Rubinrot

Kinoplakat Rubinrot

Zeitreisen, Kostüme, Fantasy, Romantik und ein großer Abschlussball mit dem Prinzen. Das lässt die Herzen von Mädchen höher schlagen. Die Buchvorlagen mauserten sich zu internationalen Bestsellern. Beste Voraussetzung für eine Verfilmung.

Gwendolyn Shepherd (Maria Ehrich) ist das Schwarze Schaf ihrer Familie und somit das ganze Gegenteil ihrer Cousine Charlotte (Laura Berlin), die von allen hofiert und für etwas Besonderes gehalten wird, denn sie trägt ein spezielles Gen in sich, das es ihr erlaubt durch die Zeit zu reisen. So denken alle bis zu dem Tag, an dem klar wird, nicht Charlotte, sondern Gwendolyn besitzt es.
Das ist für die junge Frau zunächst eine unangenehme Überraschung, denn sie kann nicht kontrollieren, wann eine Zeitreise passiert. Von einem Augenblick auf den anderen findet sich Charlotte in einer anderen Zeit wieder. Was spannend klingt, kann durchaus gefährlich werden. Zum Glück weiß ihre Mutter Rat und bringt sie zu einer geheimnisvollen Loge, deren Mitglieder Charlotte helfen können. Doch die Hilfe bekommt sie nicht ohne Gegenleistung. Gemeinsam mit Gideon de Villiers (Janis Niewöhner) soll sie einen Auftrag erfüllen. Dem haftet ein fader Beigeschmack an und die Loge scheint ihre wahre Absicht vor den jungen Zeitreisenden zu verbergen.

Kritik

Der Film "Rubinrot" ist die Verfilmung des ersten Bandes einer Trilogie von Kerstin Gier. Er bietet vieles, was Erfolg verspricht. Eine junge Frau unternimmt Zeitreisen, bekommt von einer eigenen Schneiderin Kleider aus längst vergangen Epochen und erlebt die erste Liebe. So weit die Theorie. Die Praxis sieht leider anders aus. Auch ohne einen Vampir auftreten zu lassen, ist offensichtlich, worauf die Produktion schielt. Doch weit gefehlt. Der Film macht nicht den Eindruck einer internationalen Großproduktion, sondern den einer Produktion, die versucht kosmopolitisch zu sein.

Ihre inhaltliche Schwäche liegt vielleicht darin begründet, dass das Drehbuch geschrieben wurde, bevor die zwei Folgebände der Romanreihe fertiggestellt waren. Eventuell ist deshalb die Handlung in vielen Punkten sehr unspezifisch und lässt alle Möglichkeiten offen. Leider bleibt der Film im Ergebnis schwammig. Gleichzeitig wirkt die Handlung sehr gedehnt und erzählt für die Laufzeit von mehr als zwei Stunden erstaunlich wenig. Zudem spart der Film einerseits an Erklärungen. Etwa weshalb die Großfamilie in London zusammenlebt? Andererseits erklärt er das Wenige, was er erklärt, gerne doppelt.

Zu den formalen Schwächen kommen handwerkliche Minuspunkte. So wirkt das Schauspiel überzeichnet und holperig und der Handlung es fehlt an Atmosphäre. Außerdem stimmt das Zusammenspiel der zwei Jungmimen nicht. Sie werden ein Paar, ohne aufzuzeigen, warum sie sich verlieben. Abgesehen davon bieten die zwei Hauptdarsteller wenig, was als großes Schauspiel zu beschreiben ist. Das muss kein Mangel an Talent sein, denn auch die altgedienten Mimen hinterlassen durchwachsene Eindrücke. Und die Führung der Darsteller lässt an eine schwache Regie denken.

Fazit
Die Bücher habe ich nicht gelesen und beziehe mich ausschließlich auf den Film. Und der bietet mir mehr Schwachpunkte als Höhepunkte. Dabei will ich nicht von der Hand weisen, dass "Rubinrot" zielgruppenspezifisch ist. Junge Mädchen können Gefallen an der Sache finden.
Filmkritik: Thomas Maiwald
Wertung: 40 %


Land: Deutschland
Jahr: 2013
Laufzeit ca.: 122
Genre: AbenteuerFantasyKostüm
Verleih: Concorde Filmverleih
FSK-Freigabe ab: 12 Jahren

Kinostart: 14.03.2013
Heimkino: 30.09.2013

Regie: Felix Fuchssteiner
Drehbuch: Katharina Schöde
Literaturvorlage: Kerstin Gier

Schauspieler: Maria Ehrich (Gwendolyn Shepherd) • Jannis Niewöhner (Gideon de Villiers) • Veronica Ferres (Grace Sheperd) • Uwe Kockisch (Falk de Villiers) • Katharina Thalbach (Tante Maddy) • Gottfried John (Dr. White) • Josefine Preuß (Lucy Montrose) • Florian Bartholomäi (Paul de Villiers) • Johannes Silberschneider (Mr. Bernhard) • Gerlinde Locker (Lady Arista) • Laura Berlin (Charlotte Montrose) • Sibylle Canonica (Glenda Montrose) • Levin Henning (Nick Shepherd) • Jennifer Lotsi (Leslie) • Rüdiger Vogler (Thomas George) • Justine del Corte (Madame Rossini) • Kostja Ullmann (James A. P. Pimplebottom) • Peter Simonischek (Graf von St. Germain) • Axel Milberg (Lucas Montrose)

Produktion: Thomas Blieninger • Philipp Budweg • Felix Fuchssteiner • Hans W. Geißendörfer • Robert Marciniak • Katharina Schöde • Markus Zimmer
Szenenbild: Matthias Müsse
Kostümbild: Janne Birck
Maskenbild: Anette Keiser
Kamera: Sonja Rom
Ton: Magnus Pflüger
Musik: Philipp Fabian Kölmel
Schnitt: Wolfgang Weigl


Bild: Concorde Filmverleih

1 customer review

ausreichend
14.03.13
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