September

Kinoplakat September

Der 11. September 2001 hat sich bei vielen Deutschen eingeprägt. Plötzlich schienen der Schreck, die Bedrohung, das Grauen und die Verunsicherung viel näher an uns Menschen herangerückt zu sein, denn mit den Geschehnissen konnte man sich viel besser identifizieren als zum Beispiel mit Vorkommnissen in Entwicklungsländern. Viele Menschen reagierten mit Angst und Verwirrung.

Max Färberböck zeigt in seinem Film wie in Deutschland Menschen auf den 11. September reagieren. Dazu beleuchtet der Episodenfilm vier Beziehungen und ihre Reaktionen auf das Unfassbare. Er zeigt verstörte Menschen, deren Leben aus den Fugen gerät. Das Geschehen wirft die Menschen aus ihrer Bahn, wenngleich niemand dabei selbst zu Schaden kommt oder Angehörige zu betrauern hat. Im Film wird der 11. September zum Katalysator, der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen bringt. Alle vier Beziehungen stehen kurz vorm Scheitern. Zweimal wahrscheinliches Ende, zweimal die Chance zum Weiterbestand.

Kritik

Obwohl fast zwei ganze Jahre vergangen sind, präsentiert sich der Film auf dem Stand des 11. September. Die Trauer, die Wut, das Entsetzen und die Unfassbarkeit sind ganz frisch und werden plakativ dargestellt. Politische Fragen und Hintergründe spart der Film zugunsten von emotionalen Ausbrüchen seiner Darsteller aus. Das vermittelt den Eindruck als haben der Autor und seine Schauspieler sich von persönlichem Grauen befreien wollen, indem sie es auf die Leinwand bringen. Die Darstellungsweise ist einseitig und der Film scheint mehr für die Crew, denn für den Zuschauer gedreht worden zu sein.
Inhaltlich zeigt er verstörte Menschen und scheiternde Beziehungen. Dem Zuschauer werden keine neuen Aspekte der Betrachtungsweise oder des Hinterfragens vermittelt. Der Film ist - zwei Jahre später - noch auf dem Stand der ersten Tage nach dem Anschlag und wirft die Frage auf, ob es in der Zwischenzeit keine Weiterentwicklung gegeben hat? Oder kommt der Film einfach zwei Jahre zu spät ins Kino? Die bemüht, intellektuelle Handschrift des Autorenfilms macht das Sehen nicht leicht, die Erzählweise ist verkopft und verquast. Punkten kann der Film, der für mich inhaltlich nicht sehenswert ist, durch die Leistungen seiner Darsteller.
Filmkritik: Thomas Maiwald
Wertung: 50 %


Land: Deutschland
Jahr: 2003
Laufzeit ca.: 105
Genre: Drama
Verleih: X Verleih
FSK-Freigabe ab: 12 Jahren

Kinostart: 26.06.2003

Regie: Max Färberböck
Drehbuch: John von Düffel • Sarah Khan • Matthias Pacht • Moritz Rinke • Maria Scheibelhofer

Schauspieler: Catharina Schuchmann (Julia) • Justus von Dohnányi (Philipp Scholz) • Nina Proll (Lena) • Jörg Schüttauf (Helmer) • Moritz Rinke (Baumberger) • Sólveig Arnarsdóttir (Susanne) • Stefanie Stappenbeck (Natascha) • René Ifrah (Ashraf) • Anja Kling (Sandra) • Vincent Heppner (Robert) • Aiko Pipo (Patrick) • Eva Ali (Schwangere)

Produktion: Max Färberböck • Martin Hagemann
Szenenbild: Knut Loewe
Kostümbild: Monika Jacobs
Maskenbild: Heike Merker
Kamera: Carl-Friedrich Koschnick
Musik: Dario Marianelli
Schnitt: Ewa J. Lind


Bild: X Verleih

1 customer review

befriedigend
26.06.03
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