Children Of Men

Kinoplakat Children Of Men

Die Erde im Jahr 2027. Seit 18 Jahren ist auf der ganzen Welt kein Baby mehr geboren worden. Die Menschheit scheint am Ende angelangt zu sein, da niemand die Unfruchtbarkeit der Frauen erklären, geschweige denn heilen kann. Die weltweite Verzweiflung äußert sich in Gesetzlosigkeit und Nihilismus, aber auch in Kämpfen um einen vereinten Planeten. Großbritannien ist aufgrund seiner Lage und seiner imperialistischen Militärpolitik eine der wenigen Nationen, die trotzdem einigermaßen gut überleben konnte.

Der Film "Children Of Men" entstand nach dem Roman "Die Stadt der leeren Häuser" der britischen Schriftstellerin P. D. James, die sich vor allen Dingen mit Thrillern um den Scotland Yard Mordspezialisten Commander Adam Dalgliesh einen Namen machte.

Die Erde im Jahr 2027. Es herrscht weltweite Verzweiflung, denn seit nunmehr 18 Jahren ist kein Kind mehr geboren worden. Nirgendwo. Von heute auf morgen sind weltweit die Frauen unfruchtbar geworden. Niemand weiß, was schuld daran ist, kein Wissenschaftler konnte den Grund dafür herausfinden. Das Ende der Menschheit scheint gekommen zu sein. Die Menschen reagieren verschieden auf diese hoffnungslose Zukunft. Die einen fügen sich verbittert in ihr Schicksal, die anderen begehren auf, überall herrschen Gesetzlosigkeit und Nihilismus, Nationalismus und rohe Gewalt. Doch es gibt auch immer noch Idealisten, die um einen vereinten Planeten kämpfen, die im Untergrund versuchen, die Rechte der Rechtlosen zu verteidigen.

Die sogenannte "Insel der Glückseligen" – falls man in dieser Situation den Begriff überhaupt noch gebrauchen kann – ist Großbritannien. Aufgrund seiner Lage und seiner imperialistischen Militärpolitik ist es dem Land gelungen, als eine der wenigen Nationen einigermaßen zivilisiert zu überleben. Natürlich strömen aus diesem Grund unzählige Einwanderer nach Großbritannien, die aber rigoros von der paramilitärischen Polizei eingefangen, in Lager gesteckt und gnadenlos deportiert werden. Theo (düsterer Held: Clive Owen, bekannt aus "Hautnah" und "King Arthur") gehört zu den wenigen Privilegierten. Früher war Theo politischer Aktivist, aber die kritische und verzweifelte Situation hat ihn gleichgültig gemacht. Er ist zu einem Bürokraten geworden, der sich bemüht, weder an die schmerzliche Vergangenheit noch an die sinnlose Zukunft zu denken.

Theo hält sich möglichst aus allem heraus und schaut weg, wenn die Polizei mal wieder besonders brutal ist. Theo lebt nur auf, wenn er seinen alten Freund Jasper (wunderbar wie immer: Michael Caine, bekannt aus "Der stille Amerikaner") besucht. Jasper, ein alternder Hippie, war ehemals politischer Cartoonist und lebt nun mit seiner Frau in einem versteckten Haus außerhalb von London, in einer Wildnis. Versteckt auch deshalb, weil er sich seinen Lebensunterhalt inzwischen als Cannabis-Züchter verdient, für politische Cartoonzeichner hat man mittlerweile keine Verwendung mehr. Sein Haus findet man nur, wenn man den Weg genau kennt, genau weiß, an welcher Stelle man welches Gestrüpp wegräumen muss, um auf den richtigen Pfad zu kommen. Dort, in der Einsamkeit, können die beiden von glorreichen Zeiten träumen und sich an ihre glückliche Vergangenheit als Rebellen erinnern.

