Evan Allmächtig

Kinoplakat Evan Allmächtig

Evan Baxter ist gerade in den Kongress gewählt worden und platzt vor Stolz. Sofort zieht er mit seiner Familie in ein riesiges Haus um, schafft sich einen riesigen Geländewagen an, und gibt seinen Wählern ein riesiges Versprechen: "Ich werde die Welt verändern". Und das nimmt Gott wortwörtlich. Er gibt dem zunächst ungläubigen Evan den Auftrag, eine Arche zu bauen.

Der Film "Evan Allmächtig" ist der Nachfolger des Jim Carrey Blockbusters "Bruce Allmächtig" aus dem Jahr 2003. Wieder führt Tom Shadyac Regie. Das Drehbuch stammt von Steve Oedekerk.

Evan Baxter, die Hauptperson in "Evan Allmächtig", kommt übrigens bereits im Film "Bruce Allmächtig" vor. Evan Baxter war der selbstherrliche Fernsehmoderator, den Bruce während der Live-Sendung in ein unverständlich brabbelndes Etwas verwandelte. Der Fernsehmoderator Evan Baxter (saukomisch: Steve Carell, bekannt aus "Jungfrau (40), männlich, sucht ...") hat sich als Kongressabgeordneter beworben, und wird tatsächlich gewählt. Der selbstherrliche Mann mit dem überdimensionalen Selbstbewusstsein verlässt natürlich sofort Buffalo und zieht mit Frau Joan (geduldig: Lauren Graham, bekannt aus "Bad Santa"), und seinen Söhnen Dylan (Johnny Simmons), Jordan (Graham Phillips) und Ryan (Jimmy Bennett) in ein neues, riesiges Haus am Stadtrand von Huntsville, Virginia. Da für den neu gewählten Kongressmann Evan Baxter ja nur das Beste gut genug ist, schafft er sich auch noch einen riesigen Geländewagen an. Gleich an seinem ersten Arbeitstag legt er das vollmundige Bekenntnis ab, dass er "die Welt ändern wird". Und so, als wäre sein Bekenntnis erhört worden, bekommt er von einem politisch sehr einflussreichen Kongressmann namens Long (echter Komödiant: John Goodman), das Angebot, bei einer sehr wichtigen Gesetzesvorlage einzusteigen, und sie zusammen mit Long zu durchzuboxen. Evan ist natürlich sofort dabei, denn die Unterstützung von Long bedeutet Macht, und Macht ist das, was Evan haben will. Und zwar möglichst viel davon. Auch wenn er dadurch seine Familie vernachlässigen muss.

Doch erstens kommt es anders und zweitens als man denkt. Von diesem Augenblick an, beginnen nämlich die Dinge aus dem Ruder zu laufen und Evans Leben entscheidend zu verändern. Zuerst kommen seltsame Lieferungen mit Baumaterial, die Evan nicht bestellt hat. Gewaltige Bretter und Balken liegen, gut verpackt, vor der Haustür. Dann wird Evan plötzlich von Vögeln aller Art verfolgt. Paarweise fliegen ihm die Tiere nach und lassen sich selbst im Sitzungssaal nicht verscheuchen. Als jemand das Fenster öffnet, stürzen sich Hunderte von Vögeln auf Evan, lassen sich auf seinen Armen und Schultern, seinem Kopf und jedem geeigneten Körperteil nieder, und hinterlassen natürlich ihre Spuren. Doch das Beste kommt noch: Wieder zu Hause, taucht vor ihm plötzlich ein großer, dunkelhäutiger Mann auf, der ganz in strahlendes Weiß gekleidet ist: Gott (grandios wie immer: Oscar-Gewinner Morgan Freeman, bekannt aus "Bruce Allmächtig" und "Million Dollar Baby") selbst erscheint Evan und gibt ihm den Auftrag, eine Arche zu bauen! Es wird eine große Flut kommen, und Evan muss seine Familie, seine Freunde, und natürlich die Tiere retten. Zuerst hält Evan das für eine Einbildung seiner überhitzten Fantasie, schließlich hatte er in der letzten Zeit ja ziemlich viel Stress. Aber dann treffen plötzlich nicht nur Vögel sondern auch Vierbeiner ein, immer paarweise, versteht sich, die alle um sein Haus herum lagern: Pferde, Kühe, Schafe, Löwen, Tiger, Rhinozerosse, Elefanten, Giraffen, Schlangen. Und dann stellt sich auch noch heraus, dass Evan auf mysteriöse Art und Weise das gesamte freie Land um sein Haus herum aufgekauft hat.

