Per Anhalter durch die Galaxis

Kinoplakat Per Anhalter durch die Galaxis

Es beginnt mit Behördenärger. Das Haus von Arthur Dent (Martin Freeman) soll abgerissen werden, um Platz zu schaffen für eine Umgehungsstraße. Arthur, noch im Pyjama, bekommt kurz darauf Besuch von seinem Freund Ford Prefect (Mos Def). Der zerrt ihn ins Pub, denn in wenigen Minuten muss die Erde einer intergalaktischen Umgehung Platz machen. Den Freunden gelingt die Flucht an Bord eines Raumschiffes. Dort werden sie mit Vogonen, der intergalaktischen Antwort auf irdische Bürokraten, konfrontiert. Für Arthur und somit auch den Zuschauer beginnt die Reise durch ein Universum, das jenseits von konventionellen Vorstellungen siedelt.

Kritik

Es ist schon ein paar Jahre her, da sagten die Adams-Jünger bei jeder (un)passenden Gelegenheit "danke, für die Fische"; einige liefen sogar mit Handtüchern herum. Den Antrieb gab die bunt gedruckte Ausgabe von Per Anhalter durch die Galaxis. Eine Abfolge von anarchischen Szenen, die herkömmliche Science-Fiction sowie die Sinnsuche im Leben parodierten. Dies zu verfilmen schien lange Zeit unmöglich. Es existiert eine weniger empfehlenswerte Fernsehserie der BBC. Douglas Adams selbst begann 1998 damit ein Skript für den Film zu schreiben, verstarb jedoch nach Fertigstellung des zweiten Entwurfs. Deshalb vollendete Robert Kirkpartrick das Drehbuch.

Das Ergebnis ist durchwachsen. Den dramaturgischen Rahmen bildet eine, im Buch nicht vorkommende, Liebesgeschichte. Trotz dieses Zugeständnisses an Sehgewohnheiten, bleibt Per Anhalter durch die Galaxis eine Abfolge von Episoden, denn die Spielfilmhandlung wird regelmäßig von animierten Passagen unterbrochen, bei denen Stephen Fry (im englischen Original) aus dem "Hitchhiker's Guide through the Galaxy" vorliest. Dieser Kompromiss erklärt zwar den Humor, verleiht dem Ganzen jedoch etwas Unrundes. Dazu kommt, dass das Tempo anfangs arge Anlaufschwierigkeiten hat und erst gegen Ende des Films an Fahrt gewinnt. Die eigenwillige Erzählweise macht den Film endgültig zu einem Werk, das sich in erster Linie an Fans richtet. Die werden allerdings einen Gutteil von Adams Ideen vermissen. Teile des Humors sind gelungen. So hält der Außerirdische Autos zunächst für die dominante Lebensform auf Erden. Auch die Darstellung des unendlichen Unwahrscheinlichkeitsdrives gefällt. So verwandelt sich für Sekunden alles in Gestricktes. Der raumkranke Arthur Dent spukt dementsprechend Wollfäden - auch nachdem er wieder menschliche Gestalt angenommen hat. Insgesamt ist der Humor gewöhnungsbedürftig, sehr eigenwillig und ausgesprochen britisch gefärbt - etwas, das du wirklich schätzen musst.

Ein unrunder Punkt sind die Spezialeffekte. Da das Budget nicht für ein durchgängig hohes Niveau reichte, wurde hier gespart und dort geklotzt. Die Positivbeispiele: Vogonen, die imposanteste Lebensform mit 2 Metern Körpergröße, stammen aus Jim Henson's Creature Shop. Sind plastischer und eindrucksvoller als computergenerierte Wesen. Die Montagehalle, in der gerade eine neue Erde entsteht, kann sich ebenfalls sehen lassen. Die Besetzung ist ungewöhnlich. Auf der einen Seite gibt es viele bekannte Gesichter und Stimmen, auf der anderen Seite bleibt die Hauptrolle mit Morgan Freeman unscheinbar. Vielleicht verkörpert er den Durchschnittsbürger auch einfach zu perfekt? Die meisten Lacher und die größte Sympathie konnte zweifelsohne Marvin, der depressive Roboter einheimsen.

Fazit
"Per Anhalter durch die Galaxis" ist eigenwilliges Spartenkino für Fans. Die wissen schon: 42 ;-).
Filmkritik: Thomas Maiwald
Wertung: 50 %


Original Filmtitel: The Hitchhiker's Guide to the Galaxy
Land: GroßbritannienUSA
Jahr: 2005
Laufzeit ca.: 110
Genre: AbenteuerFantasyKomödieScience-Fiction
Verleih: Buena Vista
FSK-Freigabe ab: 6 Jahren

Kinostart: 09.06.2005
Heimkino: 13.10.2005

Regie: Garth Jennings
Drehbuch: Douglas Adams • Karey Kirkpartrick
Literaturvorlage: Douglas Adams

Schauspieler: John Malkovich (Humma Kavula) • Sam Rockwell (Zaphod Beeblebrox) • Bill Nighy (Slartibartfast) • Anna Chancellor (Questular Rontok) • Stephen Fry (Erzähler) • Helen Mirren (Deep Thoughts Stimme) • Alan Rickman (Marvins Stimme) • Martin Freeman (Arthur Dent) • Mos Def (Ford Prefect) • Zooey Deschanel (Trillian) • Warwick Davis (Marvin)

Produktion: Gary Barber • Roger Birnbaum • Jonathan Glickman • Nick Goldsmith • Jay Roach
Szenenbild: Joel Collins
Kostümbild: Sammy Sheldon
Maskenbild: Paul Gooch
Kamera: Igor Jadue-Lillo
Musik: Joby Talbot
Schnitt: Niven Howie


Bild: Buena Vista

vorgeschlagen

Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.
Weitere Informationen Ok Ablehnen