Star Trek

Kinoplakat Star Trek

Raumschiff Enterprise, wie die Serie früher in Deutschland hieß, ist für mich eine Kindheitserinnerung. Eine Crew, die mit dem Raumschiff unvorstellbar lange durch das Weltall flog. Der Kapitän, der sich in jeder Folge prügelte und der Mann im Maschinenraum, der regelmäßig ins Schwitzen kam. Außerdem gab es den Vulkanier mit den spitzen Ohren. Nach diversen Serien und Leinwandauftritten läutet ein neuer Film die Stunde Null ein. Ein gleichermaßen gewagter wie gelungener Schritt.

"Star Trek - Die Zukunft hat begonnen" entscheidet sich dafür, alle alten Zöpfe abzuschneiden und die Serie um Kirk, Scotty, Spock, Pille und Co. wiederzubeleben. Dementsprechend beginnt die Handlung in der Stunde Null. Zur Eröffnung des Films erlebt der Zuschauer die Geburt von James T. Kirk, die stilecht während einer Weltraumschlacht geschieht, in der sich Kirks Vater opfert, um die Erde zu retten.

Einige Jahre später ist James Tiberius Kirk (Chris Pine) herangewachsen und sagt zu einer möglichen Schlägerei nicht Nein. Als ihm ein alter Freund seines Vaters rät, es bei der Sternenflotte zu versuchen, ist James zunächst nicht angetan, macht sich aber am nächsten Tag auf den Weg. So ganz ernst nimmt er die Ausbildung nicht, was ihn unter anderem mit dem Kadetten Spock (Zachary Quinto) aneinandergeraten lässt. Doch Frechheit siegt und mit einer List von Leonard McCoy (Karl Urban), gelangt Kirk das erste Mal an Bord der Enterprise.

Auf der USS Enterprise hat Captain Christopher Pike (Bruce Greenwood) das Kommando. Als der Captain das Schiff verlässt, um mit dem finsteren Romulaner Nero (Eric Bana) zu verhandeln, übernimmt Spock das Kommando. Damit ist der Ärger vorprogrammiert und es dauert nicht lange, bis er mit Kirk derartig aneinandergerät, dass er den Hitzkopf auf einem fremden Planeten aussetzen lässt. Wie der Zufall es will, hat Spock (Leonard Nimoy) hier Asyl gefunden. Allerdings nicht der junge Spock, sondern als alter Mann. Der erkennt Kirk auch in junger Gestalt sofort wieder und durch seine Schilderung verbinden sich die losen Fäden zur Hintergrundgeschichte.

Kritik

"Star Trek" macht hinsichtlich Drehbuch und Regie das Meiste richtig. Nachdem das Thema Star Trek in diverse Serien, Kinofilme und Raumschiff-Besatzungen zerfasert war, standen die Verantwortlichen vor der Frage, entweder einen weiteren Ableger zu schaffen, oder einen harten Schnitt zu machen und von vorn zu beginnen. Damit auch junge Zuschauer die Zusammenhänge begreifen, werden die (vielleicht bereits bekannten) Figuren eingeführt, wachsen als Mannschaft zusammen und bestehen auch gleich das erste Abenteuer. Selbstverständlich werden sie von neuen Darstellern gespielt, die teils mehr an Jungmänner denn an Helden erinnern, doch das kann in den nächsten Filmen noch werden. Ebenso gut kann in kommende Filme wieder mehr altes Material eingeflochten werden. Die Optionen stehen nach dem Neuanfang offen.

Die Handlung selbst beginnt mit einem Paukenschlag. Eine gigantische Schlacht tobt, riesige Raumschiffe donnern durchs Weltall und lassen den Gedanken aufkommen: Das will ich auf der Leinwand sehen, denn dafür ist Kino gemacht! Dann ebbt das Effektgewitter ab und die Story wird ruhiger, scheint stellenweise etwas seelenlos. Aber wen stört es? "Star Trek - Die Zukunft hat begonnen" ist Effektkino und gibt nicht vor, etwas anderes zu sein. Dementsprechend ist der Film immer dann am besten, wenn er es so richtig krachen lässt. Das lässt vergessen, dass die reine Geschichte wenig Angriffsfläche bietet. Die Darsteller hinter den vielen Dialogen zurücktreten und die schauspielerische Leistung nicht oscarreif ausfällt. Der Film ist Unterhaltung und als solche konsequent. Immer wieder lockern kleine Gags die Handlung auf. So erkennt die Sprachsteuerung des Bordcomputers Chekovs Akzent nicht. Oder Kirk wird von jeder neuen Dosis, die Pille ihm verabreicht, kranker.

Fazit
Der Film "Star Trek - Die Zukunft hat begonnen" ist ein Blender. Doch das stört mich nicht, weil er nichts anderes sein als pure Unterhaltung. Mit ihm ist der Neuanfang für "Star Trek" gelungen. Und wie man es auch dreht und wendet: Es ist der erste richtige Knaller 2009.
Filmkritik: Thomas Maiwald
Wertung: 80 %


Alternativtitel: Star Trek - Die Zukunft hat begonnen
Land: DeutschlandUSA
Jahr: 2009
Laufzeit ca.: 128
Genre: AbenteuerActionScience-Fiction
Verleih: Paramount Pictures
FSK-Freigabe ab: 12 Jahren

Kinostart: 07.05.2009
Heimkino: 02.11.2009

Regie: J. J. Abrams
Drehbuch: Roberto Orci • Alex Kurtzman

Schauspieler: Chris Pine (Kirk) • Zachary Quinto (Spock) • Leonard Nimoy (Spock Prime) • Eric Bana (Nero) • Bruce Greenwood (Pike) • Karl Urban (Bones) • Zoe Saldana (Uhura) • Simon Pegg (Scotty) • John Cho (Sulu) • Anton Yelchin (Chekov) • Ben Cross (Sarek) • Winona Ryder (Amanda Grayson) • Chris Hemsworth (George Kirk) • Jennifer Morrison (Winona Kirk)

Produktion: J. J. Abrams • Damon Lindelof
Szenenbild: Scott Chambliss
Kostümbild: Michael Kaplan
Maskenbild: Mindy Hall
Kamera: Dan Mindel
Musik: Michael Giacchino
Schnitt: Maryann Brandon • Mary Jo Markey


Bild: Paramount Pictures

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