Das perfekte Verbrechen

Kinoplakat Das perfekte Verbrechen

Ted Crawford, ein nicht mehr ganz junger, genialer Ingenieur, hat alles, was er sich wünscht: Einen interessanten Job, eine wunderschöne Frau und viel Geld. Doch dann entdeckt er, dass seine Frau Jennifer ihn mit einem Detective namens Nunally betrügt. Crawford heckt einen perfiden Plan aus. Er erschießt seine Frau, dreht es so, dass Nunally den Fall bearbeitet, legt sofort ein umfassendes Geständnis ab und besteht darauf, sich selbst zu verteidigen.

Der Film "Das perfekte Verbrechen" ist der neue Thriller von Regisseur Gregory Hoblit, der sich bereits mit Erfolgen wie "Zwielicht" oder "Frequency" einen Namen machte. Die Story schrieb Daniel Pyne, von dem nicht nur die Drehbücher zu Blockbustern wie "An jedem verdammten Sonntag" und "Der Anschlag" stammten, er ist auch einer der Original-Drehbuchautoren der berühmten TV-Serie "Miami Vice". Ted Crawford (einfach genial: Oscarpreisträger Sir Anthony Hopkins) ist Ingenieur und Wissenschaftler. Der hochintelligente, nicht mehr ganz junge Mann ist ein penibler Tüftler, der sich auf die Wirkungsweise von Rissen und Brüchen spezialisiert hat, und Flugzeugabstürze und aeronautische Fehlfunktionen analysiert. Daneben entwirft und baut er als Hobby höchst komplizierte Perpetuum mobile. Crawford hat eine schöne junge Frau namens Jennifer (reizend: Embeth Davidtz, bekannt durch "Bridget Jones - Schokolade zum Frühstück"), die natürlich viel allein ist. Und so hat sich Jennifer einen attraktiven Liebhaber (verzweifelt: Billy Burke) genommen, den sie zweimal in der Woche in einem kleinen Hotel trifft. Sie amüsieren sich, sie haben Sex – und wissen nichts voneinander, denn sie haben sich zufällig kennengelernt. Er weiß nicht, dass sie Ted Crawfords Frau ist, sie weiß nicht, dass er Detective Rob Nunally ist, und eine Frau und Kinder hat.

Aber Crawford weiß Bescheid. Der eiskalte Kontrollfreak hat das Verhältnis seiner Frau entdeckt und will sich rächen. Dass es dabei nicht um einen einfachen Racheplan geht, ist bei einem Mann wie Crawford, der gerne mit Menschen spielt, klar. Er heckt einen perfiden Plan aus und setzt ihn eiskalt lächelnd in die Tat um. Zuerst versichert er sich, dass an diesem speziellen Tag Detective Nunally Dienst hat. Dann wartet er zu Hause auf seine Frau, macht etwas freundlichen und charmanten Small Talk mit ihr, und schießt sie dann einfach in den Kopf. Dann gibt er noch drei Schüsse aus seiner Waffe in Richtung der Fenster ab. Anschließend zieht er seine stark blutende Frau ins Nebenzimmer, und legt sie genau unter ihr Porträtfoto an der Wand. Danach sammelt er die Hülsen ein und deponiert sie neben seiner Frau. Er öffnet die Haustür einen Spalt und wartet, mit der Waffe in der Hand.

Als Detective Nunally die Tür öffnet und Crawford mit der Waffe sieht, fordert er ihn auf, die Waffe hinzulegen. Crawford erklärt sich dazu bereit, wenn Nunally seine Waffe ebenfalls weglegt. Also legen sie beide ihre Waffen hin, Nunally geht zu der offensichtlich schwer verletzten Frau - und entdeckt zu seinem Entsetzen, dass es sich um seine Geliebte handelt! Wütend geht er auf Crawford los, und seine Kollegen müssen ihn mit vereinten Kräften vor einer Dummheit bewahren. Jennifer ist nicht tot, sondern nur schwer verletzt. Sie liegt im Koma. Crawford gibt Nunally gegenüber sofort zu, dass er Jennifer in den Kopf geschossen hat, und legt nach seiner Verhaftung auf dem Revier in Gegenwart von Nunally ein umfassendes Geständnis ab und unterschreibt es.

