The Climb

Kinoplakat Climb

"The Climb" handelt vom Phänomen der Männerfreundschaft, diesem für Außenstehende manchmal schwer zu fassenden Pakt. Zwei Männer halten zusammen und ihre Freundschaft übersteht Krisen, in denen Beziehungen oder Ehen zerbrechen.

Den Auftakt macht eine Radwanderung, auf der Mike seinem Kumpel Kyle gesteht, mit Kyles Verlobter Sex gehabt zu haben. Die Affäre war bereits beendet, als Kyle und seine Verlobte Ava einander kennenlernten. Dass es nicht noch einmal passiert, kann Mike nicht versprechen. Kurz bevor die Männer das Etappenziel der Fahrradtour erreichen, wird Mike von einem Autofahrer verprügelt. Ähnliches passiert Jahre später erneut. Während die anderen Variablen in Kyles Leben keinen Bestand haben, bleibt die Freundschaft zu Mike, der im Gegensatz zu Kyle ein schwieriger Charakter ist, während Kyle versucht stets das ausgleichende Element zu sein.

Kritik

Der Film "The Climb" ist eine eigenartige Mischung aus Buddymovie, Autorenfilm und Komödie. Der Humor ist fast britisch, befremdlich, stellenweise quälend. Das Verhältnis zwischen den Männern ist so schwer zugänglich wie der gesamte Film. Der Kritiker kann nicht sagen, warum die Zwei Freunde sind. Wahrscheinlich können sie es selbst nicht. Aber das ist auch nicht Gegenstand des Films.

Die eigenartige Handlung ist eine Bestandsaufnahme und erzählt in Abschnitten Schlüsselmomente, fast wie in Aufzügen eines Theaterstücks. Der Fokus liegt auf Kyles Leben, das eine Verschlusssache ist. Der Zuschauer ist an privaten Augenblicken beteiligt wie etwa dem Cunnilingus. Kyle hat die Musik zu einem Werbespot geschrieben, aber welchem Beruf er nachgeht, verrät er nicht. Wir lernen seine Familie kennen sowie eine von zwei Frauen, die er liebt. Das Geschehen fällt intim und gleichzeitig distanziert aus. Vielleicht charakterisiert dieses Nähe-Distanz-Verhältnis Männer im Allgemeinen treffend. Der Kritiker kann darüber nicht urteilen. Bezogen auf den Film fällt es ihm schwer, für Kyle und Mike Interesse zu entwickeln.
Über Mike verrät der Film noch weniger. Er ist der beste Freund von Kyle und übernimmt auch Aufgaben, die sonst niemand übernehmen will. Wie beispielsweise Kyle zu sagen, dass seine Verlobte nicht die richtige für eine Ehe ist.

Eigenartig fallen die Stilmittel aus. Die Wiederholungen, die den Film wie ein roter Faden durchziehen, versinnbildlichen, dass ein Leben aus vielen Wiederholungen besteht. Am Rande treten ein Gospelchor und ein russischer Chor auf und es gibt ein kurzes Schneeballett. Ungewöhnlich sind die langen Kameraeinstellungen.

Die Schauspieler agieren annehmbar; wenngleich die Nebenrollen stärker auftreten als die zwei Hauptrollen.

Fazit
"The Climb" ist ein ausgefallener Film über eine Männerfreundschaft. Man muss daraus nicht klug werden und es ist nicht klar ersichtlich, ob die Autoren, die auch die Hauptdarsteller sind, den Film für sich selbst oder fürs Publikum gedreht haben. Eine Ader für ausgefallene Autorenfilme vorausgesetzt, weiß der Film zu unterhalten.
Filmkritik: Thomas Maiwald
Wertung: 60 %


Land: USA
Jahr: 2019
Laufzeit ca.: 97
Genre: Tragikomödie
Verleih: Prokino
FSK-Freigabe ab: 6 Jahren

Kinostart: 20.08.2020
Heimkino: 14.01.2021

Regie: Michael Angelo Covino
Drehbuch: Michael Angelo Covino • Kyle Marvin

Schauspieler: Michael Angelo Covino (Mike) • Kyle Marvin (Kyle) • Gayle Rankin (Marissa) • Judith Godrèche (Ava) • Talia Balsam (Suzi) • George Wendt (Jim) • Daniella Covino (Dani) • Eden Malyn (Bianca) • Meredith Holzman (Jackie) • Todd Barry (Uncle Mark) • Zina Wilde (Sarah) • Eric Pumphrey (George)

Produktion: Michael Angelo Covino • Noah Lang • Kyle Marvin
Kostümbild: Callan Stokes
Maskenbild: Susie Bua
Kamera: Zach Kuperstein
Musik: Martin Mabz • Jon Natchez
Schnitt: Sara Shaw


Bild: Prokino

1 customer review

befriedigend
12.08.20
Show more

vorgeschlagen

Wir nutzen Cookies auf unserer Website. Durch "Akzeptieren" stimmst Du der Verwendung zu. Durch "Ablehnen" stimmst Du nicht zu und es kann zu Dysfunktionen kommen.