Der Ja-Sager

Kinoplakat Der Ja-Sager

Wenn Jim Carrey in die Rolle des Clowns schlüpft, dann erwarte ich einen Film, bei dem ich herzlich lachen kann. Eine Parodie auf Motivations-Training bringt die besten Voraussetzungen mit.

Carl (Jim Carrey) hat seit der Trennung von seiner Frau die Lust am Leben verloren und sich angewöhnt zunächst immer nein zu sagen. Vielleicht hängt es auch mit der Arbeitsstelle in der Bank zusammen, denn Carl ist Sachbearbeiter für Kleinkredite und muss beruflich oft nein sagen. Eigentlich spielt es auch keine Rolle, weshalb er immerzu nein sagt. Fakt ist, dass er sich eingeigelt hat und selbst seine besten Freunde zum Verzweifeln bringt.

Als er eines Tages einen alten Bekannten trifft, wendet sich das Blatt. Carl besucht einen Motivations-Workshop und lernt, statt nein nun immer ja zu sagen, denn Ja ist das neue Nein! Noch etwas skeptisch beginnt er mit dem Üben noch am selben Abend und chauffiert einen Penner zu seiner Schlafstätte im Park. Leider geht ihm dabei das Benzin aus und es scheint der Beweis zu sein, dass Ja-Sagen doch nicht die Lösung ist. Doch dann trifft er an der Tankstelle die bezaubernde Allison (Zooey Deschanel). Und in Carl beginnt ein Hoffnungsschimmer zu glimmen. Vielleicht ist das Ja-Sagen doch die Lösung? Sein nächstes Abenteuer besteht in der Erfahrung sexueller Freuden mit der Rentnerin von nebenan. Es folgen Flugstunden, Gitarrenunterricht und das Erlernen der koreanischen Sprache. Selbst in seinem Job klettert er die Karriereleiter hinauf, weil er einfach allen Antragstellern einen Kleinkredit gewährt und dies der Bank bis dahin unbekannte Gewinne einbringt.
Doch dann kommt der Tag, der die Vorzeichen umkehrt. Plötzlich geht alles schief. Er wird verhaftet, Allison ist sauer und und und. Was ist schiefgegangen? Liegt die Lösung vielleicht doch nicht darin immer nur ja zu sagen?

Kritik

Die Idee, eine Parodie auf Motivationstraining zu drehen, gefällt mir. Ich erinnere mich noch gut an das erste Buch über persönliche Motivation, das mir mein Vater schenkte. Sein Bestreben lag weniger darin, mir etwas Gutes zu tun, als vielmehr ein billiges Geburtstagsgeschenk zu haben, denn das Buch gab es auf dem Wühltisch. Aber nicht deshalb habe ich eine gesunde Skepsis gegenüber Programmen entwickelt, die einen lehren wollen "Geld und Wohlstand anzuziehen" oder "Harmonie in der Partnerschaft durch Meditation" zu erlangen. Zu oft besteht die Grundaussage einfach darin, das Unerwünschte zu verdrängen und in durch Verdrängung glücklich zu werden. So ergeht es auch Jim Carrey als Carl. Er blendet aus, was er nicht mehr sehen will - und fällt damit gehörig auf den Allerwertesten. Seine Lehre: Ja-Sagen zum Leben, aber nicht als Standardantwort, denn Ja ist nicht die Universallösung.

Dieses Fazit klingt sehr einfach und so gibt sich auch die Handlung. Zunächst läuft alles glatt, dann geht alles schief und am Ende steht die Erkenntnis, dass die goldene Mitte der richtige Weg ist. Eine Story über die man keine fünf Minuten nachdenken muss beziehungsweise kann. Gefallen hat mir daran eigentlich nur, dass die Handlungsfäden, die zunächst nur locker laufen, am Ende alle wieder zusammenführen sowie das Zusammenspiel von Carl und seinem Vorgesetzten in der Bank.
Zu den Darstellern gibt es wenig zu sagen. Jim Carrey zieht das bekannte Register an Grimassen und benimmt sich ausgesprochen albern und naiv. Wer das noch nicht gesehen hat oder sich nicht daran sattsehen kann, findet darin einen Grund ins Kino zu gehen. Ansonsten ist der Film nur zu empfehlen, wenn sehr leichte Unterhaltung gewünscht wird.
Filmkritik: Thomas Maiwald
Wertung: 50 %


Original Filmtitel: Yes Man
Land: USA
Jahr: 2008
Laufzeit ca.: 104
Genre: Komödie
Verleih: Warner Bros.
FSK-Freigabe ab: 6 Jahren

Kinostart: 19.02.2009
Heimkino: 03.07.2009

Regie: Peyton Reed
Drehbuch: Nicholas Stoller • Jarrad Paul • Andrew Mogel

Schauspieler: Jim Carrey (Carl) • Zooey Deschanel (Allison) • Bradley Cooper (Peter) • John Michael Higgins (Nick) • Rhys Darby (Norman) • Danny Masterson (Rooney) • Fionnula Flanagan (Tillie) • Terence Stamp (Terrence) • Sasha Alexander (Lucy) • Molly Sims (Stephanie) • Brent Briscoe (Obdachloser) • Rocky Carroll (Wes)

Produktion: David Heyman • Richard D. Zanuck
Szenenbild: Andrew Laws
Kostümbild: Mark Bridges
Maskenbild: Karen Blynder
Kamera: Robert Yeoman
Musik: Mark Oliver Everett • Lyle Workman
Schnitt: Craig Alpert


Bild: Warner Bros.

1 customer review

befriedigend
19.02.09
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