Despereaux - Der kleine Mäuseheld

Kinoplakat Despereaux - Der kleine Mäuseheld

Das Kinomärchen erzählt aus der Geschichte des Landes Dor, das einst für seine Suppe bekannt war. Doch als eines Tages die Königin ausgerechnet am "Tag der Suppe" verstarb, fiel der König in tiefe Trauer und mit ihm das Land.

Der Regen blieb aus, die Farben verblassten. Doch dann wurde ein Held geboren: Der Mäuserich Despereaux, dem es bestimmt war, dem Königreich und seinen Menschen die Freude zurückzugeben. Despereaux ist keine gewöhnliche Maus. Er ist zwar selbst für eine Maus sehr klein - dafür schlägt in seiner Brust ein übergroßes Herz. Und auch sein Benehmen ist untypisch für eine Maus. Statt ein Buch einfach zu fressen, liest er es, denn er will wissen, wie die Geschichte ausgeht. Anstelle von Angst zeigt er Neugierde und Aufgeschlossenheit. Das geht in den Augen der restlichen Mäuse zu weit und macht Despereaux zum Rebellen. Und als er es dann auch noch wagt, mit einem Menschen zu sprechen, ist das Maß voll. Despereaux wird verurteilt, aus der Gemeinschaft der Mäuse ausgestoßen und zu den Ratten gesandt.

Doch er hat Glück im Unglück, trifft auf die einzige Ratte, die anders ist als die anderen Ratten. Roscuro hat es erst kürzlich zu seinesgleichen verschlagen, die unter dem alten Schloss im Dunkel hausen. Und wie Despereaux hat er es schwer, mit der Andersartigkeit zurechtzukommen. Außerdem liegt ihm etwas auf der Seele. Er ist in die Umstände verstrickt, unter denen die Königin starb. Aber als er sich ein Herz fasst und bei der Prinzessin um Verzeihung bittet, antwortet die mit Unverständnis und Hass. Jetzt wächst in Roscuro der Wunsch nach Rache und er schmiedet einen Plan, die Prinzessin in den Kerker werfen zu lassen. Er weiß auch schon, wer ihm dabei von Nutzen sein könnte ... Der Einzige, der die Prinzessin jetzt noch retten kann, ist Despereaux. Und so kann er beweisen, dass sogar eine Maus ein Ritter sein kann!

Kritik

Der Film "Despereaux - Der kleine Mäuseheld" strebt an ein Märchen für die ganze Familie zu sein. Nach meiner Einschätzung ist er allerdings nicht für kleine Kinder geeignet. So gibt es Schreckmomente, die Kindern Angst machen könnten. Etwa wenn Despereaux unvermittelt auf einen Totenschädel blickt. Auch die Szene, in der die Ratten die Prinzessin entführen, um sie anschließend aufzufressen, mutet seltsam an. Das mag für ältere Kinder kein Problem darstellen, doch junge Kinder können derartige Bilder verfolgen.

Hinzu kommt die Komplexität der teils sprunghaften Handlung, die das Verstehen von abstrakten Zusammenhängen voraussetzt. Beispielsweise wird die These aufgestellt, dass jedes Mädchen eine Prinzessin ist, weil ihr Vater es wie eine Prinzessin liebt. Erst als Erwachsene findet die Magd ihren Vater wieder (und ist nun wunschgemäß eine Prinzessin). Aber die Erzählerin, die ansonsten schwierige Stellen erklärt, schweigt dazu. Des Weiteren möchte ich bezweifeln, dass Kinder verstehen, wie die allgemeine Trauer wieder aufgehoben wird oder den lebenden Arcimboldo begreifen. Zudem empfinde ich die Handlung für einen Kinderfilm als zu ernst. Es gibt fast keine lustigen Stellen. Des Weiteren fehlen Atempausen, also Szenen, die hauptsächlich der Zerstreuung dienen. Von Kindern zu fordern, dass sie sich über die gesamte Filmlänge konzentrieren können, ist hoch gegriffen.

Es ist "Despereaux" anzumerken, dass sich die Produktion Mühe gibt. Der Film eröffnet mit einem schön gestalteten Vorspann und versucht von der Aufmachung her ein Märchen zu sein. So sind die Farben gedeckt bis düster gehalten, um nicht den Eindruck von Hochglanz und Plastik zu vermitteln. Allerdings ist das begrenzte Budget der Animation stellenweise deutlich anzusehen. So sind die Szenen, in denen das Buch lebendig wird, auffällig einfach gehalten. Mich hat das wenig gestört. Auch dass die Darstellung des Fells nicht mehr zeitgemäß wirkt. Einige Kollegen können darüber nicht hinwegsehen.

Fazit
Alles in allem fehlt "Despereaux" nicht viel, um in einer höheren Liga zu spielen. Aber der Film patzt in entscheidenden Disziplinen: Mehr Warmherzigkeit oder Kitsch, mehr Humor, das Weglassen einiger nicht kindgerechter Szenen. Und weil nur bewertet werden kann, was vorliegt, heißt es: schade.
Filmkritik: Thomas Maiwald
Wertung: 50 %


Original Filmtitel: The Tale of Despereaux
Land: GroßbritannienUSA
Jahr: 2008
Laufzeit ca.: 90
Genre: AbenteuerAnimationFamilieKomödieMärchen
Verleih: Universal Pictures International
FSK-Freigabe ab: 6 Jahren

Kinostart: 19.03.2009
Heimkino: 06.08.2009

Regie: Sam Fell • Rob Stevenhagen
Drehbuch: Gary Ross • Will McRobb • Chris Viscardi
Literaturvorlage: Kate DiCamillo

Schauspieler: Uwe Büschken (Despereaux) • Uli Krohm (Roscuro) • Maria Koschny (Prinzessin Pea) • Almut Zydra (Miggery Sow) • Alex Malzacher (Andre) • Joachim Tennstedt (Lester) • Lutz Mackensy (Boldo) • Thomas Petruo (Botticelli) • Detlev Bierstedt (Gregory) • Olaf Reichmann (Furlough) • Denise Gorzellany (Antoinette) • Christian Rode (Bürgermeister) • Hans-Werner Bussinger (Schuldirektor) • Hasso Zorn (Hovis) • Karin Buchholz (Erzählerin)

Produktion: Gary Ross • Allison Thomas
Szenenbild: Evgeni Tomov
Kamera: Brad Blackbourn
Musik: William Ross
Schnitt: Mark Solomon


Bilder: Universal Pictures International

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