Der Bezirksstaatsanwalt Joe Lubruto (streng, aber mit Herz: David Strathairn) übergibt den scheinbar so einfachen und klaren Fall seinem jungen und ehrgeizigen Assistenten Willy Beachum (sauer und hartnäckig: Ryan Gosling, bekannt aus "Wie ein einziger Tag"). Beachum ist bei diesem Job allerdings nur halb bei der Sache. Der höchst erfolgreiche junge Mann hat nämlich ein hoch dotiertes Angebot von einer renommierten Anwaltskanzlei bekommen, und ist sozusagen auf den Sprung vom Büro des öffentlichen Anklägers in eine Anwaltskarriere. Den Fall Crawford will er nur so im Vorbeigehen noch mitnehmen, um an der Liste seiner vielen Erfolge noch einen weiteren anzuheften. Doch er hat die Rechnung ohne Ted Crawford gemacht.

Crawford überrascht Beachum mit Charme und Humor, erweist sich als witziger und ganz lockerer Angeklagter, und besteht zu allem Überfluss auch noch darauf, sich selbst zu verteidigen. Da kann Beachum nur den Kopf schütteln: Ein klarer Mordfall, und der juristisch ungebildete Angeklagte will sich selbst verteidigen! Aber bitte, wenn er die Grube, in die er fallen wird, sich selbst graben will! Doch Beachum kennt Crawford nicht, er lässt sich von dessen angeblich so offener Art täuschen und läuft ihm prompt ins Messer. Unbeeindruckt lässt Crawford bei der Verhandlung alle Zeugen und Fachleute an sich vorbeiziehen, ohne einen von ihnen ins Kreuzverhör zu nehmen. Erst als Detective Rob Nunally im Zeugenstand sitzt, lässt er die Bombe platzen: Nunally war der Geliebte seiner Frau Jennifer! Nunally ist im Haus auf ihn losgegangen, Nunally hat ihn verhaftet, Nunally hat ihn verhört, und Nunally war bei der Formulierung und bei der Unterschrift des Geständnisses dabei, das er, Crawford, nur aus Angst gemacht hat! Damit ist das unterzeichnete Geständnis juristisch keinen Pfifferling mehr wert!

Beachum ist völlig fertig. Er war sich seiner Sache so sicher, dass er die Fakten gar nicht mehr überprüft hat. Arrogant und überheblich war er davon überzeugt, dass der erfolgreiche Abschluss des Falls und eine Verurteilung Crawfords nur eine Kleinigkeit wäre. Aber es kommt noch schlimmer: die Polizei teilt ihm mit, dass die Waffe, die Crawford abgenommen wurde, nicht die Tatwaffe ist! Aus dieser Waffe wurde kein Schuss abgefeuert! Und selbst wenn, würde die Merkmale nicht mit den gefundenen Patronen übereinstimmen! Beachum ordnet an, Crawfords Haus noch ein zweites Mal, und dann ein drittes Mal gründlich zu durchsuchen. Kein Ergebnis. Die Tatwaffe bleibt verschwunden. Beachum überprüft noch mal alle Bewegungen Crawfords, lässt sich noch einmal alle Überwachungsvideos vorspielen. Aber es ändert sich nichts, die Tatwaffe ist und bleibt verschwunden, und Crawford hatte nach Eintritt von Nunally in sein Haus keine Gelegenheit, sie irgendwo zu verstecken oder außer Haus zu bringen.

Allmählich spricht sich dieses Desaster herum, und Beachum sieht seinen lukrativen neuen Job in ernsthafter Gefahr. Sein Chef Lubruto bietet ihm an, den Fall einfach jemand anderem zu übergeben, schließlich sei er ja sowieso schon auf dem Sprung. Aber Beachum will diese Schmach nicht auf sich sitzen lassen. Doch ohne Tatwaffe und ohne Geständnis gibt es keinen Fall, und als Crawford bei der nächsten Verhandlung seine Entlassung aus dem Polizeigewahrsam fordert, muss Beachum dem zustimmen. Aber Beachum gibt nicht auf, er will das Rätsel der verschwundenen Tatwaffe unbedingt lösen, er will Crawford überführen. Doch er tappt im Dunkeln – bis Crawford in seiner Überheblichkeit, jetzt unantastbar zu sein, einen entscheidenden Fehler macht.