Seine Familie hält ihn inzwischen für verrückt, seine Mitarbeiter halten ihn für verrückt, und Evan hält sich selbst auch für verrückt. Denn immer wieder erscheint ihm der weiß gekleidete Mann und erinnert ihn an seine Aufgabe. Und die Baumaterialien türmen sich inzwischen vor seinem Haus. Eines Tages wacht Evan auch noch auf, und hat über Nacht einen Bart bekommen! Völlig unmöglich für einen Kongressabgeordneten. Also rasiert er ihn ab. Aber wenn er unten fertig ist, ist der Bart oben schon wieder nachgewachsen. Evan gibt schließlich auf, und versucht seine entsetzten Mitarbeiter mit allen möglichen Erklärungen zu besänftigen. Als dann auch noch sein Haupthaar unkontrolliert wächst, und eines Tages Gewänder an seinem Schrank hängen, wie man sie aus der Bibel kennt, gibt Evan auf. Er wird die Arche bauen. Mithilfe der Anleitung "Wie man eine Arche baut" macht er sich mit seinen Söhnen ans Werk. Immer wenn ihm ein bestimmtes Werkzeug fehlt, ohne das er nicht weiterbauen kann, erscheint es am nächsten Tag auf mysteriöse Art und Weise. Und auch die Tiere werden immer mehr. Ruhig und gelassen stehen ehemalige Feinde und Opfer um seine wachsende Arche herum: Löwen und Zebras, Leoparden und Paviane, Kodiakbären und Rotwild, Elefanten, Tiger, Giraffen, Kamele, Katzen, Hunde, Stachelschweine, Büffel, Schlangen und zahllose Vogelarten. Um nur ein paar zu nennen.

Evan und seine Arche sind inzwischen zur Attraktion geworden, und die Leute lachen und schütteln den Kopf über den Verrückten. Gott hat Evan inzwischen auch ein Datum für die große Flut genannt, und sogar eine Uhrzeit, und Evan hegt die starke Befürchtung, dass er lediglich mit seinen drei Söhnen die Arche niemals rechtzeitig fertigstellen wird. Dann fällt sein Blick auf die vielen Tiere - und am nächsten Tag bringen die Elefanten mit ihren Rüsseln die schweren Balken, die Affen reichen ihm die Werkzeuge, die Raben fliegen mit den Nägeln heran. Und auf wundersame Weise ist die Arche dann am richtigen Tag zur richtigen Zeit fertig. Unter den staunenden Blicken der Zuschauer bewegt sich ein endloser Strom von Tieren an Bord, immer schön paarweise nebeneinander. Evan fordert die zahlreichen Zuschauer auf, auch an Bord zu kommen, doch die winken grinsend ab. Denn bis auf einen kleinen Schauer ist der Himmel strahlendblau. Keine größeren Regenfälle sind in Sicht, dafür aber der Sheriff mit einem städtischen Beschluss, die Arche zu zerstören. Evan weigert sich seine Arche zu verlassen, denn jetzt will er ganz stur wissen, ob Gott ihn verscheißert hat oder nicht, und der Kran mit der Abrissbirne rückt immer näher.

Kritik

Ich habe mich ja schon über "Bruce Allmächtig" scheckig gelacht, und bei "Evan Allmächtig" ist es wieder das Gleiche gewesen. Das geht schon bei Steve Carell an, der so perfekt diesen machthungrigen und überheblichen Kongressabgeordneten verkörpert. Blind für alles denkt er nur an sich und seine Karriere. Sogar als er entdeckt, dass die Gesetzesvorlage, für die ihn Long braucht, für etwas ganz Übles dient, versucht er noch das Ganze schönzureden. Und Gott hat ziemlich zu tun, bis er den störrischen Typen mit seinen üblichen Tricks schließlich dazu bringt, das zu tun, was Gott will.

