Spider-Man

Kinoplakat Spider-Man

Peter Parker, seines Zeichens Waise, lebt bei Onkel Ben und Tante Mary im trauten Reihenhaus im New Yorker Stadtteil Queens. Mary Jane, das Mädchen von nebenan, ist seine große Liebe. Doch weil er ein verkopfter Musterschüler ist und mutlos traut er sich nicht Mary Jane anzusprechen.

Seine Freundschaft mit Harry Osborne trägt auch keine besonderen Früchte. Beide leben am Rand der College-Gemeinschaft, denn Harry ist Außenseiter, weil sein Vater ein stinkreicher Großindustrieller ist.

Bei einer Schul-Exkursion wird Peter von einer genetisch manipulierten Spinne gebissen. Bereits am Tag darauf ist auch er mutiert: Der Körper ist muskulöser, die Sinne schärfer, er kann Wände hinauflaufen und Spinnennetze verschießen. Derweil unternimmt Harrys Vater aus Verzweiflung einen gewagten Selbstversuch, der sein Schicksal besiegelt, denn in ihm erwacht das Böse und zeitweilig mutiert er zum Grünen Kobold. Es ist nur eine Frage der Zeit bis der Superheld und sein Gegenspieler aufeinandertreffen.

Kritik

Offensichtlich liebt Amerika Helden. Und so könnte ein Untertitel für den Film lauten: Vom Tellerwäscher zum Nationalhelden. Nur ganz rund ist das Ergebnis nicht. Die schönen Ideen, dass Spider-Man erst einmal Zielschießen üben muss, oder seine Angebetete kopfunter an der Mauer hängend küsst, gehen schnell in Klischees, Trivialität und dumpfer Gewalt unter.

Die Charaktere könnten mehr Ausfeilung vertragen. Es ist ein zu oft genutztes und doch von Hollywood geliebtes Detail, dass Helden oder Trottel doofe Brillen tragen. So kriegt auch Peter ein hässliches Kassengestell verpasst, das er nach der Mutation nicht mehr braucht. Seine große Liebe Mary Jane ist zu meinem Bedauern das ausdrucksarme Mädchen von nebenan. Sie darf selbst Geld verdienen und im entscheidenden Moment an dem Drahtseil nach unten rutschen (nachdem Spider-Man sie gerettet hat), damit endet ihre Charakterisierung.

Die von allen so genannte Tante Mary ist gerade aus einem Werbespott für ein Produkt aus der guten alten Zeit entsprungen. Wenn sie vom Grünen Kobold heimgesucht wird, dann geschieht das in dem Moment, in dem sie betet. Ihr Mann Onkel Ben macht frühzeitig einen Abgang aus dem Epos und weckt die Rachegedanken in Spider-Man.

Der soll ein Held wie jeder andere sein und bleibt blass. Er rettet reihenweise Menschen, die sich teils auch in den banalsten Situationen nicht selbst helfen können und bekämpft den grünen Kobold. Weshalb Spider-Man, wie viele andere amerikanische Helden auch, kein Intimleben hat, oder haben darf, bleibt offen. Er verzehrt sich nach Mary Jane, doch als sie ihn endlich erhört, will er nicht mehr, denn er hätte soviel zu erzählen, was er ihr nicht erzählen kann. Dafür erzählen andere große Dinge. Ein Beispiel: "Mit großer Macht kommt große Verantwortung." Weil der Satz so furchtbar tragend, tiefgründig und schwer zu verstehen ist, wird er oft wiederholt. Ein anderer Satz bleibt mir im Gedächtnis. Da sagt der Grüne Kobold zu Spider-Man: "Du bist so furchtbar berechenbar."

Fazit
Die Spezialeffekte hingegen sind gelungen und sehenswert. Ansonsten lässt die Comic-Verfilmung Wünsche offen.
Filmkritik: Thomas Maiwald
Wertung: 60 %


Land: USA
Jahr: 2002
Laufzeit ca.: 121
Genre: AbenteuerActionComicHeldenScience-Fiction
Stichwort: Spider-Man
Verleih: Columbia TriStar Film
FSK-Freigabe ab: 12 Jahren

Kinostart: 06.06.2002
Heimkino: 05.12.2002

Regie: Sam Raimi
Drehbuch: David Koepp

Schauspieler: Tobey Maguire (Spider-Man / Peter Parker) • Willem Dafoe (Grüner Kobold / Norman Osborn) • Kirsten Dunst (Mary Jane Watson) • James Franco (Harry Osborn) • Cliff Robertson (Ben Parker) • Rosemary Harris (May Parker) • J. K. Simmons (J. Jonah Jameson) • Joe Manganiello (Flash Thompson) • Gerry Becker (Maximilian Fargas) • Bill Nunn (Joseph 'Robbie' Robertson) • Jack Betts (Henry Balkan) • Stanley Anderson (General Slocum) • Ron Perkins (Dr. Mendell Stromm) • Michael Papajohn (Dieb) • Elizabeth Banks (Betty Brant)

Produktion: Ian Bryce • Laura Ziskin
Szenenbild: Neil Spisak
Kostümbild: James Acheson
Maskenbild: Deborah LaMia Denave
Kamera: Don Burgess
Musik: Danny Elfman
Schnitt: Arthur Coburn • Bob Murawski


Bild: Columbia TriStar Film

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