The Ring 2

Kinoplakat The Ring 2

Evil Samara gibt keine Ruhe. Mordete sie bislang Teenager, die ein surreales Video sahen, greift sie im zweiten Teil direkter an. Bekannte Mechanismen setzt der Film nur teilweise fort, die Handschrift ist eine andere: Spannung statt Horror.

Eigentlich sollten selbst Filmfiguren langsam wissen, das wegziehen gar nichts hilft, denn das Grauen folgt einfach an den neuen Wohnort. So ergeht es auch Rachel Keller. Vor sechs Monaten klärte sie das Mysterium um ein mordendes Videoband. Doch kaum hat sie sich eine neue Existenz aufgebaut, geht das Grauen von neuem los. Wieder kommt ein Teenager ums Leben. Die Umstände sind Evil Samars Markenzeichen. Richtig vermutet: Aus dem Leichensack greift das untote Mädchen nach der Journalistin. Damit ist geklärt, was bisher geschah, und es kann weitergehen. Doch Samara hat ihre Taktik geändert. Sie setzt nicht mehr aufs Videoband, sondern versucht von Rachels Sohn (David Dorfman) Besitz zu ergreifen und erneut wird die Geschichte der gequälten Seele aufgerollt.

Kritik

Fortsetzungen stehen vor der Entscheidung, das Thema weiterzuspinnen, oder zurückzuspringen und zu erzählen, was vor Teil 1 geschah. "The Ring 2" mixt beide Themenfelder. Die in "Ring" eingeführten Mechanismen kommen dabei nur teilweise zum Tragen. Die Journalistin ist wieder auf Ursachenforschung. Was im Unterschied zum Vorgänger recht blutarm und gemütlich erzählt wird. Durch die Entscheidung, Suspense statt Horror, ging der surreale Charakter verloren. Es wirkt etwas albern, wenn ein teuflisches Mädchen in eine Herde Hirsche fährt, um die Gegnerin anzugreifen. Bekannte Orte werden erneut aufgesucht; die Pferdefarm und der Brunnen spielen wieder eine Rolle. Trotzdem beginnt der Film so, wie "Ring" endete: Videoband ansehen, den Anruf bekommen und dann andere ins Verderben ziehen oder nach sieben Tagen sterben.

Regie führte jetzt Hideo Nakata, der Regisseur des japanischen Originals "Ringu". Er entschlüsselt bekannte Motive des ersten Teils. So bekommt zum Beispiel der Halbmond eine eindeutige Herkunft. Diesen Fehler der zu deutlichen Erklärung machte bereits "The Grudge - Der Fluch". Was allerdings wirklich enttäuscht ist der Eindruck, dass das Thema nochmals verwurstet wurde, denn "The Ring 2" entlässt den Zuschauer mit dem Eindruck keine richtige Fortsetzung zu sein, sondern vielmehr eine Mischung aus Remake und erweiterter Version.

Naomi Watts gibt sich alle Mühe, als geplagte Mutter zu überzeugen. Das ist weitgehend gelungen, obwohl sie in einigen Szenen unglaubwürdig schwer kapiert. So schreit ihr Sohn: "drive!" Doch stattdessen hält sie auf der Landstraße an, damit die Killer-Hirsche seelenruhig aus dem Wald trippeln können. Der menschliche Fehler geht mit einer Auffälligkeit einher: Wenige Stunden nach dem Angriff sind die eingeschlagenen Seitenscheiben des Autos wieder repariert, ohne das eine Reparatur erfolgt wäre. Die Beziehung zwischen Mutter und Kind wirkt immer etwas, als sei der Sohn für die Mutter eine Art Fremdkörper.

Fazit
Unterm Strich ein Film, der Fans des ersten Teils enttäuschen könnte, aber für den Kinotag in Ordnung geht.
Filmkritik: Thomas Maiwald
Wertung: 50 %


Original Filmtitel: The Ring Two
Land: USA
Jahr: 2005
Laufzeit ca.: 120
Genre: MysterySpannung
Verleih: Universal Pictures International
FSK-Freigabe ab: 16 Jahren

Kinostart: 31.03.2005
Heimkino: 25.08.2005

Regie: Hideo Nakata
Drehbuch: Ehren Kruger

Schauspieler: Naomi Watts (Rachel) • Simon Baker (Max Rourke) • David Dorfman (Aidan) • Elizabeth Perkins (Dr. Emma Temple) • Gary Cole (Martin Savide) • Sissy Spacek (Evelyn) • Ryan Merriman (Jake) • Emily VanCamp (Emily) • Kelly Overton (Betsy) • James Lesure (Doctor) • Daveigh Chase (Samara) • Kelly Stables (Evil Samara)

Produktion: Laurie MacDonald • Walter F. Parkes
Szenenbild: James Bissell
Kostümbild: Wendy Chuck
Maskenbild: Nancy J. Hvasta Leonardi
Kamera: Gabriel Beristain
Musik: Henning Lohner • Martin Tillman
Schnitt: Michael N. Knue


Bild: Universal Pictures International

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