Xiaos Weg

Kinoplakat Xiaos Weg

Xiao ist ein Wunderkind. Er spielt Geige, seitdem er auf eigenen Beinen stehen kann und hat zahlreiche Wettbewerbe gewonnen. Trotzdem wird er in Peking beim Wettbewerb der Musikschule abgelehnt, denn es gewinnt nicht das talentierteste Kind, sondern das Kind, dessen Eltern am meisten Schmiergeld zahlen.

Davon lässt sich Xiaos Vater Liu nicht abschrecken. Er nimmt eine Stelle als Koch an und bequatscht den unterrichtenden Professor Jiang solange bis der kapituliert und Xiao unterrichtet. Das Haus des Professors ist eine einzige Rumpelkammer. Dreck, Schmutz, Unordnung und dazwischen Straßenkatzen. Trotzdem lehrt Professor Jiang Xiao etwas, das dem Jungen bislang fehlte: die Liebe zur Musik.

In der Nachbarschaft lebt das Callgirl Lili, die Xiao bereits am Tag der Anreise auf dem Bahnhof traf. Für den Dreizehnjährigen ist sie eine begehrenswerte Frau und auch ihr Gewerbe schreckt ihn nicht ab. Als sie von einem Freier enttäuscht wird, versetzt Xiao seine Geige, um Lili beschenken zu können. Damit hat er den richtigen falschen Zeitpunkt getroffen, denn sein Vater hat einen anderen Professor der Musikschule überreden können Xiao zu unterrichten. Das erste Vorspielen fällt mangels Geige aus. Doch der Vater lässt nicht locker. Er gibt nicht auf und er schafft es Professor Yu und seinen Sohn zusammenzubringen.

Xiao muss ab sofort bei dem Professor wohnen und wird mit einer konträren Welt konfrontiert. Er, der aus ärmsten Verhältnissen stammt, lebt schlagartig in der Luxuswelt des neuen Chinas, in der es an nichts mangelt. Doch Xiao ist nicht der einzige Schüler des Professors. Das Mädchen Lin Yu ist ebenfalls eine Schülerin des Professors und muss sich nun mit dem zweiten Platz zufriedengeben, weshalb sie Xiao als Rivalen sieht. Da Lin Yu im spinnen von Intrigen geübt ist, trägt sie den ersten Sieg davon, doch Xiao geht es nicht um Luxus und Schein, sondern um zwischenmenschliche Werte. Am Ende steht somit nicht viel fest, nur soviel, dass Xiao seinen Weg gehen wird.

Kritik

Regisseur Chen Kaige stellt in seinem bewegenden Film das Zwischenmenschliche klar in den Vordergrund. Die Geige ist das Einzige, was Xiao von seiner Mutter geblieben ist, denn er wurde als Baby von seinem nicht leiblichen Vater am Bahnhof zusammen mit dem Musikinstrument gefunden. Beim Unterricht steht nicht die Technik im Vordergrund, sondern die Beziehung zwischen Lehrer und Schüler. Xiao räumt den Saustall seines Lehrers auf und der Professor, der Xiao lehrt mit Herz und Seele zu spielen, erwacht aus seinem Dämmerzustand. Ebenso beleuchtet der Film die Beziehung zwischen Vater und Sohn aus dieser Warte. Im Mittelpunkt stehen das Nichtgesagte und die klassische Musik.
Die Figuren sind überzeichnet und stellenweise gibt sich der Film sehr plakativ. Xiaos Vater Liu ist ein ziemlicher Einfaltspinsel, der für seinen Sohn alles tut. Das Callgirl ist eine überdrehte Zicke; wobei das manierierte, quietschige Gehabe anstrengend zu verfolgen ist. Die krasse Armut des alten Chinas steht dem verschwenderischen Luxus des neuen gegenüber.

Fazit
Alles in allem ist der Film rund und die Geschichte trägt die Schwächen des Drehbuchs und gleicht die Eigenwilligkeiten der Darstellung aus.
Filmkritik: Thomas Maiwald
Wertung: 70 %


Original Filmtitel: He ni zai yi qi
Land: China
Jahr: 2002
Laufzeit ca.: 117
Genre: DramaMusik
Stichwort: Coming of Age
Verleih: Tobis
FSK-Freigabe ab: 0 Jahren

Kinostart: 17.07.2003
Heimkino: 26.04.2004

Regie: Chen Kaige
Drehbuch: Chen Kaige • Xue Xiao Li

Schauspieler: Tang Ru-yun (Xiao Chun) • Liu Peiqi (Liu Cheng) • Chen Hong (Lili) • Wang Zhiwen (Professor Jiang) • Chen Kaige (Professor Yu) • Cheng Qian (Lilis Geliebter) • Kim Hye-ri (Frau Yu) • Liu Bing (Debao) • Chuan-Yun Li (Tang Rong) • Zhang Qing (Lin Yu)

Produktion: Tong Gang • Chen Hong
Szenenbild: Juiping Cao • Luyi Liu
Kostümbild: Yeong-su Ha
Kamera: Kim Hyung-Koo
Musik: Zhao Lin
Schnitt: Zhou Ying


Bild: Tobis

1 customer review

gut
17.07.03
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