Sin Eater - Die Seele des Bösen

Kinoplakat Sin Eater Die Seele des Bösen

Hinter dicken Kloster- und Kirchenmauern kann sich so einiges ereignen. Zumindest geht der Kostümfilm davon aus.

Der Sin Eater (Benno Fürmann) ist die letzte Hoffnung für jene, denen die Kirche die Absolution verweigert. Im Augenblick des Todes nimmt der Sünden-Träger (wie er in der englischen Fassung heißt) die Sünden des Sterbenden auf sich. Da es sich um ein Geschäft auf Gegenseitigkeit handelt, bekommt der Sin Eater vom Sünder etwas. Was das im Einzelfall ist, lässt der Film offen. Deutlich sichtbar sind die Arbeitsspuren des Sin Eaters. Er hinterlässt aramäische Zeichen (von rechts nach links geschrieben), an der Leiche bleiben Male sichtbar.

Mit Bruder Dominic (Francesco Carnelutti) hat ein Mann der Kirche die Dienste des Sin Eaters in Anspruch genommen. Das sorgt innerhalb der katholischen Kirche für Aufsehen. Zur Untersuchung des Vorfalls werden Alex (Heather Ledger), der Zieh-Sohn Dominics, berufen sowie Bruder Thomas (Marc Addy). Zu den Männern gesellt sich Mara (Shannyn Sossamon). Eine schwierige Konstellation, denn die psychisch kranke, suizidgefährdete Malerin hängt sehr an Alex. Der ist sich seiner Gefühle für Mara zwar bewusst, hält dennoch am Zölibat fest.

Das Trio, das sich selbst Kirchen-SEK (Sondereinsatzkommando) nennt, kommt dem Sin Eater schnell auf die Schliche. Das ist nicht weiter schwierig, denn sie schlagen einfach in einem Buch nach. Außerdem nimmt der Sin Eater selbst Kontakt mit Alex auf. Somit fügen sich die Puzzleteile wie von selbst. Der amtierende Sin Eater ist unsterblich und allmächtig, doch des Lebens müde. Immerhin ist er seit dem Bau des Peters Doms im Amt. (Dieser Amtsantritt wird in einer schönen Rückblende gezeigt.) Um sterben zu können, muss er einen Nachfolger finden. Das soll nach dem Wunsch des Sin Eaters kein geringerer sein als Alex, der dankend ablehnt. Wer sich nun erinnert, dass es im Film eine suizidgefährdete, attraktive junge Frau gibt, verfolgt den richtigen Gedankengang.

Kritik

Sin Eater möchte durch Spannung begeistern, mangels schlüssigem Konzept bleibt es jedoch beim Versuch. Das gilt für das Drehbuch wie für die Darsteller, die ebenfalls keinen bleibenden Eindruck hinterlassen. Selbst der Sin Eater, von dem man Charisma erwarten darf, bleibt eine farblose Figur. Die Handlung ist über weite Strecken langweilig. Dialoge verwursten sich zu Worthülsen.

Beeindruckende Spezialeffekte darf man vom Film nicht erwarten. Die austretenden Sünden sehen aus wie schleimige Krakenarme. Nimmt der Sin Eater sie nicht auf, ersticken die eigenen Sünden den Sünder. Im Gegensatz zu den Spezialeffekten ist die Ausstattung gelungen. Bruder Dominic zum Beispiel, dem der Sin Eater gleich zu Anfang einen Hausbesuch abstattet, haust in einem alten Gemäuer ohne Elektrizität. Warum allerdings der Teufel in Gestalt von zwei Kindern vor der Wohnungstür des Geistlichen hockt, bleibt fraglich. Das Böse von unschuldigen Kindern verkörpern zu lassen ist ähnlich originell wie animierte Briefumschläge als E-Mailkontakt auf Webseiten.

Fazit
Heiliger Bimbam.
Filmkritik: Thomas Maiwald
Wertung: 30 %


Original Filmtitel: The Order
Land: DeutschlandUSA
Jahr: 2003
Laufzeit ca.: 102
Genre: HorrorMysteryThriller
Verleih: 20th Century Fox
FSK-Freigabe ab: 16 Jahren

Kinostart: 05.02.2004
Heimkino: 19.09.2005

Regie: Brian Helgeland
Drehbuch: Brian Helgeland

Schauspieler: Heath Ledger (Alex Bernier) • Shannyn Sossamon (Mara Sinclair) • Benno Fürmann (William Eden) • Mark Addy (Thomas Garrett) • Peter Weller (Driscoll) • Francesco Carnelutti (Dominic) • Mattia Sbragia (Bischof) • Mirko Casaburo (Junge) • Giulia Lombardi (Mädchen) • Richard Bremmer (Antiquar)

Produktion: Craig Baumgarten • Brian Helgeland
Szenenbild: Miljen Kreka Kljakovic
Kostümbild: Caroline Harris
Maskenbild: Alessandro Bertolazzi
Kamera: Nicola Pecorini
Musik: David Torn
Schnitt: Kevin Stitt


Bild: 20th Century Fox

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