Kurz nach so einem Besuch wird Theo mitten auf der Straße in London entführt. Man bringt ihn an einen unbekannten Ort, und als er wieder etwas sehen kann, sieht er seine ehemalige Freundin Julian (eiskalte Rebellin: Julianne Moore, bekannt aus "Die Vergessenen") vor sich stehen, eine Untergrundkämpferin, die von der Polizei gesucht wird. Julian hat Theo wegen seiner Beziehungen entführt. Denn Julian ist inzwischen Anführerin einer Widerstandgruppe, die im Untergrund für die Rechte der Flüchtlinge kämpft. Julian bittet Theo, über seinen reichen Cousin, der in der Regierung sitzt, Transitpapiere für eine farbige junge Frau namens Kee (beeindruckend: Clare-Hope Ashitey) zu besorgen.

Kee muss unbedingt unbeschadet außer Land gebracht werden, und zwar nicht irgendwo hin, sondern an einen bestimmten Ort und zu einer bestimmten Zeit. Dort würde sie dann von einem Schiff einer mysteriösen Gruppe namens Human Project abgeholt werden, einer Gruppe, die angeblich eine neue Weltordnung schaffen will. Theo ist zwar anfänglich gegen diesen Harakiri-Job, aber seine immer noch existierende Liebe zu Julian und die Aussicht auf eine Prämie von 5.000 Pfund stimmen ihn schließlich um. Er besorgt die Papiere, und mit einer Handvoll von Julians Leuten und der jungen Kee macht er sich auf den beschwerlichen und äußerst gefährlichen Weg an die Küste.

Seltsamerweise werden immer wieder brutale Anschläge auf die Gruppe verübt, bei denen auf beiden Seiten viele ums Leben kommen. Theo kann sich anfangs gar nicht erklären, was an dieser jungen Frau so besonders sein soll, dass für ihre Flucht der Tod von so vielen Menschen in Kauf genommen wird. Doch als sie in einem Lager übernachten, erkennt er den Grund: Kee ist im achten Monat schwanger! Kee ist die erste Frau seit 18 Jahren, die ein Kind erwartet! Kee ist die Frau, auf der die Hoffnung der ganzen Menschheit ruht! Kee ist das Wunder! Sie sind noch weit vom Ziel entfernt, als Kee ihr Kind zur Welt bringt. Jetzt wird die Situation noch schwieriger, denn nun muss Theo für Zwei sorgen. Und die Anarchisten sind weiter hinten ihnen her und inzwischen auch Gruppierungen, die das Kind für ihre politischen Ziele nutzen wollen. Und doch wird es gerade das neugeborene Kind sein, das Theo und Kee den Weg in die Freiheit ebnet.

Kritik

Der Film "Children Of Men" ist kein Science Fiction Film im eigentlichen Sinne. Er spielt zwar in der Zukunft, aber in einer nahen Zukunft, und so hat sich im Grund genommen vom Aussehen und der Technik her nicht viel verändert. Nur die politischen und sozialen Situationen haben sich grundlegend geändert. Regisseur Alfonso Cuaron, von dem "Harry Potter und der Gefangene von Askaban" stammt, liefert hier abermals einen beeindruckenden Film ab. Der Film "Children Of Men" ist sowohl ein düsteres, beklemmendes Drama, als auch ein spannender Thriller, ein aufregendes Roadmovie, und schließlich auch noch ein zu Herzen gehendes Stück über menschliche Hoffnung und Überlebenswillen. Cuaron entwirft optisch ein Bild, das irgendwo zwischen der klebrigen Düsternis von "Blade Runner" und der unmenschlichen Kälte von "Gattaca" liegt. Man fühlt sich teilweise an die hilflose Verzweiflung in "2010 – die überleben wollen" erinnert, aber auch an die bösartige Brutalität von "Mad Max 1".
Cuaron drehte den düsteren Film mitten im Winter in England, und das viel geschmähte britische Wetter zeigte sich von seiner besten Seite: Der Wind tobte, die Kälte klirrte, alles war voller Matsch und Dreck, es regnete und grieselte und die Wolken hingen immer tief und grau. Und der arme Clive Owen musste in seiner Rolle als Theo den größten Teil des Films über barfuß und nur mit Flip-Flops an den Füßen herumlaufen!

