Vier Brüder

Kinoplakat Vier Brüder

Ein klassisches Rache-Drama in den Straßen Detroits der Jetztzeit. Um den Tod der Pflege-Mutter zu rächen, ermitteln ihre vier Söhne auf eigene Faust und setzen das Recht auf Blutrache um.

Evelyn Mercer (Fionnula Flanagan) ist eine gute Seele. Als sie im Geschäft ein Kind beim versuchten Ladendiebstahl ertappt, schickt ihr Zeigefinger es geschwind wieder auf den richtigen Weg. Für die alte Dame ein Kinderspiel. Hat sie doch vier Adoptivsöhne großgezogen, die ohne ihre weisende Hand werweißwo gelandet wären. Doch Gutes zu tun, zieht nicht immer nur Gutes nach sich. Als wenige Minuten später der Laden ausgeraubt wird, erschießen die Täter die alte Frau kaltblütig. Während der Inhaber von einem schrecklichen Zufall ausgeht, schließen ihre vier Adoptivsöhne (Mark Wahlberg, Tyrese Gibson, André Benjamin, Garrett Hedlund), es war geplanter Mord, der nur als Überfall getarnt wurde. Ihr anschließender Rachefeldzug gibt ihnen nicht nur Recht, sondern auch die Rechtfertigung zur Blutrache.

Kritik

Der klassische Western ist oft totgesagt worden. Doch schon vor langer Zeit ist er still und heimlich wieder auferstanden. Nicht in Kevin Costners "Open Range", sondern viel mehr in Filmen wie "Mystic River", die klassische Western-Muster für aktuelle Thematiken adaptieren. So verlegt auch John Singleton in seiner freien Neuverfilmung des Westerns "Die vier Söhne der Katie Elder" Bekanntes in die Jetztzeit. Er inszeniert das Rache-Drama von vier Männern, die zwar nicht mehr die Freiheit der Prärie erleben, sich aber die Freiheit nehmen, Selbstjustiz zu üben. Das ist laut Film ohne Frage das Recht eines jeden freien Mannes.

Der Neo-Western verlegt den Handlungsort die Jetztzeit und verzichtet auf klassische Motive wie den Viehdiebstahl und die Graslandschaft. Letztere muss der Enge der Hood weichen. Allerdings ist Detroit mindestens so bleihaltig, wie der Wilde Westen es einst war und das Quartett besteht aus Kleinkriminellen.
Etwas eigenwillig gestaltet sich dabei, dass der Regisseur in nahezu jeder Hinsicht übertreibt. Ein durchgängiges Stilmittel, das ohne Bruch auskommt, aber nicht immer den gewünschten Effekt erzielt. So kam es den Darstellern offensichtlich entgegen, überaus männlich zu agieren. Doch weshalb Frauen entweder Heilige sind (die Mutter) oder hysterisch (als Freundin) das leuchtet ebenso wenig ein, wie die Darstellung der Gewalt. So gibt es beispielsweise die klassische Belagerung des Wohnhauses. Diese Schießerei dauert derartig lange, dass bereits die Ziegel aus der Häuserwand geschossen werden. Die Polizei rückt aber erst an, nachdem alles vorbei ist; genauso wie bei den Verfolgungsjagden mit Todesfolge. Etwas eigenartig, da Detroit wahrscheinlich kein rechtsfreier Raum ist. An anderen Stellen kippt die Überzeichnung ins Karikative: Ziemlich albern wirkt es beispielsweise, wenn die markigen Brüder an Thanks Giving ein Tischgebet sprechen, weil Mutter es ihnen so beibrachte und brav Salat essen, weil der viele Vitamine hat.

Fazit
Das Zusammenspiel der vier Brüder ist stellenweise gut gelungen und interessant gestaltet. Die Überzeichnung ein fragliches Stilmittel für Genre-Fans.
Filmkritik: Thomas Maiwald
Wertung: 50 %


Original Filmtitel: Four Brothers
Land: USA
Jahr: 2005
Laufzeit ca.: 108
Genre: AbenteuerDramaKrimiWestern
Verleih: United International Pictures
FSK-Freigabe ab: 16 Jahren

Kinostart: 10.11.2005
Heimkino: 13.04.2006

Regie: John Singleton
Drehbuch: David Elliot • Paul Lovett

Schauspieler: Mark Wahlberg (Bobby Mercer) • Tyrese Gibson (Angel Mercer) • André Benjamin (Jeremiah Mercer) • Garrett Hedlund (Jack Mercer) • Terrence Howard (Lt. Green) • Josh Charles (Detective Fowler) • Sofía Vergara (Sofi) • Fionnula Flanagan (Evelyn Mercer) • Chiwetel Ejiofor (Victor Sweet) • Taraji P. Henson (Camille Mercer) • Barry Shabaka Henley (Councilman Douglas) • Jernard Burks (Evan) • Kenneth Welsh (Robert Bradford) • Tony Nappo (Charlie)

Produktion: Lorenzo di Bonaventura
Szenenbild: Keith Brian Burns
Kostümbild: Ruth E. Carter
Maskenbild: Jennifer O'Halloran
Kamera: Peter Menzies Jr.
Musik: David Arnold
Schnitt: Bruce Cannon Billy Fox


Bild: United International Pictures

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