Let me in

Kinoplakat Let me in

Wenn man als Jugendlicher nicht dazugehört und an der Schule gehänselt wird, dann kann eine Freundschaft fast keinen zu hohen Preis haben, selbst wenn die neue Freundin eine Vampirin ist.

Owen (Kodi Smit-McPhee) hat Probleme, die für sein Alter nicht untypisch sind. Die Ehe der Eltern ist zerbrochen und steht kurz vor der Scheidung. Seine religiöse Mutter hat wenig Zeit für ihren Sohn und in der Schule wird er von drei anderen Mitschülern gehänselt. Seine Probleme lässt Owen im übermäßigen Essen von Süßigkeiten aus und er ergeht sich in Gewaltfantasien. An Freunden mangelt es ihm und niemand hört Owen zu oder schenkt ihm Aufmerksamkeit.

Eines Nachts zieht ein Vater mit seiner Tochter in die Nachbarwohnung ein. Für Owen zunächst unverständlich, weil er meint, niemand zöge freiwillig in diesen Ort. Gleichzeitig beginnt er sich für das neue Nachbarsmädchen zu interessieren. Abby (Chloë Grace Moretz) ist für Owen interessant, denn er spürt bei der ersten Begegnung, dass auch Abby am Rand der Gesellschaft steht. Abby wiederum hat zwar Interesse an Owen - doch sie sagt ihm klipp und klar, dass beide keine Freunde werden können. Der Zuschauer erfährt das Warum viel früher als Owen, der auch hinter Abbys Geheimnis kommt. Abby ist eine Vampirin und ihr Vater nicht ihr Vater, sondern ihr Partner, der für Abby Morde begeht und ihr das Blut der Opfer bringt, denn nur so kann man verhindern, dass Abby mit ihrem Biss andere Menschen zu Vampiren macht. Für Owen zählt das weniger als die Möglichkeit der Freundschaft.

Kritik

Das Alleinstellungsmerkmal des Filmes ist für mich auch seine größte Schwäche: die Vermischung der Thematiken Vampirismus und Jugendprobleme. Ich will nicht abstreiten, dass die Probleme des Jungen im Kern stimmig sind. Auch ich habe in meiner Jugend an der Schule Mobbing erlebt (obwohl es damals den Ausdruck noch nicht gab) und die Ehe meiner Eltern war ohne Scheidung zerrüttet. Somit kann ich gut nachfühlen, was Owen im Film erlebt. Es ist nur so, dass ich mittlerweile das Meiste davon aufgearbeitet habe und die Problematik des Films mich nicht berührt. Deshalb ist meine Sichtweise eine relativ nüchterne. Und die sagt mir, dass die beiden jungen Darsteller ihre Sache wirklich gut machen. Und dass es da einige Unstimmigkeiten gibt. So deutet der Film Abbys Alter nur an. Sie ist mindestens im Rentenalter, auch wenn ihr Körper sich nicht verändert und sie die Gestalt eines Mädchens hat. Worin besteht also die Freundschaft einer Seniorin und einem Jungen? Verbindet die Andersartigkeit? Und wie lange wird das so sein?
Davon abgesehen, sind die Horrorszenen lausig oder albern umgesetzt. In einigen Nahaufnahmen trägt die Vampirin alberne Kontaktlinsen und macht ein verzerrtes Gesicht. Auch ihr Herumgehopse während der Kämpfe wirkt albern.

Fazit
Aufgrund der behandelten Thematiken und der Umsetzung ist "Let me in" nach meinem Dafürhalten ein Film für Erwachsene, die Probleme aus ihrer Kindheit und Jugend noch nicht verarbeitet haben und sich mit einem 12-jährigen Darsteller und dessen Problematik identifizieren können.
Filmkritik: Thomas Maiwald
Wertung: 50 %


Land: GroßbritannienUSA
Jahr: 2010
Laufzeit ca.: 116
Genre: DramaFantasyHorrorVampire
Stichwort: Coming of Age
Verleih: Wild Bunch
FSK-Freigabe ab: 16 Jahren

Kinostart: 15.12.2011
Heimkino: 19.04.2012

Regie: Matt Reeves
Drehbuch: Matt Reeves

Schauspieler: Kodi Smit-McPhee (Owen) • Chloë Grace Moretz (Abby) • Richard Jenkins (Abbys Vater) • Cara Buono (Owens Mutter) • Elias Koteas (Polizist) • Sasha Barrese (Virginia) • Dylan Kenin (Larry) • Chris Browning (Jack) • Ritchie Coster (Mr. Zoric) • Dylan Minnette (Kenny) • Jimmy Jax Pinchak (Mark) • Nicolai Dorian (Donald)

Produktion: Tobin Armbrust • Alex Brunner • Guy East • Donna Gigliotti • Carl Molinder • John Nordling • Simon Oakes
Szenenbild: Ford Wheeler
Kostümbild: Melissa Bruning
Maskenbild: Tarra Day
Kamera: Greig Fraser
Musik: Michael Giacchino
Schnitt: Stan Salfas


Bild: Wild Bunch

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