Hollywood Cops

Kinoplakat Hollywood Cops

Die Cops in Hollywood haben es nicht leicht. Mit "Dark Blue" zeichnete Regisseur Ron Shelton die extreme Härte des Dienstes nach. Im aktuellen Film malt er ein anderes Bild: Polizisten wie du und ich. Joe Gavilan hat Geldsorgen. Mehrere Scheidungen und Alimente fressen seinen Lohn auf. Folglich arbeitet er neben dem eigentlichen Beruf noch als Immobilienmakler. Seinem jungen Partner K.C. Calden ergeht es nicht viel besser. Er bessert seine Brötchen durch Yoga-Unterricht auf.

Die ungleichen Cops klären gerade den Fall einer ermordeten Rap-Band auf, die kurz vor ihrem Durchbruch stand. Ganz nebenbei laborieren sie an diversen Themen: K.C. (Josh Hartnett) wäre gerne Schauspieler, hat den Durchbruch aber noch vor sich. Joe (Harrison Ford) ist auf der Suche nach einer neuen Beziehung und hat sich ausgerechnet die Ex-Frau eines missgünstigen Kollegen geangelt. Dieser sucht seine persönliche Rache zu stillen, indem er Joe fertig macht. Mangels handfester Beweise klappt das bis zum Filmende nicht. Kein Wunder, denn Joe ist zwar ein alter Haudegen, doch mit allen Wassern gewaschen und ehrlich. Er macht keine krummen Dinger, sondern versucht Häuser an den Mann oder die Frau zu bringen, die keiner haben will. Seinen Kollegen hält er für schwul, weil der Schauspieler werden will. Natürlich ist K.C. es nicht und vernascht eine Frau nach der anderen - so viele, dass er sich die Namen nicht merken kann.

Damit die Geschichte etwas komplizierter wird, war K.Cs Vater ebenfalls ein Cop, den ein korrupter Partner ans Messer lieferte. Dieser Partner ist in den aktuellen Fall verwickelt, den die Kollegen ganz gemächlich lösen. Solides Handwerk ist gefragt. "Ganz entspannt im Hier und Jetzt", sagt nicht nur der Yoga-Lehrer, sondern es ist das Motto des Films. Ganz entspannt gehen die Cops an die Arbeit. Sie recherchieren mal hier ein wenig und dort ein wenig. Als es die beiden entspannten Cops dann schaffen auf die richtige Fährte zu gelangen, gibt es eine super heftige, super lustige Verfolgungsjagd, bei der nicht nur Autos eingesetzt werden.

Kritik

"Hollywood Cops" ist ein solider, sauberer Film. Keine Furzwitze, keine überflüssigen Schießereien, nur die notwendigsten Verfolgungsjagden, sparsame Kraftausdrücke. Ein schöner Film für alle Zuschauer, die nicht mehr so viel Aufregung verkraften. Nur das dramatische Ende passt nicht zum Rest. Plötzlich dreht der Film auf, nachdem er ruhig dahingegangen war. Der Humor ist großenteils so sauber, dass er gar nicht mehr witzig ist: Der Cop auf einem Kinderfahrrad. Einer als Yoga-Lehrer. Ein Flüchtender in einem Tretboot und ein Fluss voller Entenkacke.

Irgendwie bietet er von Vielem ein bisschen. Ein wenig Lovestory, ein wenig Rache, dazu noch versuchte Esoterik-Witzeleien. Nur ergibt von allem ein bisschen nicht zwangsläufig ein Ganzes. Der Running Gag, der stetig klingelnden Handys, kommt nur in einer Verhör-Szene wirklich zum Tragen, in die der Regisseur noch einige Yoga-Verrenkungen eingebaut hat. Aus der eigentlich guten Idee, wird ein mäßiger Gag, denn statt sich auf Joe zu konzentrieren, springt der Film zwischen den zwei Hauptdarstellern. Joe telefoniert wild, während K.C. sich durch Yoga-Übungen zentriert. Die Vermischung der beiden Szenen lässt weder das eine noch das andere witzig erscheinen. Das ist symptomatisch für den Film: es fehlt die Klarheit.
Handlungsstränge werden bis zur Langeweile zerdehnt. Der reiche Produzent muss für beide Cops als Opfer herhalten. Joe dient sich ihm als Makler an, weil er seine Villa verkaufen will; während K.C. hofft, entdeckt zu werden. Der Witz an der Sache - es ist keiner. Es wirkt einfallslos, zumal der Kaufinteressent gleichzeitig der Besitzer des Clubs ist, in dem die Rap-Band erschossen wurde. Die Idee kann lauten: Wenige Personen ergeben einen übersichtlichen Film. Es kann auch als Einfallslosigkeit gedeutet werden.

Harrison Ford, sonst gerne der Haudegen, wirkt wie ein Löwe mit dritten Zähnen. Sein junger Kollege K.C. (Josh Hartnett) charakterisiert sich hauptsächlich durch seine eigenartige Frisur, die man durch eines dieser Hairstyling-Produkte erzeugt, in dessen Werbung die Leute immer so aussehen, wie kein Mensch in freier Wildbahn aussehen möchte.
Filmkritik: Thomas Maiwald
Wertung: 50 %


Original Filmtitel: Hollywood Homicide
Land: USA
Jahr: 2003
Laufzeit ca.: 111
Genre: ActionKomödieKrimi
Verleih: Columbia TriStar Film
FSK-Freigabe ab: 12 Jahren

Kinostart: 11.09.2003
Heimkino: 09.03.2004

Regie: Ron Shelton
Drehbuch: Robert Souza • Ron Shelton

Schauspieler: Harrison Ford (Joe Gavilan) • Josh Hartnett (K. C. Calden) • Lena Olin (Ruby) • Bruce Greenwood (Lt. Bennie Mack) • Isaiah Washington (Antoine Sartain) • Lolita Davidovich (Cleo Richard) • Keith David (Leon) • Master P (Julius Armas) • Dwight Yoakam (Leroy Wasley) • Martin Landau (Jerry Duran) • Gladis Knight (Olivia Robidoux) • Meredith Scott Lynn (I. A. Detective Jackson) • Tom Todoroff (I. A. Detective Zino) • James MacDonald (Danny Broome) • Lou Diamond Phillips (Wanda) • Kurupt (K-Ro) • Andre Benjamin (Silk) • Alan Dale (Commander Preston) • Clyde Kusatsu (Coroner Chung) • Eric Idle (Schauspieler) • Frank Sinatra jr. (Marty Wheeler) • Robert Wagner (als er selbst) • Johnny Grant (als er selbst) • Smokey Robinson (Taxifahrer)

Produktion: Lou Pitt • Ron Shelton
Szenenbild: James D. Bissell
Kostümbild: Bernie Pollack
Maskenbild: Dennis Liddiard
Kamera: Barry Peterson
Musik: Alex Wurman
Schnitt: Paul Seydor


Bild: Columbia TriStar Film

vorgeschlagen

Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.
Weitere Informationen Ok Ablehnen