Der Schatz der weißen Falken

Kinoplakat Schatz der weißen Falken

Eine Jugendbande erlebt das letzte große gemeinsame Abenteuer, bevor die Pubertät ansteht und das Leben sie trennt.

Nach den Sommerferien wird der 11-jährige Jan in eine neue Stadt umziehen. Es bleibt ihm deshalb nicht mehr viel Zeit, um mit seinen besten Freunden noch ein waschechtes Abenteuer zu erleben. Zunächst wollen sie nur eine leer stehende Villa erforschen, doch dort findet Jan einen Schatzplan. Selbstredend beschließen die Jungs, den darauf verzeichneten "Schatz der weißen Falken" zu heben. Dank des Computergenies in ihren Reihen sind die Hinweise auf der Karte bald entschlüsselt. Allerdings wird die Schatzsuche nicht nur vom Faktor Zeit überschattet - die Bande der Altortler, angeführt von der starken Marie, ist dem Trio auf den Fersen. Die sind entschlossen, den Jungs die Suppe so richtig zu versalzen ...

Kritik

Die Pubertät und ein Umzug sind einschneidende Erlebnisse im Leben eines Menschen. Christian Zübert (Drehbuch und Regie) stellt seinen Hauptdarsteller damit gleich vor zwei Herausforderungen. Noch wissen die Kids nicht, was daran so toll sein soll, sich mit dem anderen Geschlecht in der Eisdiele zu treffen? Für sie steht die Schatzsuche als solche im Mittelpunkt. Die erinnert stark an die "Fünf Freunde" von Enid Blyton. Jedoch wirkt die Handlung nicht ganz ausgegoren - ist bisweilen zu uncharmant, leidet unter abrupten Wendungen und Ungereimtheiten.
So ist die Story überfrachtet. Es ist nicht besonders originell, aber verzeihbar, dass der zuckerkranke Junge in Unterzucker fällt und gerettet werden muss. Doch wenn dann noch eine zweite Lebensrettung am selben Nachmittag folgt, ist das dick aufgetragen. Ausgerechnet die selbstbewusste Marie tritt auf eine scharfe Handgranate und muss von ihrem ehemaligen Feind gerettet werden.
Dazu addieren sich Ungereimtheiten: Die Zeit dient nicht nur um Spannung zu erzeugen - die Nacht bricht innerhalb von nur 38 Minuten herein. Die Kinder finden in einer Höhle eine Leiche, die seit zehn Jahren nicht verwest ist (trotz hoher Luftfeuchtigkeit). Der Vermisste war zudem zum Zeitpunkt des Todes 23 Jahre alt, lebte aber in einem Zimmer, das heute noch wie ein Kinderzimmer eingerichtet ist. Zudem frage ich, weshalb in eine Höhle, die keinen Ausgang hat, Licht hineinscheint? Analog dazu sind auch die Dialoge nicht ganz rund und werfen die Frage auf, ob Kinder wirklich so reden?

Auf der Habenseite punktet "Der Schatz der weißen Falken" mit viel Lokalkolorit und ist in den restlichen Punkten handwerklich gut gemacht. Wohlwollend gewertet ergibt das unter dem Strich einen durchschnittlichen Kino-Spaß.
Filmkritik: Thomas Maiwald
Wertung: 50 %


Land: Deutschland
Jahr: 2004
Laufzeit ca.: 92
Genre: AbenteuerFamilie
Verleih: Falcom Media
FSK-Freigabe ab: 0 Jahren

Kinostart: 20.10.2005
Heimkino: 06.06.2006

Regie: Christian Zübert
Drehbuch: Christian Zübert

Schauspieler: David Bode (Jan) • Kevin Köppe (Basti) • Tamino-Turgay zum Felde (Stevie) • Victoria Scherer (Marie) • Jannis Niewöhner (Dirk) • Christian Wimmer (Olli) • Cornelia Schmaus (Ursula Laux) • Brigitte Beyeler (Jans Mutter) • Thomas Sarbacher (Jans Vater) • Sybille J. Schedwill (Bastis Mutter) • Wotan Wilke Möhring (Jan) • Carolin Imcke (Lisa) • Horst Mendroch (Kaufmann) • Oliver Breite (Stevies Vater) • Milan Jack Mulzer (Stevies Bruder)

Produktion: Tom Spiess • Sönke Wortmann
Szenenbild: Uli Hanisch
Kostümbild: Annegret Stössel
Maskenbild: Delia Mündelein
Kamera: Jules van den Steenhoven
Musik: Marcel Barsotti
Schnitt: Ueli Christen


Bild: Falcom Media

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