Peter Pan

Kinoplakat Peter Pan

Realverfilmung mit Kinder-Darstellern. Im viktorianischen England erzählt Wendy (Rachel Hurd-Wood) ihren Brüdern John (Harry Newell) und Michael (Freddie Popplewell) allabendlich die tollsten Geschichten von Piraten und Abenteurern.
Langsam geht ihre Kindheit dem Ende zu, sie wird in die Welt der Erwachsenen eintreten. Diese Zukunft, verkörpert durch ihre Tante Millicent (Lynn Redgrave), ist eindeutig negativ besetzt. Zudem ist das sittenstrenge England mit seinem Standesdenken nicht unbedingt das Paradies auf Erden.

Deshalb nimmt Wendy Peter Pans (Jeremy Sumpter) Angebot gerne an und folgt ihm, ihre Brüder im Schlepptau, nach Nimmerland. Die Ankunft ist wenig gastfreundlich, denn die Kinder werden von Käpt'n Hook (Jason Isaacs) unter Beschuss genommen. Der üble Pirat kann nicht vergessen, dass Peter die Schuld am Verlust seiner rechten Hand trägt. Seit diesem Tag wird er von einem riesigen Krokodil verfolgt, das auch den Rest des Piraten gerne verschlänge. In Peters Fee findet Wendy ihre Gegenspielerin. Die eifersüchtige Glöckchen (Ludivine Sagnier) hetzt die "verlorenen Jungs" gegen das Mädchen auf und schließt sogar einen Pakt mit Käpt'n Hook.

Als die Kinder langsam die Erinnerung an ihre Eltern vergessen, schrillen für Wendy die Alarmglocken. Sie beschließt, nach Hause zurückzukehren. Lieber nimmt sie die Nachteile jener Welt in Kauf, als die Einschränkungen von Nimmerland. Peter ist zwar ein toller Spielkamerad, aber Wendy hat mehr im Sinn. Obwohl für Peter Pan Sexualität ein Fremdwort ist, rettet ihn im letzten Kampf gegen Hook ein Kuss. Damit ist die Romanze gleichzeitig beendet, denn der ewige Junge genießt, doch bleibt er lieber Kind, als den nächsten Schritt zu wagen.

Kritik

Im Gesamten ist "Peter Pan" solides Kinderkino - weniger Familienkino, denn für Erwachsene bietet die romantische Handlung zu wenig Angriffsfläche. Die Inszenierung ist zauberhaft, bietet viel Action. Kameraführung und Schnitt machen das Visuelle rund, die naturalistischen Kulissen versprühen altmodischen Charme.

Die Handlung wiederum überzeugt nur bedingt. Wendys Rolle in Nimmerland ist für eine Hauptrolle zu klein angelegt. Die Moral des Films ist nicht mehr zeitgemäß. Hier kollidieren werkgetreue Inszenierung und Fortschritt. Wendy ist das Musterbeispiel eines folgsamen Kindes. Sie kehrt zu ihren Eltern zurück, obwohl das prüde England mit seinen Ansichten auf den ersten Blick die schlechtere Wahl darstellt. Ein Beweggrund für ihre Rückkehr könnte sein, Wendy hat erkannt, dass Jungs mehr sein können als Spielkameraden. Doch bei Peter Pan, dem ewigen Jungen, wird sie das Gesuchte nicht bekommen. Selbstverständlich deutet der Film dies nur sehr verhalten an. Aber es wird thematisiert. Weshalb allerdings Peter ausgerechnet den Namen des griechischen Gottes Pan trägt, den die Mythen als lüstern beschreiben, bleibt offen.

Die seltsame Moral trifft auch auf Käpt'n Hook zu. Er wird in der letzten Schlacht vom Krokodil gefressen, weil er alt und allein (unverheiratet) ist. Nicht etwa weil er böse ist!
Die Beziehung zwischen Hook und Wendy, die erotische Spannung andeutet, bekommt durch die Besetzung einen eigenwilligen Beigeschmack. Schauspieler Isaac Jason spielt Wendys Vater und Käpt'n Hook. Somit kann ein Teil der Wendy-Hook-Beziehung gleichzeitig als eine Vater-Tochter-Beziehung gesehen werden. War es Absicht oder wurde der Aspekt während der Dreharbeiten übersehen?

Beeindruckend sind die Leistungen der Kinder. Jeremy Sumpter als Peter Pan wird vom Drehbuch deutlich bevorzugt, doch auch Rachel Hurd-Wood als Wendy überzeugt.
Filmkritik: Thomas Maiwald
Wertung: 60 %


Land: USA
Jahr: 2003
Laufzeit ca.: 96
Genre: AbenteuerFamilieFantasy
Verleih: Columbia TriStar Film
FSK-Freigabe ab: 6 Jahren

Kinostart: 01.04.2004
Heimkino: 04.06.2004

Regie: P. J. Hogan
Drehbuch: P. J. Hogan • Michael Goldenberg

Schauspieler: Jason Isaacs (Mr. Darling / Käpt'n Hook) • Jeremy Sumpter (Peter Pan) • Rachel Hurd-Wood (Wendy Darling) • Ludivine Sagnier (Glöckchen) • Olivia Williams (Mrs. Darling) • Harry Newell (John Darling) • Freddie Popplewell (Michael Darling) • Lynn Redgrave (Tante Millicent) • Richard Briers (Smee) • Theodore Chester (Strich) • Rupert Simonian (Tutut) • George MacKay (Locke) • Harry Eden (Nibs) • Patrick Gooch (Zwilling) • Lachlan Gooch (Zwilling)

Produktion: Lucy Fisher • Patrick McCormick • Douglas Wick
Szenenbild: Roger Ford
Kostümbild: Janet Patterson
Maskenbild: Jane Atherton • Paige Badenoch • Jason Baird • Vivienne MacGillicuddy • Nadine Wilkie
Kamera: Donald McAlpine
Musik: James Newton Howard
Schnitt: Garth Craven • Michael Kahn


Bild: Columbia TriStar Film

vorgeschlagen

Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.
Weitere Informationen Ok Ablehnen