Mabel ist von Kindesbeinen an eine überzeugte Naturschützerin. Als eines Tages die von ihr geliebte Lichtung einer Straße weichen soll, sieht sie rot. In ihrer Verzweiflung ist sie bereit, alles zu geben. Doch mit diesem Lösungsweg hat nicht einmal Mabel gerechnet.
Mabel ist ein Wildfang und überzeugte Tierschützerin. Letzteres liegt ihr mehr am Herzen als eine Ausbildung. Insbesondere als der regierende Bürgermeister eine Umgehungsstraße bauen lassen will, für die der See weichen soll, an dem Mabels Erinnerungen hängen. Bürgermeister Jerry scheint im Vorteil zu sein, denn die Tiere haben den See verlassen. Und wo es keine Tiere gibt, da muss auf den Umweltschutz keine Rücksicht genommen werden. Anders ausgedrückt: Gelänge es Mabel, die Tiere wieder anzusiedeln, müsste der Straßenbau gestoppt werden. Das Schlüsseltier im Projekt ist der Biber, denn wo der Biber einen See aufstaut, finden weitere Tiere ein Zuhause. Darum sucht Mabel nach einem Weg, einen Biber an den See zu locken. Dabei bekommt sie Hilfe von unerwarteter Seite. Doch auch jetzt noch droht das Projekt zu scheitern, weil Mabel ihr Temperament nur schwer zügeln kann.
Kritik
Im Kern ist "Hoppers" eine klassische Körpertausch-Geschichte, wie sie etwa "Bärenbrüder" erzählt. Im vorliegenden Fall sind die Vorzeichen moderner. Mabel hat eine indigene Großmutter, die ihr die Liebe zur Natur beibringt. Der Bürgermeister wohnt noch zu Hause mit seiner Mutter. Eine Frau gibt es in dessen Leben nicht. Technik spielt eine tragende Rolle, der Körpertausch findet nicht durch Magie, sondern durch Forschung statt. Mabel schlüpft also in die Rolle eines Tieres und erlebt die Tierwelt aus einer ungeahnten Perspektive. So gelten am See eigene Gesetze. Gegen die zu verstoßen, endet mit einer Audienz beim König.
Und derart wird die Geschichte bereits wieder konventionell. Mabel erkennt, dass sie mit gutem Willen etwas falsch macht. Eine Ausschmückung der Heldin bleibt die Produktion leider schuldig. Mabel ist eine Naturgewalt. Die Großmutter ist sanftmütig. Die Tiere leben in einer Hierarchie und erinnern, wie in einer Fabel, stark an Menschen. Es gibt unter anderem ein erstaunliches Machtstreben. Weiterhin fällt das Plädoyer für Umweltschutz positiv auf. Im Ergebnis ist die einfache Handlung enttäuschend. Zwei menschliche Figuren durchlaufen eine Läuterung, die Tiere lernen ebenfalls eine Lektion und helfen am Ende den Menschen, die ihnen doch Böses wollten.
Die Animation erreicht nicht die Qualität, die man von "Pixar" erwarten darf. Die Figuren und Landschaften sind simpel gestaltet. Fast so, als wäre "Hoppers" ein Film zwischendurch, der vor dem nächsten großen Projekt fertiggestellt wurde. Einen Tiefpunkt bilden die wütenden Tiere, die Zähne fletschen. Selbst Insekten bekommen plötzlich Haifischzähne. Auch die Idee mit den gekrönten Häuptern missfällt.
Erzählt wird die schlichte Mär mit viel Tempo, das nur teilweise die einfachen Strukturen zuzudecken vermag. Einzelne Witze, wie der mit der Raupe, die zum Schmetterling wird, oder der Spitzen-Predator gefallen.
Fazit
"Hoppers" fehlt es an Herzblut. Mabel ist keine Figur mit Facetten und wird nicht zur Sympathieträgerin. Das Motto während der Dreharbeiten könnte gelautet haben: Sicherheit hat Vorrang vor Experimenten. Schade, denn "Pixar" hat in der Vergangenheit stärkere Filme produziert.
Filmkritik: Thomas Maiwald
Wertung: 60 %
Jahr: 2026
Laufzeit ca.: 104
Genre: Abenteuer • Animation • Familie • Komödie • Science-Fiction
Verleih: Walt Disney
FSK-Freigabe ab: 6 Jahren
Kinostart: 05.03.2026
Regie: Daniel Chong
Drehbuch: Daniel Chong • Jesse Andrews • Jesse Andrews
Schauspieler: -
Produktion: Nicole Paradis Grindle
Musik: Mark Mothersbaugh
Schnitt: Axel Geddes
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Bild: Walt Disney
