Die Chroniken von Narnia - Der König von Narnia

Kinoplakat Chroniken von Narnia

Vier Geschwister werden während des Zweiten Weltkriegs aufs Land verschickt. Sie landen in dem Haus von Professor Kirke. Beim Versteck spielen findet die kleine Lucy den Eingang zum Königreich von Narnia und damit beginnt ein atemberaubendes Abenteuer für die Pevensies.

England während des 2. Weltkriegs. Auch die Familie Pevensie gehört zu denen, die immer wieder vor den deutschen Luftangriffen in den Luftschutzbunker flüchten müssen. Peter (heldenhafter Teenager: William Moseley) ist der älteste der vier Geschwister, fast schon erwachsen mit seinen 18 Jahren, aber immer noch für jeden Blödsinn zu haben. Susan (vernünftiger Teenager: Anna Popplewell) ist mit ihren 17 Jahren ein bisschen jünger als Peter, steht aber bereits mit beiden Beinen auf dem Boden der Tatsachen und betrachtet alles sehr pragmatisch. Edmund (düsterer Teenager: Skandar Keynes) ist 14 Jahre alt und das schwarze Schaf der Familie. Er ist derjenige, der immer Ärger macht, boshaft und hinterlistig, ständig wütend über irgendetwas und absolut dickköpfig. Die 10-jährige Lucy (niedliches Sonnenscheinchen: Georgie Henley) ist das ganze Gegenteil von Edmund. Lucy ist zutraulich wie ein Kätzchen, lieb und nett, immer gut gelaunt, und stets freundlich zu jedermann. Der Vater der vier Geschwister ist im Krieg, was besonders Edmund viele Probleme macht, die Mutter muss sich allein um die Kinder kümmern. Um die Kinder aus der ständig bombardierten Stadt zu holen, beschließt die Regierung, möglichst alle Kinder aufs Land zu Pflegefamilien zu schicken.

Auch Peter, Susan, Edmund und Lucy fahren mit der Eisenbahn aufs Land und landen bei Professor Kirke (gütiger und verständnisvoller alter Herr: Jim Broadbent). Der Professor bewohnt ein riesiges, altes Haus mitten in einem wunderschönen Park, bedient und betreut von seiner Haushälterin. An einem regnerischen Sommertag beschließen die Vier, Verstecken zu spielen. Peter beginnt zu zählen, die anderen rennen los, Platz zum Verstecken gibt es genügend in dem weitläufigen Gebäude. Lucy kann sich nicht entscheiden und steigt immer höher hinauf. Ganz oben hört sie dann Peter kommen und versucht schnell, in eine der vielen Türen zu schlüpfen. Aber alle sind verschlossen - bis auf eine. Lucy tritt in das Zimmer, das sich lang und leer und staubig vor ihr erstreckt. Ganz am anderen Ende sieht sie etwas Großes, das von hellen Tüchern verhüllt ist. Neugierig geht Lucy hin, zieht die Tücher herunter - und steht vor einem großen, verzierten Kleiderschrank aus dunklem Holz. Sie öffnet die Schranktür, zwängt sich hinein, wühlt sich durch endlose Reihen von Pelzmänteln - und steht plötzlich im Schnee.
Überrascht findet sie sich in einem tief verschneiten Wald wieder, hinter sich die offene Tür ins Innere des Schrankes. Zuerst zögernd, dann aber immer übermütiger läuft sie durch den Schnee, bis sie zu einer alten Laterne kommt, die warmes Licht in die verschneite Landschaft schickt. Dann hört sie etwas, das sich wie Hufgetrappel anhört. Aufmerksam sieht sie sich um, sieht eine Gestalt, stößt einen lauten Schrei aus und versteckt sich. Auch die Gestalt schreit auf und versteckt sich hinter einem Baum. Zögernd lugen die beiden hervor, trauen sich schließlich heraus, und dann steht Lucy vor Mr. Tumnus, dem Faun. Ein Faun, unten Ziege, oben Mensch, der zwar am Oberkörper nackt ist, aber einen Schal um den Hals trägt, einen Regenschirm in der Hand hat, um sich gegen den Schnee zu schützen, und der etliche Pakete unterm Arm hatte, die jetzt alle im Schnee verstreut liegen. Lucy stellt sich artig vor, der Faun stellt sich vor und lädt sie zu sich nach Hause ein. Überrascht stellt er fest, dass Lucy kein Zwerg sondern ein Mensch ist, und die beiden freunden sich an.

