Minions - Auf der Suche nach dem Mini-Boss

Kinoplakat Minions - Auf der Suche nach dem Mini-Boss

Ja, wie? Was denn nun? Waren die Minions und Gru nicht in "Minions" Partner? Und jetzt kommt die Vorgeschichte der Vorgeschichte? Es mag an der Vergesslichkeit des Kritikers liegen. Warum sind die Minions bereits Untermieter des jugendlichen Gru? Hieß es nicht bislang, dass sie immer dem größten Verbrecher folgen? Demnach müssten sie einem der fiesen Sechs folgen, die momentan die amtierenden Superverbrecher sind.

Denen gelüstet es nach einem Amulett, dass ihnen die Weltherrschaft sichern soll. Doch kaum ist das Ding geklaut, wird einer der Sechs abserviert und die Stelle ist vakant. Auf diese bewirbt sich Gru und wird von den fiesen Fünf verlacht. Aus Rache stiehlt er das asiatische Amulett und tritt damit eine überlange Verfolgungsjagd los. Darin verwickelt sind die fiesen Sechs, die Minions und Gru.

Kritik

Die Wege trennen und kreuzen sich wiederholt während der nun folgenden Handlung. Die parodiert möglichst viele Stilelemente der 1980-er Jahre. Es treten in der Zeit beliebte Filmfiguren und Klischees auf. Da gibt es die Superverbrecherin, die aussieht wie eine Discomaus. Eine durchgeknallte Nonne und den Althippie. Leider werden die Möglichkeiten der Figuren kaum ausgeschöpft. Die fiesen Sechs bekommen zu wenig Entfaltung. Beispielsweise darf die Nonne nur selten kämpfen. Knochenbrecher bekommt etwas mehr Raum, die Geschichte zwischen ihm und Gru jedoch nicht. Knochenbrecher könnte ein Ersatz-Vater für Gru werden. Doch mit Ausbau hat die Handlung wenig im Sinn. Leider ist Knochenbrecher, gesprochen von Thomas Gottschalk, auch verbal enttäuschend. Die Minions genießen Narrenfreiheit und stellen sehr viel Unsinn an. Ihre Sprache klingt weniger abstrahiert und nutzt bekannte Worte. Alles in allem ist die Handlung mit dem Schlagwort "überdreht" treffend beschrieben. Die vielen kurzen Szenen, die mehr oder weniger zusammenhängen, werden Kinder wohl mehr begeistern als den Kritiker. Die Erstgenannten werden wahrscheinlich über den vielen szenischen Humor lachen, der auch Slapstick einschließt.
Auffällig ist weiterhin, wie viele asiatische Motive im Film vorkommen, die Optimierung für diesen Markt sticht förmlich ins Auge. Den 3D-Effekt kann der Kritiker bedauerlicherweise nicht beurteilen, weil die Pressevorführung in 2D stattfand. Schade, weil der Zuschnitt auf 3D auch so sehr deutlich zu sehen ist.

Fazit
Die kleinen Gelben dürfen alles. Das Publikum verzeiht ihnen dumme und sogar üble Scherze, weil es darüber lacht. Die Beziehung zwischen den Minions und ihrem Boss Gru fällt in diesem Film erstaunlich dürftig aus. Eine abendfüllende Handlung wollen die Minions nicht bieten. Darüber wird die junge bis sehr junge Zielgruppe wohl großzügig hinwegsehen. Die vielen Anspielungen an Filme und Motive der 1970-er und 1980-er Jahre adressieren erwachsenes Publikum. Ob der Film die ganze Familie ins Kino zieht, muss sich zeigen. Der Kritiker empfindet den Klamauk als insgesamt kurzweilig.
Filmkritik: Thomas Maiwald
Wertung: 50 %


Alternativtitel: Minions: The Rise of Gru • Minions – Auf der Suche nach dem Mini-Boss
Land: USA
Jahr: 2020
Laufzeit ca.: 88
Genre: 3DAbenteuerActionAnimationFamilieKomödie
Verleih: Universal Pictures International
FSK-Freigabe ab: 6 Jahren

Kinostart: 30.06.2022

Regie: Kyle Balda • Brad Ableson
Drehbuch: Cinco Paul

Produktion: Janet Healy • Christopher Meledandri
Musik: Heitor Pereira
Schnitt: Claire Dodgson


Bild: Universal Pictures International

1 customer review

Befriedigend
30.06.22
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