Kritik

So muss ein Thriller sein! Bei dem Film "Das perfekte Verbrechen" stimmt einfach alles. Grandiose Schauspieler, wobei Ryan Gosling ein absolut ebenbürtiger Partner für den wunderbaren Anthony Hopkins ist, eine großartige, logische und bis ins kleinste Detail perfekt durchdachte Story, ein vortrefflicher Regisseur, der keine Zeit auf irgendwelche ablenkenden Mätzchen verschwendet, und dazu eine ebenso angenehme wie beeindruckende Musik. Der Fall ist verzwickt, aber wenn man von Anfang an aufpasst, kann man ihn auch selbst lösen. Und das ist es, was mir an Thrillern gefällt. Wenn in der Geschichte plötzlich fünf Minuten vor Ende eine ganz neue Figur eingeführt wird, die dann für alles verantwortlich ist, finde ich das immer ziemlich albern. Für mich bedeutet das, dass dem Autor einfach die Ideen ausgegangen sind. Aber hier passt einfach alles.
Und es ist einfach eine wahre Freude, Anthony Hopkins bei der Verkörperung dieses Ted Crawford zuzusehen. Der wohldosierte Charme, den er auf Knopfdruck verströmt, der perfekt getimte Humor, die ausgeklügelte Jovialität – und nur manchmal zeigen seine blauen Augen und seine Miene die Eiseskälte und Rachsucht, die ihn antreibt. Der Mann ist für mich einfach der Beste, den es momentan gibt. Und Ryan Gosling beweist einmal mehr, das er absolut das Zeug hat, in die Fußstapfen großartiger Schauspieler wie Hopkins zu treten.

Fazit
Wenn sie mal wieder einen hervorragenden Thriller sehen wollen, bei dem einfach alles stimmt, dann dürfen Sie sich "Das perfekte Verbrechen" auf keinen Fall entgehen lassen. Unbedingt sehenswert!
Filmkritik: Julia Edenhofer
Wertung: 90 %


Original Filmtitel: Fracture
Land: USA
Jahr: 2007
Laufzeit ca.: 113
Genre: DramaKrimiThriller
Verleih: Warner Bros.
FSK-Freigabe ab: 12 Jahren

Kinostart: 17.05.2007
Heimkino: 23.11.2007

Regie: Gregory Hoblit
Drehbuch: Daniel Pyne • Glenn Gers

Schauspieler: Anthony Hopkins (Ted Crawford) • Ryan Gosling (Willy Beachum) • David Strathairn (DA Joe Lobruto) • Rosamund Pike (Nikki Gardner) • Embeth Davidtz (Jennifer Crawford) • Billy Burke (Lt. Rob Nunally) • Cliff Curtis (Detective Flores) • Fiona Shaw (Judge Robinson) • Bob Gunton (Richter Gardner) • Josh Stamberg (Norman Foster) • Xander Berkeley (Richter Moran) • Zoe Kazan (Mona)

Produktion: Charles Weinstock
Szenenbild: Paul Eads
Kostümbild: Elisabetta Beraldo
Maskenbild: Cynthia Barr • Jane English • Susan Germaine • Charlotte Parker • Christina Smith
Kamera: Kramer Morgenthau
Musik: Jeff Danna • Mychael Danna
Schnitt: David Rosenbloom


Bild: Warner Bros.

2 customer reviews

sehr gut
17.05.07
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befriedigend
17.05.07
Deine Bewertung
Nicht schlecht. Aber im Gegensatz zu Julia bin ich weniger befangen, weil ich nicht vor Anthony Hopkins niederknie. Für mich ist der Krimi zu kühl und hält einer logischen Betrachtung nicht ganz stand.
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