Seabiscuit - Mit dem Willen zum Erfolg

Kinoplakat Seabiscuit - Mit dem Willen zum Erfolg

Amerika um 1930. Der Börsencrash, die Prohibition, die große Depression. Familien stürzen in die Armut. In den Wirren dieser Jahre treffen die Lebenslinien dreier Männer aufeinander und vereinen sich zu einem wechselseitig bedingten Schicksal.

Charles Howard (Jeff Bridges) steigt vom einfachen Fahrradmechaniker zum begeisterten Autoverkäufer auf. Verliert während der großen Depression einen Großteil seines Vermögens, kann sich aber über die schweren Zeiten retten. Als er bei einem Autounfall seinen Sohn verliert, zerbricht seine Ehe. Charles hatte seinem Sohn gezeigt, wie man den LKW fährt und der Junior nutzte sein Wissen für eine Spritztour, die tödlich endete. Erst Marcela Howard (Elizabeth Banks), die Charles beim Pferderennen kennenlernt, gibt ihm die Lebensfreude zurück und weckt in Charles das Interesse für Pferderennen.

Tom Smith (Chris Cooper) ist ein erfahrener Cowboy, der sich aktuell um ein verletztes Pferd kümmert. Er ist zudem ein erfahrener Pferdeflüsterer. Als Tom und Charles zusammentreffen stimmt die Chemie zwischen den Männern augenblicklich. Gemeinsam suchen sie nach einem Rennpferd. Seabiscuit scheint genau der richtige Kandidat zu sein. Der Hengst stammt aus einem guten Stall, wurde allerdings von seinen Besitzern falsch behandelt und hat vergessen ein Rennpferd zu sein. Seabiscuit ist kleiner als andere Hengste, frisst mehr als die großen und faulenzt stundenlang.

Johnny "Red" Pollard (Tobey Maguire) wird von seinen Eltern bei einem Pferdenarren auf dem Hof zurückgelassen. Die Eltern sind verarmt und können ihrem Sohn zum Abschied nicht viel mehr bieten als seine Lieblingsbücher. Er versucht sich glücklos als Boxer und verliert dabei das Augenlicht auf dem rechten Auge. Er verdient Geld als Jockey, obwohl er eigentlich für den Beruf zu groß ist.
Da er sich ähnlich widerspenstig gebärdet wie Seabiscuit, scheint er der richtige Jockey für das Pferd zu sein. Ab sofort bilden die drei Männer und das Pferd ein ideales Gespann. Tom trainiert den Hengst, Johnny reitet und Charles kümmert sich um die Finanzen sowie die Publicity. Das Zusammenwirken der Vier trägt Früchte: Wie durch ein Wunder gewinnt Seabiscuit alle lokalen Rennen. Warum also nicht nach den Sternen greifen? Seabiscuit soll sich mit dem besten Rennpferd Amerikas messen.

Kritik

"Seabiscuit" erzählt vordergründig die Geschichte von drei Männern. Der Besitzer, der Trainer und der Jockey gehen mit dem Hengst eine symbiotische Beziehung ein. Die Menschen brauchen das Pferd und das Pferd braucht die Menschen. Sie geben einander Halt und retten sich gegenseitig über schwere Zeiten.
Gleichzeitig erzählt der Film die Geschichte von drei Männern, die wiederholt Rückschläge einstecken, doch jedes Mal wieder aufstehen und weitermachen. Symbolisch stehen sie für Amerika. Das wird unsentimental in schwarzweißen Standbildern erzählt, die die Geschichte der großen Depression schildern und den ihr folgenden Aufschwung.

"Seabiscuit" legt den Schwerpunkt aufs Große. Detailfragen sowie die Schicksale der Hauptdarsteller geraten in den Hintergrund. Über schwierige Szenen rutscht die Handlung gerne hinweg. Etwa dann, wenn Charles seinen toten Sohn auf dem Arm hält. Der Zuschauer beobachtet das Geschehen durch eine Glasscheibe, man hört den Vater nur ganz leise weinen. Johnny wird als kleiner Junge von seinen Eltern verlassen. Später erinnert er sich in Rückblenden an sie, doch um eine Vertiefung von Konflikten mogelt sich der Film herum. Viel mehr investiert er in gute Gefühle. Insbesondere Charles' zweite Ehefrau verkörpert das Glück. Mit stets perfektem Lippenstift, strahlenden Augen und adretter Kleidung hat sie die Rolle der glücklichen (Ehe-)Frau auszufüllen.

Fazit
"Seabiscuit" ist großes Hollywood-Kino. Über dem gesamten Film liegt eine gute Schicht Puderzucker oder man könnte sagen, alles kommt von Herzen. Eindrucksvolle Bilder treffen auf eine grundsätzlich positive Handlung. Die Darsteller sind gut und ich wünschte, der Film leuchtete seine Charaktere tiefer aus. Das Ambiente stimmt bis zum Grashalm, die Ausstattung ist liebevoll und detailreich geraten. Die Rennszenen sind eindrucksvoll inszeniert, wenngleich man nicht glauben mag, dass sich Jockeys während eines Rennens derartig ausgiebig unterhalten.
Das Thema "Pferd" hätte zu einem Mädchen-Film geraten können. Das hat Regisseur Gary Ross durch seine Inszenierung geschickt umgangen. Bei der Länge hat er leider das rechte Maß verloren. "Seabiscuit" hält die Spannung nicht über 140 Minuten. Eine kürzere Fassung brächte den gewünschten Galopp.
Filmkritik: Thomas Maiwald
Wertung: 60 %


Original Filmtitel: Seabiscuit
Land: USA
Jahr: 2003
Laufzeit ca.: 140
Genre: DramaHistorieSport
Stichwort: Pferd
Verleih: United International Pictures
FSK-Freigabe ab: 6 Jahren

Kinostart: 24.09.2003

Regie: Gary Ross
Drehbuch: Laura Hillenbrand • Gary Ross

Schauspieler: Tobey Maguire (Red Pollard) • Jeff Bridges (Charles Howard) • Chris Cooper (Tom Smith) • Elizabeth Banks (Marcela Howard) • Paul Vincent O'Connor (Verkäufer) • Michael Ensign (Eigentümber) • James Keane (Auto-Besitzer) • Valerie Mahaffey (Annie Howard) • David Doty (Land Broker) • Carl M. Craig (Sam ) • Michael O'Neill (Mr. Pollard) • Annie Corley (Mrs. Pollard)

Produktion: Kathleen Kennedy • Frank Marshall • Gary Ross • Jane Sindell
Szenenbild: Jeannine Oppewall
Kostümbild: Judianna Makovsky
Maskenbild: Thomas Nellen
Kamera: John Schwartzman
Musik: Randy Newman
Schnitt: William Goldenberg


Bilder: United International Pictures

1 customer review

befriedigend
24.09.03
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