Sherlock Holmes - Spiel im Schatten

Kinoplakat Sherlock Holmes Spiel im Schatten

Keine Atempause für den Meisterdetektiv und seinen Partner Dr. Watson. Im zweiten Teil tritt Superschurke Professor Moriarty aus dem Schatten. Im Gepäck hat er jede Menge finsterer Pläne.

Zunächst werden alte Handlungsfäden beendet und neue geknüpft. Irene Adler (Rachel McAdams) ereilt ein jähes Ende, Sherlock Holmes ist nach wie vor wegen Dr. Watsons bevorstehender Hochzeit verstimmt, und die Welt plagt neue Sorgen: Bombenanschläge. Die gehen laut Holmes auf das Konto von Professor Moriarty, einem angesehenen Mann, der sogar als Berater der Regierung tätig ist und seine Spuren stets bestens verwischt. Für Holmes also endlich ein ebenbürtiger Gegner, der nichts Geringeres plant, als die Welt in einen Weltkrieg zu stürzen. Das Spiel könnte beginnen, doch nicht beide Seiten spielen mit, denn für den Professor ist Holmes kein Herausforderer, an dem er seine Kräfte messen will, sondern ein Störfaktor, den es auszuschalten gilt. Deshalb beginnt für Holmes und Watson ein doppelter Wettlauf gegen die Zeit: Den Superschurken besiegen und das eigene Leben retten.

Kritik

Die neuen Abenteuer von Sherlock Holmes (Robert Downey Jr.) und Dr. Watson (Jude Law,) setzen das Konzept aus "Sherlock Holmes" fort. Erneut wird keine klassische Detektivgeschichte geboten, sondern Action. Holmes etwa muss jede Menge Schlägereien bestehen, bei denen abermals Vor- und Rückblenden eingesetzt werden, die zeigen, was Holmes plant und wie er den Kampf ausführt. Der treibende und Spannung gebende Faktor ist die knapp bemessene Zeit. Sie drängt Handlung und Darsteller voran und lässt nur wenig Spielraum. So heiratet Dr. Watson praktisch nebenbei und bereits die Fahrt in die Flitterwochen ist für Mrs. Watson ein Reinfall. Ihr ergeht es damit nicht viel besser als den restlichen Rollen des Films: sie spielen nur eine untergeordnete Rolle. Das ist angesichts manches Talents etwas schade, weil kaum einer der Nebendarsteller viel von sich zeigen darf; andererseits ist es als Konzept stimmig, denn auch "Sherlock Holmes Spiel im Schatten" ist ein Personen-Film, der das Ermittler-Duo klar in den Vordergrund stellt.

Dessen Zusammenspiel ist sehenswert, denn sie versuchen nicht einander auszustechen, sondern spielen sich abwechselnd in den Vordergrund und haben die Sympathien klar auf ihrer Seite. Fast schon zwangsläufig fallen andere Figuren neben ihnen ab. So ist Jared Harris' Auftritt als Superschurke Professor Moriarty nur mäßig überzeugend. Von den vielen möglichen Facetten der Figur wie Superhirn, Taktiker, Gewaltverbrecher, Musikliebhaber und Gentleman baut der Film nur wenige aus.
Stephen Fry wiederum, der seine Rolle als Bruder mit links spielt, macht den Eindruck, nur einen Bruchteil von dem zu zeigen, was er zeigen könnte. Wirkliches Pech hat Rachel McAdams als Irene Adler. Ihr Auftritt hat so wenig Gewicht, dass man fast darauf verzichten könnte. Nicht viel besser ergeht es Kelly Reilly als Mrs. Watson. Kaum hat sie ihren Traummann geheiratet, sperrt der Film sie bis gegen Ende aus. Und selbst die dritte Hauptrolle bleibt eine Nebenrolle, weil Noomi Rapace als Zigeuner-Prinzessin kaum mehr zeigen darf, als die hübsche Assistentin des Duos Holmes & Watson zu sein. So gesehen ist es schade, dass der Film das Potenzial seiner Darsteller nur fallweise zu nutzen weiß.

Ärgerlich am Drehbuch ist auch der mangelnde Respekt der Drehbuchautoren vor den Geschichten des Arthur Conan Doyle. Denn das, was der Autor als stimmiges Ende der ewigen Widersacher Holmes und Moriarty nutzte, das verwendet Hollywood als Episode. Ansonsten hat die Handlung nur wenig mit den literarischen Vorlagen gemein. Es spielt vor einem wirklich schönen Szenenbild, das beispielsweise ein auffällig schmutziges London zeigt. Die Spannung entsteht nicht aus dem Mitraten oder einer tiefgründigen Hintergrundgeschichte, sondern der Getriebenheit.

Fazit
Der Action-Film konzentriert sich klar auf seine zwei Hauptdarsteller. Deren Spiel ist sehenswert, die Action stimmig und trotzdem erlaubt sich der Film die eine oder andere Schwäche.
Filmkritik: Thomas Maiwald
Wertung: 50 %


Original Filmtitel: Sherlock Holmes: A Game of Shadows
Land: USA
Jahr: 2011
Laufzeit ca.: 128
Genre: AbenteuerActionKrimiThriller
Verleih: Warner Bros.
FSK-Freigabe ab: 12 Jahren

Kinostart: 22.12.2011
Heimkino: 04.05.2012

Regie: Guy Ritchie
Drehbuch: Michele Mulroney • Kieran Mulroney
Literaturvorlage: Arthur Conan Doyle

Schauspieler: Robert Downey Jr. (Sherlock Holmes) • Jude Law (Dr. John Watson) • Noomi Rapace (Madam Simza Heron) • Rachel McAdams (Irene Adler) • Jared Harris (Professor James Moriarty) • Stephen Fry (Mycroft Holmes) • Paul Anderson (Colonel Sebastian Moran) • Kelly Reilly (Mary Watson) • Geraldine James (Mrs. Hudson) • Eddie Marsan (Inspector Lestrade) • William Houston (Constable Clark) • Wolf Kahler (Doktor Hoffmanstahl)

Produktion: Susan Downey • Dan Lin • Joel Silver • Lionel Wigram
Szenenbild: Sarah Greenwood
Kostümbild: Jenny Beavan
Maskenbild: Christine Blundell
Kamera: Philippe Rousselot
Musik: Hans Zimmer
Schnitt: James Herbert


Bild: Warner Bros.

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