Eigentlich müsste der Faun Lucy der Weißen Hexe melden. Die Weiße Hexe Jardis, erklärt er Lucy, ist diejenige, die das Königreich Narnia in ewigen Winter verbannt und den guten König Aslan vertrieben hat. Und sie will, dass jeder Mensch, der in Narnia auftaucht, sofort zu ihr gebracht wird. Doch Mr. Tumnus hat sein Herz für Lucy entdeckt und bringt sie nach vielen Stunden sicher zurück zur offenen Schranktür, anstatt zu Jardis. Obwohl das, wie er ihr gesteht, sehr gefährlich für ihn werden könnte. Denn Jardis hat ihre Späher überall und rächt sich grausam an Verrätern. Lucy wühlt sich wieder durch die Mäntel, springt aus dem Schrank in das immer noch leere Zimmer und rennt auf den Gang hinaus, überzeugt davon, Stunden lang weg gewesen zu sein. Auf ihr lautes Rufen kommen ihre überraschten Geschwister angelaufen und versichern Lucy, dass sie sich doch eben erst versteckt hat. Als Lucy ihnen von ihrem fantastischen Erlebnis in Narnia berichtet, glaubt ihr natürlich keiner. Vor allen Dingen Edmund macht sich lustig über sie. Doch als Lucy nachts heimlich aufsteht, sich ihre langen Winterstiefel anzieht und mit einer Kerze in der Hand wieder in das Zimmer mit dem Zauberschrank hinauf schleicht, folgt er ihr unbemerkt. Und so betritt auch Edmund das verschneite Narnia.

Aber während sich Lucy auf den Weg zum Faun Tumnus macht, schlägt Edmund einen anderen Weg ein, und läuft der Weißen Hexe Jardis (eisige Schönheit: Tilda Swinton) über den Weg, die gerade mit ihrem Schlitten, gezogen von weißen Rentieren, durch den Wald fährt. Geschickt bringt Jardis Edmund zum Reden. Er erzählt ihr, dass er noch drei Geschwister hat, und dass seine kleine Schwester Lucy schon hier war und sich mit dem Faun Tumnus angefreundet hat. Da wird Jardis ganz reizend und überaus freundlich. Sie zaubernd für ihn heiße Schokolade und alle Süßigkeiten, die er so liebt. Und sie verspricht ihm noch viel mehr und vor allen Dingen Macht und Ansehen und einen Platz auf ihrem Thron, wenn er es schafft, auch seine übrigen Geschwister hierher zu bringen. Edmund lässt sich darauf ein. Und so stehen schließlich alle vier Geschwister im Schnee von Narnia. Doch als Lucy sie zu der Unterkunft von Mr. Tumnus führt, müssen sie zu ihrem Entsetzen feststellen, dass hier offensichtlich ein Kampf stattgefunden hat, und Mr. Tumnus verschwunden ist. Ein sprechender Biber klärt sie auf, dass Jardis Mr. Tumnus von ihren Schergen hat abholen lassen, weil er Lucy nicht zu ihr gebracht hatte. Mr. Biber nimmt sie mit in sein Haus, eine runde Biberburg mitten im Wald. Dort werden sie von Mrs. Biber empfangen, und die beiden Biber erzählen ihnen die Geschichte von Narnia und von der Prophezeiung.
Laut dieser Prophezeiung sollen zwei Söhne Adams und zwei Töchter Evas nach Narnia kommen, die grausame Herrschaft von Jardis brechen, und dafür sorgen, dass der rechtmäßige König Aslan wieder eingesetzt wird. Ganz offensichtlich sind die Pevensies damit gemeint. Als sie weiter ziehen wollen, fällt ihnen auf, dass Edmund nicht bei ihnen ist. Edmund hat sich auf den Weg zu Jardis gemacht um ihr zu zeigen, dass er Wort gehalten und seine Geschwister hierher nach Narnia gebracht hat, und um seinen wohlverdienten Lohn einzufordern. Doch Jardis, die Weiße Hexe, entpuppt sich als falsches Luder. Sie hetzt ihre bösartigen Wölfe auf Peter, Susan und Lucy, und wirft Edmund in den Kerker. Während Edmund von Mr. Tumnus, der im selben Kerker in Ketten liegt, aufgeklärt wird, warum Jardis seine Geschwister töten will, kämpfen Peter, Susan und Lucy zusammen mit den Bibern um ihr Leben. Aber das ist erst der Anfang. Denn um ihr Leben zu retten und Edmund aus den Klauen von Jardis zu befreien, müssen die Drei Aslan finden. Er allein kann ihnen helfen - und sie sind die Einzigen, die ihm helfen können.

Kritik

Da wird noch einiges auf uns zukommen. Denn der Film "Die Chroniken von Narnia - Der König von Narnia" ist nur die Verfilmung des 1. Bandes von C. S. Lewis 7-bändiger Erzählung "Die Chroniken von Narnia". Für alle, die diese Chroniken nicht gelesen haben: Man nehme ein bisschen "Herr der Ringe", etwas "Harry Potter", einen Schuss "Alice im Wunderland", eine Brise "Der Zauberer von Oz", ein Quäntchen "Peter Pan" - und schon hat man so in etwa "Die Chroniken von Narnia". Auch hier sind seit den 1950er Jahren, als die Fantasy-Erzählung erschien, sowohl Kinder als auch Erwachsene davon begeistert. Lewis hat den ersten Band, der also jetzt unter dem Titel "Die Chroniken von Narnia - Der König von Narnia" verfilmt wurde, anders benannt, nämlich "Der König, die Hexe und der Kleiderschrank". Was ja schon fast eine Inhaltsangabe ist.

