kostbares Artefakt. Eine bernsteinfarbene Kugel, übersät mit Punkten. Schon bald weiß sie, Alexander der Große war im Besitz der Büchse der Pandora. Und diese Kugel ist nichts anderes als die verschlüsselte Karte für den Ort, an dem sie versteckt wurde.
Die sagenumwobene Büchse ist eine Art Reagenzglas, in dem eine furchtbare Seuche lauert, die man prima gegen die Menschheit einsetzen kann. Diese schreckliche Waffe weckt Begehren und der Oberschurke Jonathan Reiss will sie in seinen Besitz bringen, um sie meistbietend an die fiesesten Gauner der Welt zu verkaufen. Damit genau das nicht passiert, wird Lara von ihrer Majestät beauftragt die Büchse zu finden.
Zunächst fordert sie als Partner ihren Ex-Lover Terry Sheridan. Gemeinsam gehen die zwei auf die Suche nach der chinesischen Mafia, welche die Bernstein-Kugel in ihren Besitz brachte. Laras Computerspezialisten gelingt es den Code der Kugel zu entschlüsseln, doch auch die Bösen sind nahe am Ergebnis dran. Nach längerem Tauziehen verschlägt es beide Fraktionen nach Afrika, denn hier liegt die Wiege der Menschheit. Ein Ort, an dem es keine Richtungen mehr gibt und alle Gegensätze aufgehoben sind.

Kritik

"Lara Croft Tomb Raider - Die Wiege des Lebens" hat seine Hausaufgaben gemacht und bei anderen Action-Filmen gut abgeschaut. Es ist kaum möglich aufzuzählen an wie viele Werke der Film erinnert. Leider ist auch in diesem Fall das Abkupfern keine gute Idee, denn herausgekommen ist ein mittelprächtiger Action-Film, der nicht so recht in die Gänge kommt, denn es fehlt der Pepp. Das liegt abgesehen vom konventionellen Drehbuch zum Gutteil an den schlecht agierenden Schauspielern. Leider bietet Angelina Jolie nur zwei Gesichtsausdrücke auf: den Standard-Gesichtsausdruck, der extrem viel Raum für Interpretationen lässt sowie den Gesichtsausdruck zutraulich. Sie versucht zwar böse zu gucken - das wirkt dann wie "Ich dulde keinen Haarspliss!" Selbst in Action-Szenen geht Jolie derartig cool durch die Weltgeschichte, dass es spannungslos ist ihr dabei zuzusehen. In hautengen Anzügen macht sie allerdings eine gute Figur und wird Männerfantasien anregen. Zu der ausdrucksarmen Hauptdarstellerin gesellen sich weitere sterile Schauspieler wie zum Beispiel Til Schweiger, der außer seinem netten Gesicht zum Film nichts beiträgt. Leider wirkt auch der Oberschurke des Films wie ein Versicherungsvertreter.

Ähnliches betrifft die Story, die Motive der griechischen Mythologie zu einer dünnen und zudem holperigen Handlung verwurstet. Sie zieht sich von Europa über Asien bis nach Afrika. Exotische Orte, jede Menge Schießereien und Prügeleien. Man kennt das ja. Wenn die Handlung die Wiege der Menschheit erreicht, dann ist dieser mysteriöse Ort nichts weiter als ein ödes Labyrinth. Zum krönenden Schluss darf Lara ihren Lover als miesen Hund entlarven, was man schon bei der ersten Begegnung geahnt hat, und es folgt das, was in Fernsehsendungen früher "der gespielte Witz" war.
Filmkritik: Thomas Maiwald
Wertung: 50 %


Original Filmtitel: Lara Croft Tomb Raider - The Cradle of Life
Land: DeutschlandGroßbritannienJapanUSA
Jahr: 2003
Laufzeit ca.: 117
Genre: AbenteuerActionFantasy
Stichwort: Videospielverfilmung
Verleih: Concorde Filmverleih
FSK-Freigabe ab: 12 Jahren

Kinostart: 14.08.2003
Heimkino: 27.04.2004

Regie: Jan de Bont
Drehbuch: Dean Georgaris • Steven E. de Souza • James V. Hart

Schauspieler: Angelina Jolie (Lara Croft) • Gerard Butler (Terry Sheridan) • Noah Taylor (Bryce) • Ciarán Hinds (Jonathan Reiss) • Djimon Hounsou (Kosa) • Til Schweiger (Sean) • Christopher Barrie (Hillary) • Simon Yam (Chen Lo) • Terence Yin (Xien)

Produktion: Lawrence Gordon • Lloyd Levin
Szenenbild: Kirk M. Petruccelli
Kostümbild: Lindy Hemming
Maskenbild: Belinda Hodson
Kamera: David Tattersall
Musik: Alan Silvestri
Schnitt: Michael Kahn


Bild: Concorde Filmverleih

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