Tropfen auf heisse Steine

Kinoplakat Tropfen auf heisse Steine

Der junge, naive Franz wird von Léopold auf der Straße angesprochen. Nach einem kurzen Plausch im Wohnzimmer verführt Léopold, der Mittfünfziger den Jungen, indem er ihm seine erotischen Träume entlockt und sie dann erfüllt.

Zwischen beiden entsteht eine eheähnliche Beziehung mit ihren Höhen und Tiefen, denn Léopold ist nicht auf eine Partnerschaft aus, sondern sucht jemanden den er hörig und abhängig machen kann. Ein gefährliches Machtspiel entspinnt sich. Léopold testet systematisch seine Grenzen aus und Franz unterwirft sich ihm.

Als Franz' Exfreundin Anna auftaucht, scheint Franz in letzter Sekunde die Kurve zu kriegen, doch noch ehe sie gemeinsam Léopolds Wohnung, das Ehegefängnis, verlassen können, taucht Léopold auf und zieht nun Anna ebenfalls in seinen Bann. Damit nicht genug erscheint nun auch noch Franz' Vorgänger, der sich wegen Léopold einer Geschlechtsumwandlung unterzog und nun Vera heißt auf der Bildfläche. Wie hypnotisiert folgen die zwei Frauen Léopolds Befehlen und Franz sieht seine Felle davonschwimmen. Er kann nicht mit und nicht ohne Léopold leben. Da sieht er nur noch einen Ausweg.

Kritik

Die Inszenierung des Filmes geschieht in drangvoller Enge: Die Kamera verlässt Léopolds Wohnung nur um den Blick der Darsteller zu zeigen, den sie aus der Wohnung werfen. Trotzdem ist der Film weniger ein Trauerspiel als vielmehr eine dramatische Komödie. Die Dialoge zwischen Léopold und Franz spitzen sich urkomisch zu und entlarven so das Gesagte als Farce.
Himmelschreiend komisch ist die Tanzeinlage die das Quartett nach "Tanze Samba mit mir" hinlegt. Auch sonst ist der Film bis ins Detail eine gruselige Show der Siebziger: angefangen beim obligatorischen Flokati, über das postgraue Wahlscheiben-Einheitstelefon über die Stereoanlage (CDs gab es noch nicht) bis hin zu den deutschen Alkoholika und Franz' Lederhose.
Filmkritik: Thomas Maiwald
Wertung: 60 %


Original Filmtitel: Gouttes d'eau sur pierres brûlantes
Land: Frankreich
Jahr: 1999
Laufzeit ca.: 96
Genre: DramaKomödieLGBTRomantik
Stichwort: gay
Verleih: Concorde Filmverleih
FSK-Freigabe ab: 12 Jahren

Kinostart: 07.12.2000
Heimkino: 07.11.2005

Regie: François Ozon
Drehbuch: François Ozon

Schauspieler: Bernard Giraudeau (Léopold) • Malik Zidi (Franz) • Ludivine Sagnier (Anna) • Anna Thomson (Véra)

Szenenbild: Arnaud de Moleron
Kostümbild: Pascaline Chavanne
Maskenbild: Gill Robillard
Kamera: Jeanne Lapoirie
Schnitt: Laurence Bawedin • Claudine Bouché


Bild: Concorde Filmverleih

1 customer review

befriedigend
07.12.00
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