Da ich ein großer Fantasy-Fan bin, war ich von dem Film "Die Chroniken von Narnia - Der König von Narnia" natürlich hin und weg. Allerdings nicht so sehr von den vier Geschwistern, die für mich - gemessen an Harry Potter oder Frodo - etwas blutleer blieben. Gewiss, Peter sieht aus wie der englische Prinz Harry, Susan ähnelt der jungen Prinzessin Anne, Edmund hat tatsächlich eine böse, gewalttätige Aura um sich, und Lucy ist ganz einfach niedlich, aber das reicht nicht so ganz. Großartig dagegen - wie immer, kann man getrost sagen - ist Tilda Swinton als Weiße Hexe. Sie strahlt eine derartige hoheitsvolle Kälte, eine derart abgrundtiefe Bösartigkeit und Grausamkeit, gepaart mit seelenloser Schönheit aus, dass man richtig Gänsehaut vor lauter Entsetzen bekommt, wenn sie wieder mal ihren Zauberstab hebt, und eine arme Kreatur in Eis verwandelt.
Aber die wahren Helden sind die ganzen mystischen und legendären Figuren: Der Faun Mr. Tumnus stapft tatsächlich wie eine Ziege durch die Gegend, mit seinen pelzigen Beinen und den Hufen; das Biber-Ehepaar ist ganz einfach hinreißend putzig; die Wölfe sind einfach toll und Furcht erregend; die schneeweißen Einhörner sind wunderschön, die Zyklopen Angst einflößend, der Phönix ist fast so fantastisch wie der von Dumbledor, und Löwenkönig Aslan schreitet würdevoll dahin und brüllt Schrecken erregend laut. Allein die Schlacht am Ende, zwischen Gut und Böse, zwischen Jardis und ihren Gefolgsleuten, und Aslan, Peter, Susan, Edmund, Lucy und den Truppen des Königs, lohnt schon fast den ganzen Film. Aber keine Angst: ganz egal, wer verletzt oder getötet wird, es fließt kein Blut!
Wunderbar auch die Landschaften von Narnia, sowohl im eisigen Panzer des Winters als auch im aufknospenden Frühling, beeindruckend auch der Eispalast der Weißen Hexe und der Palasthof mit seinen vom Zauberstab der Hexe vereisten Gestalten und Tieren. Es gibt so unglaublich viel zu sehen und zu bestaunen in diesem Film, dass man beim ersten Mal eigentlich gar nicht fertig wird. Fazit: Der Kino-Film "Die Chroniken von Narnia - Der König von Narnia" ist ein gelungenes, farbenprächtiges, üppig ausgestattetes Fantasy-Spektakel. Ein Film für die ganze Familie. Allerdings würde ich zart besaitete Kinder unter 8 Jahren nicht unbedingt mitnehmen, denn die Fantasy-Gestalten sind teilweise wirklich ungemein Furcht einflößend und Schrecken erregend, auch wenn kein Blut fließt.
Filmkritik: Julia Edenhofer
Wertung: 80 %


Original Filmtitel: The Chronicles of Narnia: The Lion, the Witch and the Wardrobe
Land: USA
Jahr: 2005
Laufzeit ca.: 138
Genre: AbenteuerActionFamilieFantasyKriegMärchen
Verleih: Walt Disney
FSK-Freigabe ab: 6 Jahren

Kinostart: 08.12.2005
Heimkino: 13.04.2006

Regie: Andrew Adamson
Drehbuch: Ann Peacock • Andrew Adamson • Christopher Markus • Stephen McFeely
Literaturvorlage: C. S. Lewis

Schauspieler: Tilda Swinton (Jadis die weiße Hexe) • Jim Broadbent (Professor Kirke) • James McAvoy (Mr. Tumnus) • James Cosmo (Weihnachtsmann) • Patrick Kake (Oreius) • Shane Rangi (General Otman) • Elizabeth Hawthrone (Mrs. Macready) • Kiran Shah (Ginarrbrik) • Georgie Henley (Lucy Pevensie) • William Moseley (Peter Pevensie) • Skandar Keynes (Edmund Pevensie) • Anna Popplewell (Susan Pevensie) • Kiran Shah (Ginarrbrik)

Produktion: Mark Johnson • Philip Steuer
Szenenbild: Roger Ford
Kostümbild: Isis Mussenden
Kamera: Donald M. McAlpin
Musik: Harry Gregson-Williams
Schnitt: Sim Evan-Jones • Jim May


Bilder: Walt Disney

gut
08.12.05
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befriedigend
08.12.05
Deine Bewertung
Die inhaltlich magere Kost reicht an andere Fantasy-Filme (insbesondere den Herrn der Ringe) inhaltlich nicht heran. Die Tricks sind mau.
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