Pioneer

Kinoplakat Pioneer

Als in der Nordsee unglaublich große Mengen an Bodenschätzen entdeckt werden, klingeln in den Köpfen der norwegischen Politiker die Registrierkassen. Doch es gibt ein Problem: Es fehlt an Know-how. Das könnten die Amerikaner einbringen - wären jedoch dann an den Erlösen beteiligt. Die gefundene norwegische Lösung ist tödlich.

1975 werden in der Nordsee gigantische Vorkommen an Erdöl und Erdgas entdeckt. Eine Goldgrube, die nicht gehoben werden kann, weil Menschen nicht tief genug tauchen können, um auf dem Meeresboden eine Pipeline verlegen zu können, die Gas und Öl zum Land transportiert. Norwegen steht vor einem Problem. Das Geld liegt zum Greifen nahe - doch es fehlen Wissen und Technik. Das wollen die Amerikaner gemeinsam mit den Norwegern entwickeln und dann an den Einnahmen beteiligt werden. Doch die Norweger suchen nach einem Weg, den Partner während der Entwicklung auszuschalten. Dafür ist ihnen jeder Preis recht - sogar Menschenleben.

Der Film erzählt die Geschichte aus der Sicht der Taucher, die den Versuch wagten, das Hindernis des Tiefsee-Tauchens auszuräumen. Der erste Versuch, Menschen dem enormen Druck auszusetzen, der in der Tiefe des Meeres herrscht, findet in einer Druckkammer an Land statt. Zwei der Testpersonen sind die Brüder Petter und Knut. Das verwendete Gasgemisch, das den Männern zum Atmen verabreicht wird, verursacht Halluzinationen. Eine Tatsache über die die Taucher sowie die Wissenschaftler absichtlich hinwegsehen, denn beide Seiten lockt das Geld. Und da die Trockenübung funktioniert, folgt das Tauchen im Meer.
Doch der erste Tauchgang gerät zum Fiasko. Es kommt zu einem Unfall in den Petter und Knut verwickelt sind und Knut stirbt. Bald darauf beginnt die Suche nach Antworten. Ist es menschliches oder technisches Versagen? Hat Petter seinen eigenen Bruder getötet?

Petter beginnt Fragen zu stellen und stößt auf Schweigen. Die Aussicht auf Geld wiegt schwerer als ein Menschenleben. Beweise verschwinden, tauchen unverhofft wieder auf. Kollegen verlassen das Land oder sterben auf zweideutige Weise. Dann kommt es zu Anschlägen auf Petters Leben. Und trotzdem taucht er noch einmal hinab, denn nur so kann er den nötigen Beweis erbringen.

Kritik

Der Film "Pioneer" mischt Fakten mit Fiktion und erzählt einen hochbrisanten Fall. Sollten die Anschuldigungen wahr sein, ist man zum Bau der Pipeline, die Norwegen reich machte, über Leichen gegangen. Doch bewiesen sind die Vorwürfe bislang nicht.
Vielleicht bleibt die Handlung deshalb vage? Sie stellt die Dinge eindeutig dar, ohne Tatsachen zu behaupten. Das Nebulöse betrifft jedoch nicht nur die Fakten, sondern auch die Erzählweise. Die Charaktere werden nicht vertieft und ihre Motivationen nicht aufgedeckt. Den Bruder des verunglückten Tauchers berührt das Ganze erstaunlich wenig. Er forscht, deckt brisante Zusammenhänge auf und trotzdem bleibt die Spannung unter dem Niveau eines Fernsehkrimis.

Apropos Fernsehen. Die Bilder steigen leider nicht zu Kinogröße auf, sondern bleiben bei guter Fernseh-Qualität; sie sind gerne diesig, farbverfälscht oder streifig. Das verleiht dem Film einen Anstrich, als sei er in der Zeit entstanden, in der er spielt. Doch wozu die heute machbare Qualität derart unterlaufen? Mir gefällt diese künstlerische Entscheidung nicht. Nett anzusehen sind die wenigen Unterwasseraufnahmen.

Fazit
Ich verstehe nicht, weshalb der Film einen hochbrisanten und hoch spannenden Fall so spannungsarm erzählt. Fast als stünden nicht nur die Taucher im Film unter Drogen, sondern die gesamte Handlung. Sollten rechtliche Fragen der Grund sein, dann hätte es die Möglichkeit gegeben die Handlung zu abstrahieren und sie in einem fiktiven nordischen Land spielen zu lassen. So jedoch sind leider die Möglichkeiten verschenkt.
Filmkritik: Thomas Maiwald
Wertung: 40 %


Land: DeutschlandNorwegenSchweden
Jahr: 2013
Laufzeit ca.: 106
Genre: DramaKrimi
Verleih: farbfilm verleih
FSK-Freigabe ab: 12 Jahren

Kinostart: 30.10.2014
Heimkino: 20.03.2015

Regie: Erik Skjoldbjærg
Drehbuch: Hans Gunnarson • Katahrina valen Zeiner • Cathinka Nicolaysen • Nikolaj Frobenius • Erik Skjoldbjærg

Schauspieler: Aksel Hennie (Petter) • Wes Bentley (Mike) • Stephen Lang (John Ferris) • Stephanie Sigman (Maria Salatzar) • Jonathan LaPaglia (Ronald) • Ane Dahl Torp (Pia) • Jørgen Langhelle (Leif) • André Eriksen (Knut Jensen) • David A. Jørgensen (Jørgen Heimland) • Eirik Stubø (Ivar Jeger) • Endre Hellestveit (Trond) • Laurents Rørvik (Martin)

Produktion: Christian Fredrik Martin
Szenenbild: Kalli Júlíusson
Kostümbild: Anne Pedersen
Maskenbild: Linda Boije af Gennäs
Kamera: Jallo Faber
Musik: AIR
Schnitt: Frida Eggum Michaelsen • Jonas Aaro


Bild: farbfilm verleih

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