Es gibt viele spannende Szenen in diesem Film, wenn z. B. plötzlich quer über einen Abhang aus dem Wald ein brennendes Auto auf die Straße rast, um Theo und Kee aufzuhalten. Es gibt viele beeindruckende Szenen, wenn z. B. Kee plötzlich in der dreckigen Unterkunft ihr Kind bekommt und Theo völlig hysterisch herumirrt, weil er nicht weiß, wo er in diesem Chaos saubere Tücher und heißes Wasser herbekommen soll, ohne dass jeder merkt, was mit Kee los ist. Aber die Szene, die mir am meisten zu Herzen gegangen ist, war die, als Theo und Kee mit dem neugeborenen Baby auf dem Arm versuchen, sich aus einem halb zerstörten Haus voller verängstigter Menschen zu schleichen, während draußen die Polizei das Feuer eröffnet. Das Baby beginnt zu schreien – und plötzlich verstummen die schreienden und kreischenden Menschen, die Polizisten, die das Babygreinen vernehmen, hören auf zu schießen, eine Gasse tut sich auf, und jeder bestaunt fassungslos das Wunder. Menschen weinen und bekreuzigen sich, aber kaum sind die Drei vorbeigegangen, beginnt der Kampf erneut.

Die Schauspieler, allen voran Clive Owen als gebrochener Anti-Held, der sich noch einmal zu Heldentaten aufrafft, und Clare-Hope Ashitey, die so zart und verletzlich wirkt, und sich dann doch so als hart und mutig entpuppt, sind allesamt hervorragend, und John Taveners Musik "Fragment Of A Prayer" passt wunderbar.

Fazit
Der Film "Children Of Men" ist ein aufwühlender Film. Ein Science-Fiction-Drama, das in so naher Zukunft spielt, dass es eigentlich gar nicht mehr als Science-Fiction, als ferne Zukunft, betrachtet werden kann. Und es behandelt ein Thema, das in der einen oder anderen Form jederzeit über uns hereinbrechen kann. Damit hat der Film "Children Of Men" eine Aktualität, die durchaus bedenkenswert ist. Auf alle Fälle bietet er spannende, berührende und unterhaltsame 108 Minuten. Sehr sehenswert!
Filmkritik: Julia Edenhofer
Wertung: 80 %


Land: GroßbritannienUSA
Jahr: 2006
Laufzeit ca.: 108
Genre: DramaScience-FictionThriller
Verleih: Universal Pictures International
FSK-Freigabe ab: 16 Jahren

Kinostart: 09.11.2006
Heimkino: 12.04.2007

Regie: Alfonso Cuarón
Drehbuch: Alfonso Cuarón • Timothy J. Sexton • David Arata • Mark Fergus • Hawk Ostby
Literaturvorlage: P.D. James

Schauspieler: Michael Caine (Jasper) • Philippa Urquhart (Janice) • Charlie Hunnam (Patric) • Tehmina Sunny (Zara) • Jody Halse (Immigration Policeman) • Ilario Bisi-Pedro (Cigar Man) • Chiwetel Ejiofor (Luke) • Julianne Moore (Julian) • Michael Klesic (Rado) • Martina Messing (Birgit) • Simon Poland (Preacher Trafalgar Square) • Barnaby Edwards (Ministry Official) • Danny Huston (Nigel) • Ed Westwick (Alex)

Produktion: Marc Abraham • Eric Newman • Hilary Shor • Iain Smith • Tony Smith
Szenenbild: Jim Clay • Geoffrey Kirkland
Kostümbild: Jany Temime
Maskenbild: Graham Johnston • Kate Benton • Lorna McGowan • Laura McIntosh
Kamera: Emmanuel Lubezki
Musik: John Tavener
Schnitt: Alfonso Cuarón • Alex Rodríguez


Bild: Universal Pictures International

1 customer review

gut
09.11.06
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