Unter den vielen Meeresbewohnern ist der junge Regenbogenfisch, der besonders stolz ist auf seine Glitzerschuppen. Jeden Tag betrachtet er sie im Spiegel und ist ganz verliebt in sein Spiegelbild.
Dabei übersieht er, wichtige Dinge zu vernachlässigen. Das wird ihm vor Augen geführt, als eine seiner Glitzerschuppen abhandenkommt. Rasch geht er auf die Suche nach der verlorenen Schuppe und wird dabei vom Kleinen Blauen begleitet. Anfangs findet der Regenbogenfisch den Begleiter lästig, denn ihm ist nicht bewusst, wie hilfreich Freunde sind. Doch dann tauchen die Zwei in die Tiefsee ab. Dort soll es ganz schreckliche Ungeheuer geben. Und denen begegnet man besser nicht allein.
Kritik
Der Kinofilm basiert auf den gleichnamigen Kinderbüchern des Autors Marcus Pfister. Umgesetzt hat ihn die "Augsburger Puppenkiste", die für den Film eigene Marionetten kreierte. Das Ergebnis ist rund und versprüht einen eigenen Charme. Für kleine Kinder sind Handlung und Laufzeit zu empfehlen.
Als Familienfilm lässt es "Der Regenbogenfisch" an Komplexität fehlen. Die Figuren entwickeln keine Charaktere. Der Regenbogenfisch ist selbstverliebt. Der Wal Wal-Traut ist eine imposante Erscheinung, der Kleine Blaue ist hilfreich und Humbrecht erzählt Humbug. Auch die Entwicklung, die die Figuren während des Abenteuers durchlaufen, spricht kleine Kinder an. Die Figuren lernen, dass es Vorurteile gibt, die hinterfragt werden sollten. Freunde sind wertvoller als Glitzerschuppen. Zwischendurch spielen sie Verstecken und rutschen eine lange Rutsche hinab.
Insgesamt sind es kindgerechte Themen, die viele Kinderfilme aufgreifen. Allerdings hätte etwas mehr Vertiefung und Ausbau aus dem Kinderfilm einen Familienfilm gemacht. Auffällig auch, dass einige Figuren kaum in die Erzählung eingebunden werden. Da schaut kurzfristig eine Schnecke ins Bild, die keine Sprechrolle bekommt. Die spanische Tänzerin setzt nur zum Tanz an und bleibt eine Statistin.
Viele Wortspiele werden kleine Kinder nicht verstehen. So heißt der Haifisch Hai-Five-Hainer, sagt gerne "Hi" zur Begrüßung und fordert die anderen zu Highfive auf. Ebenso den Witz mit dem Fisch Chillerlocke. Den Schalk, dass Hella von Sinnen der Walin ihre Stimme leiht, verstehen nur Ältere oder Erwachsene, die wohl eher den Kleinen zuliebe zuschauen. Vielleicht ist das der Versuch, eine breite Zielgruppe anzusprechen. Sollte dem so sein, ist die Idee schlecht umgesetzt, weil die Handlung zu sehr auf kleine Kinder zugeschnitten ist, als dass sie ältere Kinder oder Erwachsene anspricht. Nicht gelungen sind die Wiederholungen der Wortspiele.
Eigenartig ist, dass der Seestern vom Felsen fällt, wenn er nicht aufpasst, und einer der Fische gerne untergeht. Zudem werden die Fische "nass und nasser". Der Oktopus merkt an, drei Herzen zu haben. Das stimmt. Genau genommen hat er jedoch neun Gehirne. Die Sprecherinnen und Sprecher leisten gute Arbeit, Gesangstalent ist nicht jedem in die Wiege gelegt, die Gesangseinlagen schwingen sich nicht zu Ohrwürmern auf.
Punkten kann der Kinderfilm mit seinem Charme der Handarbeit. Die Fische sind ständig in Bewegung und erwecken den Eindruck einer lebendigen Unterwasserwelt. Darin ist leises Plätschern zu hören und das Licht spielt an Steinen.
Fazit
Beim Schauen werden Kindheitserinnerungen wach. Vielleicht waren die Geschichten damals tatsächlich ausgefeilter. Vielleicht ist es auch nostalgische Verklärung. "Der Regenbogenfisch" ist ein kurzes Vergnügen, bei dem die Ausarbeitung leider hinter ihren Möglichkeiten zurücksteckt.
Filmkritik: Thomas Maiwald
Wertung: 60 %
Land: Deutschland • Schweiz
Jahr: 2026
Laufzeit ca.: 68
Genre: Abenteuer • Familie
Verleih: Studiocanal
FSK-Freigabe ab: 0 Jahren
Kinostart: 05.11.2026
Regie: Florian Moch
Drehbuch: Florian Moch
Schauspieler: Jannik Schümann (Regenbogenfisch) • Luna Wedler (Kleiner Blauer) • Mechthild Großmann (Oktopus) • Bjarne Mädel (Grummel-Grusel) • Oliver Kalkofe (Humbrecht) • Patrick Bach (Hysteriko) • Andrea Sawatzki (Giftqualle) • Bela B Felsenheimer (Hai-Five-Hainer) • Hella von Sinnen (Wal-Traut) • Michael Brandner (Zacke) • Sabine Bohlmann (Leuchtkalmar und Seestern) • Tom Böttcher (Chillerlocke) • Carolin Sophie Göbel (Tollpatschi) • Gerd Meyer (Dumbokrake) • Sandra Schwittau (Spanische Tänzerin) • Tobias Krell (Algenbacke)
Produktion: Uli Putz • Jakob Claussen
Szenenbild: Christoph Kanter • Tanja Erdmann
Kamera: Matthias Fleischer
Musik: Helmut Zerlett
Schnitt: Wolfgang Weigl
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Bild: Studiocanal
