Der beste Film aller Zeiten

Kinoplakat Der beste Film aller Zeiten

Die Komödie nimmt die Vorbereitungen zu einem Filmdreh aufs Korn. Die Proben geraten zur Belastungsprobe, weil die Stars Allüren haben und die Regisseurin einen modernen Film mit modernen Mitteln inszenieren möchte. Der Arbeitstitel "Rivalen" steht nicht nur für den geplanten Film. Prominent besetzt mit Penélope Cruz und Antonio Banderas.

Ein achtzigjähriger Pharma-Unternehmer möchte der Welt ein Erbe hinterlassen. Etwas, das fest mit seinem Namen verbunden und nicht negativ besetzt ist (wie sein Image). Eine Brücke mit seinem Namen zum Beispiel oder ein Film. Schnell sind vom Sekretär die Rechte an der Verfilmung eines Bestsellers gekauft (leider zu teuer). Dann wird die erfolgreichste Regisseurin des Landes verpflichtet. Die schlägt zwei Schauspieler für die Hauptrollen vor, die noch nie miteinander gearbeitet haben. Félix Rivero ist ein bekannter Filmschauspieler (der sich als Latino verkauft). Iván Torres ist ein bekannter Bühnenschauspieler (der sich selbst überschätzt). In den Figuren der Männer treffen Kunst und Kommerz, Filmschauspiel und Theaterschauspiel aufeinander, blicken verächtlich aufeinander herab. Dementsprechend werden die Vorbereitungen für den Dreh zur Herausforderung, denn die Männer teilen Seitenhiebe aus und die lesbische Regisseurin Lola Cuevas bringt die Darsteller ihres Films an Belastungsgrenzen. Am Ende entsteht ein Film, an dessen Dreharbeiten der Zuschauer nicht teilhat, dessen Ende ihn jedoch überraschen soll.

Kritik

Die Komödie unterhält nicht mit den (lustigen) Dreharbeiten zum Film. Der Zuschauer ist der unsichtbare Dritte während der neuntägigen Proben. Dieses Vorgehen ist für Kreative vom Fach wahrscheinlich lustig, weil es Mechanismen und Allüren persifliert – für das breite Publikum wird der Film wahrscheinlich weniger lustig sein.

In zu oft überlangen Szenen ist der Film bemüht zu entlarven. Da haben die Schauspieler Marotten und Empfindlichkeiten, wollen nicht alles geben bei den Proben oder kommen absichtlich verspätet, weil ihr Ego gekränkt ist. Außerdem müssen die Schauspieler absurde Improvisationen überstehen. In einer Einstellung müssen die Männer unter einem Felsbrocken sitzen, den ein Kran hält. So möchte die Regisseurin ihnen ein spezielles Gefühl vermitteln. Der Kritiker dachte sofort, dass der Fels aus Styropor ist. Na ja, fast. Der Fels ist aus Pappe. So wie diese Szene sind viele vorhersehbar. Weitere Beispiele sollen ungenannt bleiben, um die Spannung nicht zu verderben. Insgesamt ist es so, dass der Film den Kritiker nicht überraschen konnte.

Die stark visuelle Sprache gefällt, kann aber nicht vertuschen, dass wahrscheinlich mit wenig Budget gearbeitet worden ist. Die Mehrzahl der Takes sind Innenaufnahmen, ohne ein Kammerspiel zu ergeben. Die Konzentration auf drei Hauptrollen (Penélope Cruz (Lola Cuevas), Antonio Banderas (Félix Rivero) und Oscar Martínez (Iván Torres)) hat ebenfalls das Budget geschont.
Enttäuschend ist die vordergründige Filmsprache. Die Figuren reden unablässig. Allerdings vergessen die Regisseure, dass vor laufender Kamera sprechende Menschen nicht zwangsläufig etwas transportieren. Schade auch, dass dem Film eine tiefere Ebene fehlt. Die drei Hauptrollen bleiben oberflächliche Klischees, haben außerhalb der Proben kein erwähnenswertes Leben. Lola ist lesbisch, ohne dass dieser Umstand zum Film beiträgt. Auch ohne Auswirkung: Die Tochter des Hauptsponsoren bekommt eine Rolle im Film. Dieses und weitere Elemente bleiben ohne Konsequenz oder Abschluss. Insgesamt ist der Biss ist zu zahm. Die Handlung setzt weder Höhepunkte noch Tiefpunkte, geht gleichförmig dahin und lässt Bandbreite vermissen.

Fazit
"Der beste Film aller Zeiten" ist kein ausgereiftes Handwerk, denn für eine Komödie fehlt der Biss, für ein Drama der Tiefgang. Zudem ist der Film zu lang. Wiederholt bleiben Szenen inhaltlich leer; etwa die Tanzszenen oder die am Boden liegende Penelope Cruz, die in ein Staubsaugerrohr spricht und sich selbst zuhört. Diese Einstellungen erwecken den Eindruck, dass die Idee, Selbstzweck zu entlarven, ebensolcher bleibt.
Den Kritiker hat die Handlung nicht berührt. Die Führung der Schauspielenden ist zu vernachlässigen. Penélope Cruz gelingt es, ihrer Rolle Facetten abzugewinnen, Antonio Banderas und Oscar Martínez leider kaum. Alles in allem ist der Film um vieles bemüht.
Filmkritik: Thomas Maiwald
Wertung: 50 %


Original Filmtitel: Competencia Oficial
Land: Spanien
Jahr: 2019
Laufzeit ca.: 114
Genre: Komödie
Verleih: Studiocanal
FSK-Freigabe ab: 12 Jahren

Kinostart: 30.06.2022

Regie: Gastón Duprat • Mariano Cohn • Martín Bustos
Drehbuch: Andrés Duprat • Gastón Duprat • Mariano Cohn

Schauspieler: Penélope Cruz (Lola Cuevas) • Antonio Banderas (Félix Rivero) • Oscar Martínez (Iván Torres) • José Luis Gómez (Humberto Suárez) • Manolo Solo (Matías) • Nagore Aramburu (Julia) • Irene Escolar (Diana Suárez) • Pilar Castro (Violeta) • Koldo Olabarri (Darío) • Juan Grandinetti (Ariel) • Jean Dominikowski (Selbstverteidigungstrainer) • Amanda Goldsmith (Félix' Freundin)

Produktion: Jaume Roures
Szenenbild: Alain Bainée
Kostümbild: Wanda Morales
Maskenbild: Eli Adanez • Sergio Pérez • Pablo Iglesias • Mariló Osuna • Mamen Peña
Kamera: Arnau Valls Colomer
Musik: Judith Jáuregui • Edu Cruz
Schnitt: Alberto Del Campo


Bild: Studiocanal

1 customer review

Befriedigend
09.05.22
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