Der rosarote Panther

Kinoplakat rosarote Panther

In der Verfilmung des Jahres 2006 schlüpft Steve Martin in die Rolle des glücklosen Ermittlers Clouseau.

Steve Martin übernimmt die Rolle des trotteligen Ermittlers, bleibt ansonsten seiner gewohnten Spielweise treu. Auch die restlichen Vorgaben wurden derartig stark abgeändert, dass fast nur noch der Name ans Original erinnert. Nach der Eröffnung durch das unverkennbare Thema von Henry Mancini nimmt die stark modernisierte Handlung ihren Lauf: Wieder wird der berühmte Diamant gestohlen, der sich zuletzt im Besitz eines bekannten Fußballtrainers befand.
Nach dessen Hinscheiden - heimtückisch durch einen Giftpfeil - erhofft sich der bis dato glücklose Chefinspektor Dreyfus (Kevin Kline), den lang ersehnten Karrieresprung. Sein Kalkül: Er setzt den trotteligen Gendarm Clouseau (Steve Martin) auf den Fall an. Der soll die Ermittlungen vermasseln, damit der Chefinspektor am Ende triumphal den Fall lösen kann. Gesagt getan: Clouseau wird nach Paris beordert, zum Inspektor befördert und bekommt den Gendarm Ponton (Jean Reno) als Assistenten zugeteilt. Der soll Dreyfus regelmäßig Bericht erstatten, ist dann aber seinem Chef gegenüber loyaler als dem berechnenden Dreyfus. Die Ermittlungen führen Clouseau und Ponton dann auch eher zufällig ans Ziel. Von Frankreich bis nach Amerika verfolgen sie die Hauptverdächtige, die Ex-Verlobte des Opfers (Beyonce Knowles). Deshalb absolviert der überaus engagierte, aber ebenso glücklose Clouseau sogar ein Sprachtraining.

Kritik

Steve Martin, der auch das Drehbuch zum Film schrieb, hat sich die Rolle des Clouseau auf den Leib geschrieben. Wie jüngst in "Im Dutzend billiger 2" besteht seine Darstellung hauptsächlich aus Grimassenschneiderei. Dazu mischt das Drehbuch etwas Slapstick sowie eine große Portion Humor der groben Gangart. Mit anderen Worten: Wer's am Kinoabend einfach mag und sich einfach nur unterhalten lassen möchte, kommt durchaus auf seine Kosten.
Freunde des leisen oder durchdachten Humors werden mit dem Film wahrscheinlich nicht glücklich werden. Szenen, wie die, in der Clouseau ein Auto einparkt, und dabei die bereits geparkten Autos zu Klump fährt, wirken doch etwas gewollt - ebenso wie der unvermeidbare Furzwitz. Einen Großteil der gelungenen Komik bezieht der Film aus dem gesprochenen Dialekt. Steve Martin und Kevin Kline sprechen dazu ein sehr manieriertes Englisch mit stark französischem Akzent. Ich finde das witzig - doch steht zu befürchten, dass die deutsche Synchronfassung diese Komik zunichtemachen wird. Wer kann, sollte also die Originalfassung ansehen.
Das anvisierte Zielpublikum ist jung - was nicht zuletzt die Besetzung von Beyonce Knowles als Sängerin beweist. Ihre hauptsächliche Aufgabe tief dekolletiert anwesend zu sein, hat sie erwartungsgemäß gut ausgefüllt. Steve Martin steht das kleine Bärtchen gut, ansonsten gibt es zu ihm nicht viel zu sagen. Er macht halt, was er in der Regel so macht: Ein wenig schwerfällig schauen und viel Gesichtsakrobatik bieten. An seiner Seite agiert Jean Reno mit stoischer Ruhe. Kevin Kline wiederum überzeugt in seiner komischen Rolle als gequälter Chefinspektor.

Fazit
Der Slapstick, den Peter Sellers im Original bot, fehlt fast gänzlich. Fans der Vorlage könnten enttäuscht werden. Die Neuverfilmung schlägt eine ganz andere Richtung ein und ist ein typischer Steve-Martin-Film - was wiederum dessen Fans erfreut.
Filmkritik: Thomas Maiwald
Wertung: 50 %


Original Filmtitel: Pink Panther
Land: USA
Jahr: 2006
Laufzeit ca.: 93
Genre: KomödieKrimi
Verleih: 20th Century Fox
FSK-Freigabe ab: 6 Jahren

Kinostart: 09.03.2006
Heimkino: 12.09.2006

Regie: Shawn Levy
Drehbuch: Len Blum • Steve Martin • Michael Saltzman

Schauspieler: Steve Martin (Inspector Jacques Clouseau) • Kevin Kline (Chief Inspector Dreyfus) • Jean Reno (Gilbert Ponton) • Emily Mortimer (Nicole) • Henry Czerny (Yuri) • Beyoncé Knowles (Xania) • Kristin Chenoweth (Cherie) • Roger Rees (Raymond Larocque) • Philip Goodwin (Renard) • Henri Garcin (Präsident) • William Abadie (Bizu) • Daniel Sauli (Produzent) • Jean Dell (Minister) • Anna Katarina (Corbeille) • Nick Toren (Savard) • Sally Leung Bayer (Yu) • Charlotte Maier (Sprechtrainerin) • Stéphane Boucher (Agent) • Radu Spinghel (Hadu) • Scott Adkins (Jacquard)

Produktion: Robert Simonds
Szenenbild: Lilly Kilvert
Kostümbild: Joseph G. Aulisi
Maskenbild: LuAnn Claps
Kamera: Jonathan Brown
Musik: Christophe Beck
Schnitt: George Folsey Jr. • Brad Wilhite


Bild: 20th Century Fox

1 customer review

befriedigend
09.03.06
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