Der Nachname

Kinoplakat Der Nachname

In der Fortsetzung des Vornamens nimmt die Handlung Familienstrukturen aufs Korn. Frei nach dem Motto: Alles, was du sagst, kann gegen dich verwendet werden. Die Enge der Wohnung des ersten Teils weicht der Weite der Insel Lanzarote und der Schlagabtausch einem lauen Austausch.

Die Kinder von Dorothea Böttcher nebst Partnerin beziehungsweise Partner sind nach Lanzarote eingeladen worden. Dort wollen Dorothea und ihr Partner René ihnen etwas Überraschendes mitteilen. Die Gäste im Film tun überrascht, obwohl es niemanden überraschen sollte, dass das Paar geheiratet hat. René hat den Weinbau übernommen, dessen Grundstein bereits Dorotheas erster Ehemann gelegt hat. Das sorgt bei den Kindern für Verstimmung, weil sie meinen, René hat sich ins gemachte Nest gesetzt. Der sieht die Sache anders. Auch bei Elisabeth und Stephan hängt der Haussegen schief. Wozu beide beitragen. Nicht besser ist die Lage bei Anna und Thomas. In allen Beziehungen hakt es, was Dorothea durchschaut.

Kritik

Die Fortsetzung des Vornamens setzt anfangs auf eine thematische Weiterführung des Themas, indem um den Nachnamen gestritten wird. Darf eine Frau im vorgerückten Alter noch einmal den Nachnamen ändern? Mutter Dorothea sieht das ganz entspannt und hat bereits Tatsachen geschaffen. Schnell schwenkt das Thema auf die Beziehungs- und Gruppendynamik. Unter dem Einfluss von Wein oder Haschkeksen werden kleine Geheimnisse ausgetauscht und am Folgetag als Waffe verwendet. Das ist so naheliegend wie denkbar, ersparte dem Drehbuchautor wohl auch längeres Nachdenken. Die Streitgespräche verlaufen nämlich nicht geschliffen ab, sondern vorhersehbar und sind fürs Publikum nicht übermäßig spannend oder humorvoll. Es steht zu vermuten, dass der Mangel an Esprit auch darin begründet liegt, dass, anders beim Vornamen, es kein französisches Vorbild gab. Darum bietet der Nachname nur deutsche Hausmannskost. Oder wohlwollend gesprochen eine sehr gefällige Fernseh-Komödie zu Alltagsthemen.

Viel kreative Arbeit wurde hier nicht geleistet. Die Menschen kommen im Haus oder im Restaurant zum Essen zusammen. Sie trinken dabei auffällig viel Wein und essen Fleisch. Justus von Dohnányi gestaltet seine Rolle, der Rest der Crew tendenziell weniger. Wie in der Folge einer Fernsehserie begnügen sich die Kreativen damit, ihren Text abzuliefern. Das ist fürs Publikum eine Enttäuschung, weil belanglose Streitigkeiten ohne Herzblut präsentiert werden.

Fazit
Die Fortsetzung einer mäßig spaßigen Komödie schaltet einen Gang runter und spult eine alltägliche Erzählung über familiäre Querelen ab. Im Fernsehprogramm denkbar.
Filmkritik: Thomas Maiwald
Wertung: 50 %


Alternativtitel: Der Nachname – Familienurlaub ist kein Urlaub • Family Affairs
Land: Deutschland
Jahr: 2021
Laufzeit ca.: 87
Genre: Komödie
Verleih: Constantin Film
FSK-Freigabe ab: 0 Jahren

Kinostart: 20.10.2022

Regie: Sönke Wortmann
Drehbuch: Claudius Pläging

Schauspieler: Iris Berben (Dorothea König) • Christoph Maria Herbst (Stephan Berger) • Florian David Fitz (Thomas Böttcher) • Caroline Peters (Elisabeth Berger-Böttcher) • Justus von Dohnányi (René König) • Janina Uhse (Anna Wittmann) • Elena Sancho (Lucia)

Produktion: Tom Spieß • Christoph Müller
Szenenbild: Cordula Jedamski
Kostümbild: Anke Winckler
Maskenbild: Diana Koeberlin • Mirjam Himmelsberger • Tanja Drewitz
Kamera: Jo Heim
Ton: Sylvain Rémy
Musik: Helmut Zerlett
Schnitt: Martin Wolf


Bild: Constantin Film

1 customer review

Befriedigend
19.10.22
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