Was das Herz begehrt

Kinoplakat Was das Herz begehrt

Was passiert, wenn ein alternder, bindungsscheuer Playboy eine reife, ihm ebenbürtige Partnerin trifft? Sie benehmen sich wie Katze und Hund um einander am Ende im romantischen Paris ihre Liebe zu gestehen.

Jack Nicolson spielt das charmante Ekel Harry Sanborn, das seine Schokoladenseite gekonnt hinter Zynismus verbirgt. Sein bevorzugtes Jagdwild sind Frauen unter 30. Er war nie verheiratet, hatte keine längere Beziehung. Die erste wahre Liebe erfährt er in Gestalt von Erica Barry (Diane Keaton).

Harry wird von Ericas Tochter Marin (Amanda Peet) ins Strandhaus der Mutter gebracht. Doch an Stelle eines lustvollen Zwischenspiels erlebt Harry eine bittere Enttäuschung. Er steht drei Frauen gegenüber, von denen zwei gegen seinen Charme immun sind. Noch schlimmer: Marins Schwester Zoe (Francis McDermand) ist eine überzeugte Feministin, die Harry beim Abendessen gründlich die Leviten liest. Als der alte Gockel einen Herzinfarkt erleidet, retten ihm die Drei das Leben.

Harry ist nach dem Herzinfarkt nicht transportfähig, besteht aber darauf das Krankenhaus zu verlassen. Marin beschließt, ihn im Strandhaus pflegen zu lassen (die Betonung liegt auf zu lassen), doch schon nach einem halben Tag fliegen alle aus, Erica bleibt mit dem Ekel allein zurück.
Beim Strandspaziergang, kommen sich die beiden Streithähne näher. Sie, die erfolgreichste Bühnenautorin New Yorks und er, der zurzeit das zweiterfolgreichste Hip Hop-Label leitet. Neben Meeresrauschen und Picknick erkennt er sofort, dass Erica nicht die zugeknöpfte ältere Dame ist, die sie vorgibt zu sein. Beide sind von Geldadel, demnach steht einem Kennenlernen nichts mehr im Weg.

Kritik

Drehbuchautorin Nancy Meyers ist eine Spezialistin für charmante Komödien, schrieb viele Drehbücher. Ihre erste Regiearbeit fügt sich in den Reigen ein. Die Besonderheit von "Was das Herz begehrt" bestünde darin, dass Harry von Affären zur Liebe wechselt. Dem Gedanken folgt die Komödie nur bedingt und anstatt nachzuhaken bietet sie Klamauk. Der alternde Galan reagiert auf die echte Liebe mit Panikattacken und Wahnvorstellungen. Anstelle sein Begehren nach jungen Frauen zu karikieren, wählt der Film die weniger witzige Variante, indem die weibliche Hauptrolle einen jungen Heißsporn als Verehrer bekommt. Weshalb Erica trotzdem Harry erwählt bleibt unklar.

Diane Keatons Interpretation der Rolle ist Geschmacksache. Ihre theatralische Affektiertheit, mit der sich beispielsweise alle paar Minuten die Haare schüttelt, ist auf Dauer ebenso ermüdend, wie der Umstand, dass die Reichen und Schönen nie aus ihrer Luxuswelt ausbrechen. Selbst der kleine Franzose in Paris entpuppt sich als Sterne-Restaurant. Feine Nuancen, wie zu Beginn des Films Rap als Hintergrundmusik einzusetzen und gegen Ende alte Schmuseklassiker, drohen in Belanglosigkeit unterzugehen.

Insgesamt ist das Werk rund; allerdings in jeder Einstellung sauber und zitronenfrisch. Es vermeidet alles, was Amerikaner als anstößig empfinden könnten: Beim nächtlichen Küchentreff etwa, der als reizvolle Pyjama-Party angekündigt wird, tragen beide Darsteller frisch gebügelte Morgenmäntel.

Fazit
Nette Unterhaltung für Besserverdienende.
Filmkritik: Thomas Maiwald
Wertung: 50 %


Original Filmtitel: Something's Gotta Give
Land: USA
Jahr: 2003
Laufzeit ca.: 128
Genre: Romantische Komödie
Verleih: Warner Bros.
FSK-Freigabe ab: 0 Jahren

Kinostart: 12.02.2004
Heimkino: 27.08.2004

Regie: Nancy Meyers
Drehbuch: Nancy Meyers

Schauspieler: Jack Nicholson (Harry Sanborn) • Diane Keaton (Erica Barry) • Keanu Reeves (Julian Mercer) • Frances McDormand (Zoe) • Amanda Peet (Marin) • Jon Favreau (Leo) • Paul Michael Glaser (Dave) • Rachel Ticotin (Dr. Martinez) • Paige Butcher (Beauty) • Tanya Sweet (Beauty) • Kristine Szabo (Beauty) • Daniella Van Graas (Beauty)

Produktion: Bruce A. Block
Szenenbild: Jon Hutman
Kostümbild: Suzanne McCabe
Maskenbild: Kelcey Fry
Kamera: Michael Ballhaus
Musik: Hans Zimmer
Schnitt: Joe Hutshing


Bild: Warner Bros.

1 customer review

befriedigend
12.02.04
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