Nachts im Museum 2

Kinoplakat Nachts im Museum 2

Wenn nachts im Museum die Ausstellungsstücke zum Leben erwachten, dann hätten sie wahrscheinlich viel zu erzählen. Es wäre möglich in fremde Epochen und Leben einzutauchen. Der Film setzt jedoch nicht auf die Vermittlung von Wissen, sondern stellt die Möglichkeit des Abenteuers in den Vordergrund.

In "Nachts im Museum 2" hat Ben Stiller seinen Job als Nachtwächter an den Nagel gehängt und erfindet nun Dinge, auf die die Welt nicht unbedingt gewartet hat ;-). So etwa die Taschenlampe, die im Dunkeln leuchtet, damit man sie leichter finden kann. Während eines Besuchs im Naturkunde-Museum erfährt er, dass die Mehrzahl der ausgestellten Figuren durch Hologramme ersetzt werden soll. Die dadurch überflüssigen Ausstellungsstücke werden nach Washington verschickt, um dort im Smithsonian Museum eingemottet zu werden.

Doch keine 24 Stunden nach der Verschickung bekommt Larry Daley einen verzweifelten Anruf: Beim Versand wurde auch die Tafel von Akhmenrah mitgeschickt, die die Fähigkeit besitzt, Ausstellungstücke lebendig werden zu lassen. Dadurch ist der böse Pharao Kamunrah (Hank Azaria) zum Leben erwacht und verfolgt einen bedrohlichen Plan: Er will seine finstere Armee wiederbeleben und die Weltherrschaft an sich reißen. Ihm zur Seite stehen Napoleon (Alain Chabat), Ivan der Schreckliche (Christopher Guest) und Al Capone (Jon Bernthal).

Larry reist also nach Washington und hat gleich das erste Problem: Wo befindet sich das Lager und wie komme ich hinein? Kaum ist diese Hürde genommen, wird es Nacht und die Figuren erwachen zum Leben. Doch nun muss Larry einsehen, dass er zwar voller Tatendrang ist, aber keine Idee hat, wie er das Böse aufhalten soll. Da kommt ihm die Hilfe der patenten Amelia Earhart (Amy Adams) gerade recht. Sie war die erste Frau, die den Atlantik im Alleinflug überquerte. Und jetzt hört sie das nächste Abenteuer rufen.

Kritik

"Nachts im Museum 2" nutzt eine schöne Idee. Nachts werden die Figuren und Ausstellungsstücke eines Museums lebendig, selbst in Bilder und Fotografien können die Menschen eintauchen. Mit anderen Worten: Der Fantasie sind fast keine Grenzen gesetzt. Das sehen die Drehbuchautoren von "Nachts im Museum 2" anders. Sie schicken die zwei Hauptdarsteller auf eine wilde Verfolgungsjagd, bei der die Guten vor den Bösen fliehen. Ähnlich wie Hauptdarsteller Ben Stiller als Larry keinen Plan hat, bleibt fraglich, wie sinnvoll dieses Wettrennens ist? Zumal am Ende die Hilfe dann sozusagen von Außen kommt (verraten möchte ich den Plot an dieser Stelle nicht - auch wenn man ihn während des Sehens bereits ahnt).

Statt eine warmherzige, charmante Geschichte zu erzählen, setzt der Film auf Bombast. So wird die gesamte Abteilung für Raumfahrt lebendig und startet einen Countdown. Das ist zwar hanebüchen, weil Raketen nicht aus einem Museum starten können, aber es ergibt ein tolles Spektakel. Und es verdeutlicht ein Problem des Films: Leider werden die meisten lebendig gewordenen Ausstellungsstücke nur vorgeführt, statt in die Handlung einbezogen zu sein. So macht Amelia mit einer Ballerina Ballettschritte - während der Flucht wohlgemerkt. Und auch die Ganoven kommen zu kurz. Napoleon und Ivan der Schreckliche werden zu Nebenrollen degradiert. Was nicht daran liegt, dass sie die Bösen sind, denn auch die Guten haben nicht viel zu melden. Owen Wilson als Jedediah Smith darf eine witzige Sprechweise beisteuern, bleibt jedoch eine Randfigur. Während seiner Auftritte wird selbst Hauptdarsteller Ben Stiller zur Nebenrolle.

Fazit
Schade umd die schönen Ansätze: Al Capone, der nur in schwarz-weiß ausgestellt ist, bleibt immer schwarz-weiß, während der Rest der Szene farbig ist. Hank Azaria, der grausame ägyptische Tyrann lispelt ganz furchtbar und kann nicht begreifen, weshalb Larry nicht vor ihm zittert. Schade um das Budget. Ich habe wenig Zweifel daran, dass der Film "Nachts im Museum 2" ein Hit wird, obwohl er viel Potenzial verschenkt. Ein routinierter Film, der Charme und Seele vermissen lässt. Zudem ist die Handlung zu wenig auf die ganze Familie und zu sehr auf Kinder zugeschnitten.
Filmkritik: Thomas Maiwald
Wertung: 50 %


Original Filmtitel: Night at the Museum: Battle of the Smithsonian
Land: USA
Jahr: 2009
Laufzeit ca.: 105
Genre: AbenteuerFamilieFantasyKomödie
Verleih: 20th Century Fox
FSK-Freigabe ab: 6 Jahren

Kinostart: 21.05.2009
Heimkino: 23.10.2009

Regie: Shawn Levy
Drehbuch: Robert Ben Garant • Thomas Lennon

Schauspieler: Ben Stiller (Larry Daley) • Amy Adams (Amelia Earhart) • Owen Wilson (Jedediah) • Hank Azaria (Kahmunrah) • Robin Williams (Teddy Roosevelt) • Christopher Guest (Ivan der Schreckliche) • Alain Chabat (Napoleon Bonaparte) • Steve Coogan (Octavius) • Ricky Gervais (Dr. McPhee) • Bill Hader (George Armstrong Custer) • Jon Bernthal (Al Capone) • Patrick Gallagher (Attila) • Jake Cherry (Nicky) • Rami Malek (Ahkmenrah) • Jay Baruchel (Joey Motorola) • Mindy Kaling (Dozentin)

Produktion: Shawn Levy • Michael Barnathan • Chris Columbus
Szenenbild: Claude Paré
Kostümbild: Marlene Stewart
Maskenbild: Victoria Down
Kamera: John Schwartzman
Musik: Alan Silvestri
Schnitt: Dean Zimmerman • Don Zimmerman


Bild: 20th Century Fox

1 customer review

befriedigend
21.05.09
Show more

vorgeschlagen

Wir nutzen Cookies auf unserer Website. Durch "Akzeptieren" stimmst Du der Verwendung zu. Durch "Ablehnen" stimmst Du nicht zu und es kann zu Dysfunktionen kommen.