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Kinoplakat Next

Cris hat eine besondere Gabe: Er kann die nächsten zwei Minuten seiner Zukunft sehen. Doch dieses Talent ist zeit seines Lebens eher Fluch als Segen. Aktuell sind ihm das FBI und Terroristen auf den Fersen. Ist der geplante Terroranschlag mit seiner Hilfe zu verhindern?

Cris Johnsons Fähigkeit hat für ihn mehrere Nachteile. Zum einen verändert sich die Zukunft, sobald er sie gesehen hat, weil er sie sah. Des Weiteren macht sie ihn zu einem Außenseiter. Menschen mögen es nicht, wenn jemand mehr über sie weiß, als sie selbst. Deshalb verbirgt Cris (Nicolas Cage) sich hinter der Maske eines Zauberkünstlers, der in Las Vegas in einer schlecht besuchten Zaubershow auftritt. Doch es gibt auch die praktischen Seiten seiner Begabung: Wenn er in Geldnöten steckt, dann setzt er sich in einem der zahlreichen Kasinos in Las Vegas an den Pokertisch ... und räumt einen ordentlichen Gewinn ab, ohne jemals das Kasino wirklich zu schröpfen. Trotzdem fällt er wiederholt dem Sicherheitsteam des Kasinos auf. Doch die können ihm nichts anhängen, bis Cris einen Fehler begeht. Er verhindert einen Raubüberfall mit Todesfolge. Für die Sicherheitsleute sieht es jedoch so aus, als habe Cris eine eigene Waffe gezogen. Folglich versucht die Security ihn zu verhaften, während Cris den Häschern jeweils in letzter Sekunde entkommt. Das beobachten nicht nur die Kasinobetreiber, sondern auch die FBI-Agentin Callie Ferris (Julianne Moore). Doch während wir Zuschauer über das gut choreografierte Hase- und Igelrennen schmunzeln, fehlt Callie jeglicher Sinn für Humor. Sie weiß, dass unbekannte Terroristen einen atomaren Sprengkopf gestohlen haben und jederzeit einen Anschlag auf die USA verüben könnten. Und genau deshalb will sie Cris zur Mitarbeit überreden - oder nötigenfalls zwingen. Dumm nur, dass Cris ihr jedes Mal im letzten Augenblick entwischt.

Kritik

Der Film "Next" basiert auf der Kurzgeschichte " The Golden Man - Der goldene Mann" von Philip K. Dick (Paycheck). Doch trotz der prominenten Vorlage überzeugt der Film nur bedingt, was weniger an der guten Besetzung liegt. Nicolas Cage gibt den gebeutelten Mann überzeugend. Zugegeben, sein Hundeblick ist in manchen Szenen zwar etwas dick aufgetragen und die Unterlippe hängt ihm in einigen Augenblicken arg tief hinab; doch das ist akzeptabel, denn laut eigener Aussage wollte Cage einen emotionalen Abenteuerfilm drehen. Dazu passt auch, dass Julianne Moore tief in die Emotionslosigkeit geht und die kompromisslose FBI-Agentin mimt, die zum Wohle der USA selbst ihre Großmutter erschießen würde. Jessica Biel lässt ein wenig zu oft den Mund offenstehen - ist aber ansonsten sehr knackig anzusehen und mehr verlangt die Rolle nicht von ihr.

Das Problem ist die eigenartige Zweiteilung des Films. Die ersten 60 Minuten gehen relativ gemütlich dahin, führen die Figuren ein. Nicolas Cage überzeugt mit Timing und Situationskomik. Und man fragt sich, ob das Ganze nicht vielleicht auch eine Komödie hätte werden können? Dann kommt das Finale und aus dem eben noch ruhigen Stoff wird ein Actionfilm. Der wiederum in der Schlusssequenz, die ein Schlussgag ist, einen Dämpfer bekommt, denn plötzlich war / ist doch wieder alles anders und Cris ist der gute Amerikaner, der sein Land freiwillig rettet. Das ist nett gedacht und es untergräbt die Spannung im Nachhinein, denn das Finale ist doch kein Finale? Eine weitere Schwäche sind die fehlenden Erklärungen. Wie kommt das FBI Cris auf die Schliche? Wie spüren ihn die Terroristen auf? Was wollen die mit ihrem Terroranschlag erreichen? Und warum sind es Europäer?

Fazit
"Next" ist weder ein Meisterwerk noch ein durchgängig schlechter Film. Die Story ist ein wenig dünn, teils fehlen Begründungen. Auch für Nebensächliches: Wieso sieht das Toupet von Nicolas Cage so kacke aus? Warum wurde er so schlecht geschminkt? Wieso geht Julianne Moore als FBI-Agentin zum Lachen in den Keller?
Filmkritik: Thomas Maiwald
Wertung: 50 %


Land: USA
Jahr: 2007
Laufzeit ca.: 96
Genre: ActionDramaKrimiRomantikScience-Fiction
Verleih: Paramount Pictures
FSK-Freigabe ab: 16 Jahren

Kinostart: 19.07.2007
Heimkino: 22.11.2007

Regie: Lee Tamahori
Drehbuch: Gary Goldman • Jonathan Hensleigh • Paul Bernbaum
Literaturvorlage: Philip K. Dick

Schauspieler: Nicolas Cage (Cris Johnson) • Julianne Moore (Callie Ferris) • Jessica Biel (Liz Cooper) • Thomas Kretschmann (Mr. Smith) • Tory Kittles (Cavanaugh) • José Zúñiga (Security Chief Roybal • Jim Beaver (NSA Director Wisdom) • Jason Butler Harner (Jeff Baines) • Michael Trucco (Kendall) • Enzo Cilenti (Mr. Jones) • Laetitia Danielle (Miss Brown) • Nicolas Pajon (Mr. Green)

Produktion: Nicolas Cage • Todd Garner • Norm Golightly • Graham King • Arne L. Schmidt
Szenenbild: William Sandell
Kostümbild: Sanja Milkovic Hays
Maskenbild: Patty York
Kamera: David Tattersall
Musik: Mark Isham
Schnitt: Christian Wagner


Bilder: Paramount Pictures

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