Léon - Der Profi

Kinoplakat Leon Der Profi

Eines Tages muss der Profikiller Léon (Jean Reno) mitansehen, wie Verbrecher die Bewohner der Nachbarwohnung kaltblütig umbringen. Nur die zweitälteste Tochter Mathilda (Natalie Portman) entgeht dem Kugelhagel und findet bei Léon Zuflucht. Der steht kurz vor der Entscheidung, die Wohnungstür zu öffnen und damit das Leben des Mädchens zu retten oder sie in den sicheren Tod zu schicken. Die frühreife Mathilda sieht den Entschluss pragmatisch: Der Mann hat mein Leben gerettet und ist fortan für mich verantwortlich. Widerwillig nimmt der die Vaterrolle an. Einen Wunsch erfüllt er seiner neuen Tochter nur zum Teil. Sie möchte sein Handwerk erlernen und Rache üben.
In der Folgezeit unterrichtet Léon die Heranwachsende in grundlegenden Techniken, ohne sie zur Profikillerin zu machen. Er ahnt, dass ihr Wunsch nach Rache übermächtig ist und Mathilda ist ein Kind der Großstadt, rebelliert gerne und testet Grenzen aus. Folglich zieht Léon selbst los, das Schlimmste zu verhindern.

Kritik

Der Film "Léon – Der Profi" kann in der restaurierten Fassung als visuell unterkühltes Rache-Drama bestehen. 2019 präsentiert der Verleih die überarbeitete und neu geschnittene Version des Films. Die neue Abtastung in 4K hat dem Material gutgetan, nur in wenigen Szenen fällt Rauschen auf. Der Director's Cut bringt die inhaltlich einfache Story einer ungewöhnlichen Freundschaft ins Kino.

Luc Besson hat für sein Drehbuch klassische Elemente verwendet. Der einsame Wolf wird von einem Teenager an sein gutes Herz erinnert und öffnet sich vorsichtig. Derweil erlebt der abenteuerlustige Teenager die besten Tage seines Lebens. Die Ausarbeitung der Geschichte steht hinter den Bildern zurück. In erster Linie möchte der Film optisch beeindrucken, was bis auf wenige Ausnahmen gelingt. Einige coole Szenen verwundern, weil Léon praktisch kugelsicher ist.

Die auftretenden Personen bleiben grob skizziert. Natalie Portman als Mathilda testet an Léon alle ihre Tricks aus, selbst den der Verführung. Doch der Killer mit dem guten Herzen bleibt in der Vaterrolle und gesteht ein Analphabet zu sein. Daraufhin bringt ihm Mathilda Lesen und Schreiben bei. Insgesamt ist Léon eher von praktischer als von schulischer Intelligenz.

Die Ruhe, mit der die Geschichte vorangeht, fällt durch ihr langes Hinarbeiten auf das Finale auf. Den Zeitraum des Geschehens einzuschätzen fällt schwer, es verwundert, wieviel in kurzer Zeit passiert. Die Darsteller arbeiten gut zusammen. Jean Reno bleibt zurückgenommen und Natalie Portman lotet ihre Rolle aus. Gary Oldman bekommt in der Rolle des Verbrechers nicht ganz so viel Leinwand-Präsenz und verwundert mit seinen Ticks. Die Frisuren und die Kleidung entsprechen dem Geschmack der Zeit. Einem Hinterfragen kann und will der Film nicht standhalten.

Fazit
Im Jahr 2019 erscheint Luc Bessons "Léon: Der Profi" selbst im Neuschnitt erstaunlich ruhig. Die restaurierte Fassung ist ein gegebener Anlass eine cineastische Wissenslücke zu stopfen oder den Film als Fan noch einmal auf der großen Leinwand anzusehen.
Filmkritik: Thomas Maiwald
Wertung: 60 %


Original Filmtitel: Léon
Land: FrankreichUSA
Jahr: 1994
Laufzeit ca.: 126
Genre: ActionDramaKrimi
Verleih: Studiocanal
FSK-Freigabe ab: 16 Jahren

Kinostart: 30.09.2019 • 19.01.1995

Regie: Luc Besson
Drehbuch: Luc Besson

Schauspieler: Jean Reno (Leon) • Gary Oldman (Stansfield) • Natalie Portman (Mathilda) • Danny Aiello (Tony) • Peter Appel (Malky) • Willi One Blood (Stansfields Kollege) • Don Creech (Stansfields Kollege) • Keith A. Glascoe (Stansfields Kollege) • Randolph Scott (Stansfields Kollege) • Michael Badalucco (Mathildas Vater) • Ellen Greene (Mathildas Mutter) • Elizabeth Regen (Mathildas Schwester)

Szenenbild: Dan Weil
Kostümbild: Magali Guidasci
Maskenbild: Geneviève Peyralade
Kamera: Thierry Arbogast
Musik: Éric Serra
Schnitt: Sylvie Landra


Bild: Studiocanal

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