Manhattan Queen

Kinoplakat Manhattan Queen

Jennifer Lopez bezeichnet ihren Film im Interview als Feel-Good Movie. Die Rolle der gestandenen Frau wurde für sie maßgeschneidert. Als Maya wagt sie den Neuanfang und bekommt alles, was Frau sich wünscht.

Maya (Jennifer Lopez) ist zu Recht sauer auf ihren Chef. Als Filialleiterin hat sie es geschafft mit unkonventionellen Methoden den Umsatz der Supermarkt-Filiale um 15 Prozent zu steigern. Sie wird jedoch nicht befördert, sondern bekommt einen neuen Vorgesetzten, der im Gegensatz zu ihr qualifiziert ist, weil er ein Studium vorweisen kann.

An ihrem Geburtstag äußert sie den Wunsch, dass Erfahrung und Können mehr wert sein sollen als ein Hochschulabschluss. Dieser Wunsch geht bald darauf auf Umwegen in Erfüllung. Der Sohn ihrer besten Freundin hat Mayas Lebenslauf in sozialen Netzwerken neu erfunden, inklusive Studium und Auftritten mit Prominenten. Der Schwindel eröffnet Maya die Chance bei einem großen Kosmetikkonzern als Produktentwicklerin anzufangen. Dort findet sie in Gestalt der Tochter des Inhabers eine Feindin. Die kann Maya nicht leiden und fordert sie zu einem Wettbewerb heraus. Dank ihrer praktischen Erfahrung geht Maya gleich ans Werk und findet in dem schicken Konzern Mitstreiter, deren Erfolge ebenfalls nicht anerkannt werden. Es ist Zeit, gemeinsam den anderen etwas zu beweisen.

Kritik

Der Film "Manhattan Queen" ist die moderne Variante des Märchens von Aschenputtel. Eine erfahrene Frau beweist, dass es möglich ist im Leben als Selfmadewoman erfolgreich zu sein. Durch die Einflechtung der Themen Kosmetik, beste Freundin und Mutterschaft zielt der Film direkt auf weibliches Publikum. So besteht die Lösung des Rätsels darin, dass Maya eine biologische Hautcreme erfindet, die Augencreme, Hautcreme und Sonnenschutz in einem Produkt bietet. Meines Wissens nach, gibt es bereits getönte Gesichtscremes, die einen Sonnenschutz bieten und absichtlich nicht als Augencreme deklariert sind, weil die Haut um die Augen dünner ist als die Haut im Rest des Gesichts und eine andere Pflege braucht. Aber ich bin ein Mann und kann mich täuschen.

Sicher bin ich mir in anderen Hinsichten. Etwa in der, dass die gestylte Perfektion der Handlung mich nicht anspricht. Jennifer Lopez transportiert Sympathie und ist stets bis in die Haarspitzen gepflegt. Sie steht gerne dekorativ im Bild; was durchaus an Schauspiel erinnert. Damit sie einen stärkeren Eindruck macht, stellt ihr die Produktion weniger attraktive Menschen zur Seite. Milo Ventimiglia ist der ihr treu ergebene Freund. Außerdem stellt er einen knackigen Körper zur Schau und signalisiert, dass Jennifer Lopez als Frau begehrenswert ist.
Leah Remini übernimmt die Rolle der besten Freundin und ist entweder absichtlich schlecht geschminkt oder sieht von Haus aus gestresst aus. Trotz ihrer Dauersprechrolle transportiert sie kaum Inhalte. Auch die neuen Kollegen in der Fabrik sind nur wenig mehr als bessere Statisten.
Ausgenommen davon ist Vanessa Hudgens, die stets wie ein Model auftritt und im Film eine seltsame Rolle spielt. Weder verstehe ich ihr Sehnen nach einer leiblichen Mutter, noch warum sie das auf Jennifer Lopez projiziert, die nichts Mütterliches ausstrahlt.

Fraglich bleibt, warum dem Plot die klare Linie fehlt? Zunächst scheint die Hauptdarstellerin Karriere zu machen, weil sie in der Praxis mehr Fähigkeiten erworben hat, als ein Studium vermitteln kann. Doch das ist plötzlich eine Finte, denn die Geschichte ist eine andere. Jennifer Lopez überlässt den Kollegen die Entwicklung der Hautcreme, während sie ein persönliches Problem entknotet.
Sie geht ihren Weg, weil das Leben sie patent gemacht hat, kehrt in ihr altes Leben zurück, gründet mit den Freundinnen eine Dotcom und wird auf diesem Weg erfolgreich. Das ist als Ende hingebogen und im Übermaß politisch korrekt. Besser gefiele mir ein klassischer Plot, in dem das Aschenputtel den Prinzen heiratet, also den Firmenbesitzer. Der hat schließlich Qualitäten als Vater bewiesen.

Der Humor des Films spricht mich nicht an. Der Running Gag, dass Charlyne Yi Höhenangst hat und in einem Wolkenkratzer arbeitet, also nie aus dem Fenster sehen kann, ist ab der zweiten Wiederholung strapaziert. Der Seitenhieb gegen die Tierschutz-Organisation PETA ist schlecht in die Handlung eingebunden. Er kommt wahrscheinlich deshalb vor, weil PETA frühe Modekollektionen von Jennifer Lopez anprangerte, da die Kleidung Pelz enthielt.

Fazit
Man kann den Eindruck gewinnen, dass Jennifer Lopez mit dem Film persönliche Ziele verfolgt. Sich selbst ins rechte Licht zu rücken und darauf hinzuweisen, dass sie nicht nur als Star erfolgreich ist, sondern auch eine gute Mutter. Das erklärt die Darstellung der Schuldgefühle und die seltsame Wendung der Handlung. Davon abgesehen ist die keimfreie Story fürs Kino zu unspektakulär. Der deutsche Verleih spielt mit dem Titel auf "Manhattan Love Story" an. Darin spielt Jennifer Lopez eine ähnliche Rolle.
Filmkritik: Thomas Maiwald
Wertung: 40 %


Original Filmtitel: Second Act
Land: USA
Jahr: 2018
Laufzeit ca.: 105
Genre: Spielfilm
Verleih: Tobis
FSK-Freigabe ab: 0 Jahren

Kinostart: 17.01.2019
Heimkino: -

Regie: Peter Segal
Drehbuch: Justin Zackham • Elaine Goldsmith-Thomas

Schauspieler: Jennifer Lopez (Maya) • Vanessa Hudgens (Zoe) • Leah Remini (Joan) • Treat Williams (Anderson Clarke) • Milo Ventimiglia (Trey) • Annaleigh Ashford (Hildy Ostrander) • Charlyne Yi (Ariana) • Alan Aisenberg (Chase) • Freddie Stroma (Ron Ebsen) • Dave Foley (Felix Herman) • Larry Miller (Weiskopf) • Dierdre Friel (Big Ant)

Produktion: Jennifer Lopez • Elaine Goldsmith-Thomas • Justin Zackham • Benny Medina
Szenenbild: Richard Hoover
Kostümbild: Patricia Field, Molly Rogers
Maskenbild: Louise McCarthy
Kamera: Ueli Steiger
Musik: Michael Andrews
Schnitt: Jason Gourson


Bild: Tobis

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