Während es im ersten Teil "Bruce Allmächtig" ja im Grunde genommen darum ging, was echte Macht ist, geht es jetzt darum, was echter Glaube ist. Und zwar nicht auf die übliche Art und Weise, wo mit erhobenem Zeigefinger Bibelsprüche über die Allmacht Gottes doziert werden, sondern wo mit Witz und Humor und unglaublicher Situationskomik erzählt wird, was wäre wenn.

Steve Carell ist wirklich die Idealbesetzung für Evan Baxter, und Morgan Freeman ist ebenfalls einfach wieder ganz große Klasse als Gott: elegant, freundlich, überzeugend – und knallhart und überall. Was aber diesen Film "Evan Allmächtig" zu etwas ganz Besonderem macht, sind zum einen diese unglaubliche, gewaltige Arche (die tatsächlich gebaut wurde) – und die Tiere. Denn die über 177 verschiedenen Tierarten, die aus aller Welt zum Drehort gebracht wurden, waren echte Tiere, keine aus dem Computer. Es waren die meisten Tiere, die jemals in einem Film auftraten. Aber nachdem man ja schlecht einen Löwen neben ein Schaf stellen, und Adler und Tauben zusammen filmen konnte, wurden die Tiere alle einzeln vor einer "Green Box" aufgenommen und dann montiert. Bis auf die friedlichen, wie Pferde und Kühe, die konnte man natürlich zusammen filmen. Klar, dass das eine Weile dauerte. Und dann mussten ja auch noch die Tiere, die Evan beim Archebau halfen, trainiert werden. Carell war beim Drehen praktisch ständig von irgendwelchen Tieren umgeben: "Die Elefanten waren richtig hinreißend, genauso wie die Giraffen. In ihren Augen lag eine unglaubliche Intelligenz. Aber die Alpakas und Kamele waren richtig unangenehm. Ehrlich gesagt stanken sie fürchterlich." Und absolut großartig war dann die Flut, die doch noch kam. Aber das müssen Sie sich selbst anschauen. Glauben Sie mir, es rentiert sich.

Fazit
Der Film "Evan Allmächtig" ist ein würdiger Nachfolger von "Bruce Allmächtig". Eine ebenso witzige wie auch nachdenkliche Geschichte, die voller Humor und Komik mit hervorragenden Schauspielern und einer Riege wunderbarer Tiere gedreht wurde. Von der ersten bis zur letzten Minute unterhaltsam, voller herrlich komischer Gags und absolut beeindruckender Tier- und Naturszenen. Ein köstlicher Film, der ganz ohne Blut und Action auskommt. Genau das Richtige für die ganze Familie.
Filmkritik: Julia Edenhofer
Wertung: 60 %


Original Filmtitel: Evan Almighty
Land: USA
Jahr: 2007
Laufzeit ca.: 96
Genre: FamilieKomödie
Verleih: Kinowelt
FSK-Freigabe ab: 6 Jahren

Kinostart: 09.08.2007
Heimkino: 13.12.2007

Regie: Tom Shadyac
Drehbuch: Steve Oedekerk

Schauspieler: Steve Carell (Evan Baxter) • Morgan Freeman (Gott) • Lauren Graham (Joan Baxter) • Johnny Simmons (Dylan Baxter) • Graham Phillips (Jordan Baxter) • Jimmy Bennett (Ryan Baxter) • John Goodman (Long) • Wanda Sykes (Rita) • John Michael Higgins (Marty) • Jonah Hill (Eugene) • Molly Shannon (Eve Adams) • Harve Presnell (Burrows)

Produktion: Gary Barber • Roger Birnbaum • Michael Bostick • Neal H. Moritz • Tom Shadyac
Szenenbild: Linda DeScenna
Kostümbild: Judy L. Ruskin
Maskenbild: Deena Adair • Bridget Bergman • Hitomi Golba • Lygia Orta • Tony Ward
Kamera: Ian Baker
Musik: John Debney
Schnitt: Scott Hill


Bild: Kinowelt

1 customer review

befriedigend
09.08.07
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