The Photograph

Kinoplakat The Photograph

Ein schwarz-weißes Foto bringt eine alte Liebesgeschichte an den Tag. In der Jetztzeit klopfen die Tochter der Fotografin und ein Reporter ab, ob sie etwas voneinander wollen und was das sein kann. Parallelen zur Vergangenheit werden wach.

Michael Block recherchiert an einem Bericht über die verstorbene Fotografin Christina Eames. Bei einem Interview lernt er Issac kennen, der Christina kannte und ihm ein Foto zeigt. Michael ist begeistert und forscht weiter nach. Er trifft Christinas Tochter Mae, die einen Job als Kuratorin im Museum hat. Gleich bei der ersten Begegnung funkt es zwischen den beiden. Michael, der erst vor wenigen Wochen mit seiner letzten Freundin Schlussgemacht hat, beginnt eine Affäre mit Mae. Die ist nicht sicher, wie weit sie sich Michael öffnen soll. Und in dem Moment, in dem sie bereit für eine Beziehung ist, gibt er zu, dass er sich für eine Stelle in London beworben hat und New York in Kürze verlassen wird. Für Mae ist das ein Schock und sie überlegt, inwiefern ihr Ähnliches widerfährt wie ihrer Mutter und ihrem Vater.

Kritik

Der Film verknüpft zwei Beziehungen miteinander, schildert die Beziehung von Christina und Isaac sowie die Affäre von Mae und Michael. Weitere kurze Einschübe behandeln das Verhältnis von Christina und ihrer Mutter. Das klingt wie das Porträt von drei starken Frauen – ist es jedoch nicht. Im Mittelpunkt stehen die zwei genannten Verhältnisse. Die Schnitttechnik ist für den Zuschauer manchmal etwas verwirrend, weil die Handlung zwischen den Zeiten springt. Nicht immer sind die Einschnitte, die die Vergangenheit behandeln, geschickt in die Jetztzeit eingewoben.

Die Zeichnung der Figuren fällt grob aus. Warum Christina eine große Fotografin war, bleibt unerklärt. Die gezeigten Fotografien beweisen es nicht und entsprechen Amateur-Niveau, die Karriere wird nur angerissen. Mehr Gewicht bekommt ihr Verhältnis zu Isaac. Der ist bodenständig und möchte in Louisiana bleiben, während es Christina nach New York zieht. Sie möchte die Welt sehen und Karriere machen. Das hat ihre Tochter Mae nicht geerbt, die nach dem Vater geht und sie leidet unter den geerbten Familienstrukturen. Michael wiederum ist Christina ähnlich und ihm ist die Karriere wichtiger als die Beziehung. Das klingt vielleicht verwirrend, ist jedoch leicht zu verstehen, weil andere Probleme kaum Berücksichtigung finden. Insgesamt wären weitere Problemstellungen denkbar.

Wenngleich die Handlung nur wenige Figuren präsentiert, bleibt deren Zeichnung unscharf. Mae ist eine attraktive selbstbewusste Frau, die gerne lacht. Michael ist der coole Womanizer, der einfach cool ist. Christina ist eine schwarze Frau, die in den 1980-er Jahren Karriere macht und alleinerziehende Mutter ist. Das ist bemerkenswert, aber den Film interessiert das kaum. Wenn Mae herausfindet, wer ihr leiblicher Vater ist und den Mann mit der Erkenntnis konfrontiert, dann erwartet man großes Kino – doch das bleibt aus. Ein Beispiel für viele Szenen, in denen die Personen im Film zu wenig zeigen oder ganz anders reagieren als erwartet. Alles in allem bleibt die Handlung sehr gediegen.

Die Schauspieler spielen nett mit wenigen Variationen und die dargestellten Facetten nutzen auf Dauer ab. Die Kamera arbeitet gerne mit Aufnahme und Gegenaufnahme, erweckt im besten Fall den Eindruck einer Fotografie. Der Schnitt arbeitet mit teils langen Sequenzen und unterstreicht den ruhig dahingehenden Charakter des Films.

Fazit
Dem Kritiker kommen zum Film "The Photograph" zwei Gedanken in den Sinn: Als Roman könnte die Erzählung besser funktionieren. Und Frauen spricht die auf Beziehungen fixierte Handlung vielleicht stärker an als Männer. In schwachen Augenblicken wie das Blättern durch Fotografien von Menschen, zu denen der Bezug fehlt und in starken Momenten eine verfilmte Familien-Chronik.
Filmkritik: Thomas Maiwald
Wertung: 60 %


Land: USA
Jahr: 2020
Laufzeit ca.: 107
Genre: DramaRomantik
Verleih: Universal Pictures International
FSK-Freigabe ab: 0 Jahren

Kinostart: 10.09.2020

Regie: Stella Meghie
Drehbuch: Stella Meghie

Schauspieler: Issa Rae (Mae Morton) • LaKeith Stanfield (Michael Block) • Chanté Adams (Christine Eames, jung) • Y'lan Noel (Isaac Jefferson, jung) • Kelvin Harrison Jr. (Andy Morrison) • Lil Rel Howery (Kyle) • Teyonah Parris (Asia) • Jasmine Cephas Jones (Rachel Miller) • Rylee Gabrielle King (Sandrine) • Phoenix Noelle (Sophia) • Marsha Stephanie Blake (Violet Eames) • Wakeema Hollis (Denise Holness) • Chelsea Peretti (Sara Rodgers) • Courtney B. Vance (Louis Morton)

Produktion: James Lopez • Stella Meghie • Will Packer
Szenenbild: Loren Weeks
Kostümbild: Keri Langerman
Maskenbild: Brian Badie • Natalie Young
Kamera: Mark Schwartzbard
Musik: Robert Glasper
Schnitt: Shannon Baker Davis


Bild: eigen

1 customer review

befriedigend
12.08.20
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