Der Lebensinhalt von Willi Koyote besteht darin den Road Runner zu jagen. Dafür nutzt er Werkzeuge und Gadgets, die von der ACME Corporation stammen. Als er eines Tages das Werbeplakat eines windigen Anwalts sieht, kommt dem Kojoten die rettende Idee: Weil die Produkte von ACME nie halten, was sie versprechen, wird er die Firma verklagen. Doch Anwalt Kevin Avery ergeht es wie den Toons: Er versucht es regelmäßig und scheitert.
Kritik
Eine Handvoll der Figuren aus der Serie "Looney-Tunes" hat den Sprung in den Kinofilm geschafft. In einer Mischung aus Animation und Realfilm präsentiert der einen wilden Ritt aus Gerichtsdrama und Cartoon. Wobei die überdrehten Toons nicht aus den bekannten Grenzen ausbrechen. Diejenigen, die auch in den Cartoons sprechen, bekommen eine Stimme, der Hauptdarsteller hingegen bleibt stumm. Das tut dem Gesamteindruck keinen Abbruch. In der englischen Fassung sind die Stimmen fallweise anstrengend, weil zu hören ist, dass auf Stimmbänder gedrückt wird oder die Stimme verzogen.
Die Handlung ist durchgehend temporeich wie ein Cartoon und die Geschichte solide. Hinter den Mauern der ACME Corporation geht etwas vor, was die Geschäftsführung geheim halten möchte. Nur so viel sei verraten: Diese Machenschaften stehen im Zusammenhang mit den Toons. Während anfangs die Produkthaftung im Vordergrund steht, zieht der Fall Kreise. Dabei nutzt das Drehbuch viele bewährte Versatzstücke. Die Szenen vor Gericht scheinen bekannt (abgesehen vom Cartoon-Anteil). Ein gediegenes Drama mit klarer Rollenverteilung: David gegen Goliath. Nur mit dem Unterschied, dass von vornherein klar ist, das David verlieren wird und am Ende die Gesetzmäßigkeiten der Cartoons weiterhin bestand haben. Vermischt mit dem Drama zeigen die Toons ihr Können: Willi Koyote fällt unzählige Male eine Schlucht hinab, der Road Runner geht nie auf den Leim. Bugs Bunny absolviert einen Kurzauftritt. Alles in allem für Fans lustig und Normalsterbliche anstrengend, denn ein Cartoon wird auf Kinolauflänge gestreckt. Wobei Kinder das Spektakel wahrscheinlich lustiger finden als ein kritischer Kritiker.
Das Schauspiel der menschlichen Darsteller ist kaum von Belang und fällt dementsprechend aus. Die Interaktion zwischen realen und animierten Figuren ist gut. Teils fallen aufgesetzte Umstände auf, wie der, dass ein Toon Papier aufwirbelt und dann echte Blätter herumfliegen. Die Animation der Toons hat nichts handgezeichnetes und sie sehen eigenartig flach aus. Die Idee einen Mechanismus von Cartoons vor Gericht zu stellen, ist eigenwillig, weil nicht zu erwarten steht, dass ungeschriebene Gesetze gebrochen werden. Letztlich wird Bewährtes neu gemischt.
Fazit
Es verwundert nicht, dass "Warner Bros." Diese harmlose Kost nach einer Ankündigung, nun doch nicht selbst in deutsche Kinos bringt. Die Lauflänge von 101 Minuten ist mutig.
Filmkritik: Thomas Maiwald
Wertung: 50 %
Jahr: 2026
Laufzeit ca.: 101
Genre: Action • Animation • Familie • Komödie
Verleih: capelight pictures
FSK-Freigabe ab: 6 Jahren
Kinostart: 17.09.2026
Regie: Dave Green
Drehbuch: Samy Burch • James Gunn • Jeremy Slater
Schauspieler: Will Forte (Kevin Avery) • Lana Condor (Paige Avery) • John Cena (Buddy Crane) • Tone Bell (Sal Maltese) • Martha Kelly (Dottie Jones) • Luis Guzmán (Judge Troppogrosso) • P. J. Byrne (Bill Pelicanos) • John Early (Henry Heslop) • Nancy Linehan Charles (Cherry) • Kenneth Choi (Oscar Jeon) • Ernie Vigil (Talon) • Willi Kojote • Road Runner • Duffy Duck • Tweety • Granny • Bugs Bunny
Produktion: Christopher Defaria • James Gunn
Szenenbild: Steve Arnold
Kostümbild: Daniela Moore
Maskenbild: Kristine Briseno • Svetlana Britt • Jerrad Gray • Katya Luce • Lori Romero • Danielle Vigil
Kamera: Brandon Trost
Musik: Steven Price
Schnitt: Carsten Kurpanek
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Bild: capelight pictures
