Venom

Kinoplakat Venom

Für Eddie wird ein schlimmer Albtraum wahr. Er trägt plötzlich ein Alien in seiner Brust. Das ist wild und unbeherrscht und sieht Eddies Körper als seinen Besitz an. Es verleiht ihm ungeahnte Kräfte und es ist ihm sogar in mancher Hinsicht ähnlich, beide sind ungestüme Verlierer. Und das ist der Knackpunkt: wenn zwei Verlierer an einem Strang ziehen, können sie am Ende gewinnen!

In der Wissenschaft liegen Genie und Wahnsinn nahe beieinander. Ein gutes Beispiel ist Doktor Carlton Drake (Riz Ahmed), der vom rechten Weg abgekommen ist. Aus seiner Idee die Menschheit zu heilen ist die Wahnvorstellung eines verbesserten Menschen geworden. Sein Spezialgebiet besteht darin zu erforschen, ob es möglich ist außerirdische mit der menschlichen Lebensform zu kreuzen. Bislang laufen seine Experimente schief, weil der Symbiont aus dem Weltall seine Wirte auffrisst.

Doch dann geschieht das Unfassbare. Einer der Symbionten findet im Körper von Eddie Brock (Tom Hardy) ein neues Zuhause. Der weiß zunächst gar nicht wie ihm geschieht. Und als Venom mit ihm zu sprechen beginnt, glaubt Eddie den Verstand zu verlieren. Doch schon bald ist der Untermieter für ihn lebensentscheidend, denn der skrupellose Doktor hat seine Häscher ausgesandt, die Eddie jagen und dem Doktor das zurückbringen sollen, was der als Eigentum betrachtet.

Kritik

Venom ist eine weitere Figur aus dem nahezu unerschöpflichen Universum der Marvel Comics, die bereits im Film "Spider Man 3" ihren Auftritt hatte. Für den Film des Jahres 2018 wird die Geschichte neu gesponnen. Darin ist Venom ein Symbiont, der vornehmlich im Körper eines Wirtes lebt und diesen Körper auch umgeben kann, etwa um den Träger zu schützen. Zudem ist Venom in der Lage Tentakeln oder Gliedmaßen auszubilden. Sein Appetit nach lebender Nahrung ist gewaltig. Vielleicht deshalb verspeisen die ersten Symbionten ihre Wirte. Seine Stärke besteht darin unglaublich schnell zu reagieren und gegen die meisten herkömmlichen Waffen immun zu sein. Und er hat Schwächen, die im Film gegen ihn zum Einsatz kommen.

Das Zusammentreffen zwischen dem Außerirdischen und dem rasenden Reporter Eddie (Tom Hardy) steht unter keinem guten Stern. Und es dauert eine Weile, bis die zwei unterschiedlichen Wesen Freundschaft schließen. Eddie ist zunächst nicht gerade begeistert als Körper für eine außerirdische Lebensform zu dienen. Er ändert seine Meinung auch nicht, als der ungebetene Gast ihm das Leben rettet. Erst gegen Filmende beginnen beide zu begreifen, dass es einen Mittelweg gibt zwischen der in Besitznahme eines fremden Körpers und besessen zu sein.
Der Weg dahin ist nicht ganz glücklich austariert. Die Vorgeschichte dauert auffällig lange. Sie erklärt mehrfach die Hintergründe. Wie die Symbiose funktionieren kann und welche Vorteile sie bietet. Das ist Spekulation und nicht so wirklich spannend. Auch Eddies private und berufliche Probleme sind nicht Film füllend. Michelle Williams in ihrer Rolle als Eddies Freundin bleibt auf genau das beschränkt. Der Handlungsstrang, der in Malaysia beginnt, bekommt erst spät einen Sinn und wird kaum bedient. Erstaunlich ist, dass die Vorfälle in dem Land kein Echo auslösen.

Die Action bricht plötzlich über die Handlung herein und macht stutzig. Wie gelingt diese halsbrecherische Verfolgungsjagd und wo kommen die vielen Drohnen her (die zudem so effektheischend explodieren)? Dem folgt die Phase, in der es durchaus cool ist einen Symbionten in sich zu tragen. Nun wird es langsam Zeit, die Handlungsfäden zu einem Faden zu spinnen und das Finale beginnt. Darin dominieren die am Computer entstandenen Bilder, die auch die Action bestimmen. Das ergibt ein Handlungskonzept, dem es als Film an Ausarbeitung mangelt. Die Frage, wem Eddies Körper gehört und ob man ihn einfach so in Besitz nehmen darf, spielt fast keine Rolle. Die Möglichkeit eines Ringens um dessen Besitz ist verschenkt. Ebenso der Konflikt, dass Venom Eddie zunächst nur aus Eigennutz am Leben erhalten möchte und ihn später schätzt. Der mögliche Weg dahin geht in der Handlung unter. Dem Humor fehlt es an Ausarbeitung sowie an witzigen Szenen. Punkten kann "Venom" mit kurzweiliger Action. 3D trägt dabei wenig zum visuellen Eindruck bei.

Fazit
Der Film "Venom" bleibt hinter seinen Möglichkeiten zurück.
Filmkritik: Thomas Maiwald
Wertung: 50 %


Land: USA
Jahr: 2018
Laufzeit ca.: 112
Genre: 3DAbenteuerActionComicScience-Fiction
Verleih: Sony Pictures
FSK-Freigabe ab: 12 Jahren

Kinostart: 03.10.2018
Heimkino: 24.02.2019

Regie: Ruben Fleischer
Drehbuch: Jeff Pinkner • Scott Rosenberg • Kelly Marcel

Schauspieler: Tom Hardy (Eddie Brock) • Michelle Williams (Anne Weying) • Riz Ahmed (Carlton Drake) • Scott Haze (Security Chief Roland Treece) • Reid Scott (Dr. Dan Lewis) • Jenny Slate (Dr. Dora Skirth) • Melora Walters (Maria) • Woody Harrelson (Cletus Kasady) • Peggy Lu (Mrs. Chen) • Malcolm C. Murray (Lewis Donate) • Sope Aluko (Dr. Collins) • Wayne Pére (Dr. Emerson)

Produktion: Avi Arad • Amy Pascal • Matt Tolmach
Szenenbild: Oliver Scholl
Kostümbild: Kelli Jones
Maskenbild: Jay Wejebe
Kamera: Matthew Libatique
Musik: Ludwig Göransson
Schnitt: Alan Baumgarten • Maryann Brandon


Bild: Sony Pictures

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