Shrek 2 - Der tollkühne Held kehrt zurück

Kinoplakat Shrek 2

Kein Zweifel, dieser Sommer wird grün! Dreamworks setzt die Erfolgsgeschichte von "Shrek" fort und setzt auf ein Gag-Feuerwerk.

Der erste Film Shrek räumte 2001 mit gängigen Märchen-Klischees auf. Als Happyend bekamen der fette grüne Oger und die Prinzessin einander. Mehr noch: Sie wurde endlich von ihrem Fluch erlöst und musste nicht mehr tagsüber in menschlicher Gestalt wandeln, sondern konnte endlich immer eine Ogerin sein.
Drei Jahre später setzt der zweite Teil die Geschichte nahtlos fort. Eine Kurzfassung der Flitterwochen eröffnet den Film. Aber kaum wieder im geliebten Sumpf eingetroffen, wird das junge Paar an den königlichen Hof des Reiches WEIT WEIT WEG gerufen. Die Braut-Eltern gedenken die Hochzeit ihrer Tochter zu feiern, nicht ahnend, wie sehr sich ihre Tochter veränderte und dass sie jetzt mit einem Oger verheiratet ist.

Während Schwiegermutter Königin Lillian versucht das Beste aus der misslichen Lage zu machen, sucht König Harold nach einer Hintertür. Nicht ganz freiwillig, denn er hat mit der guten Fee eine Abmachung getroffen, die den Sohn der hartherzigen Geschäftsfrau auf den Thron hieven soll. Ein Jagdunfall könnte Shrek das Leben kosten, doch der schließt Freundschaft mit seinem Attentäter dem gestiefelten Kater.

Kurze Zeit später verfällt Shrek der Idee, Fiona könne ihn mehr lieben, entspräche er mehr dem gängigen Schönheitsideal. Ohne es zu wissen, sucht er ausgerechnet bei seiner großen Gegenspielerin, der guten Fee, Rat und Hilfe. Die hat außer Profit nur die Karriere ihres nichtsnutzigen Sohnes im Sinn. Folglich muss Shrek in die Zaubertrankfabrik einbrechen, um an den gewünschten Trank zu kommen. Doch selbst auf Zaubertränken gibt es klein gedruckte Hinweise zu Nebenwirkungen.

Kritik

Nach dem Erfolg von Shrek (2001) stand das Produktions-Team vor der Aufgabe, eine Fortsetzung zu drehen, die mehr ist als eine Kopie des Originals. "Shrek 2" tritt die Flucht nach vorne an: mehr Gags, mehr Tempo, mehr Musik. Dem Zuschauer keine Minute zum Atmen und Nachdenken lassen.

Aus dem klassischen Konfliktstoff, eingeheiratet gegen leibliche Verwandte, spinnt der Film seine Rahmenhandlung. Dabei nutzt er jede sich bietende Möglichkeit, bekannte Märchenfiguren und Kultfilme durch den Kakao zu ziehen. Das Schmieden der Hochzeitsringe entspringt dem "Herrn der Ringe". Cinderella wohnt in einer feudalen Villa vor den Toren Hollywoods, das im Film FAR FAR AWAY heißt. Die Liste der parodierten Filme ließe sich noch um einiges fortsetzen.

Die vielen Seitenhiebe werden vor allem Filmkenner und Erwachsene erfreuen. Doch auch junge Cineasten kommen auf ihre Kosten, denn die temporeiche Handlung lässt keine Chance zur Blödelei ungenutzt. So spricht die böse Stiefschwester mit der Stimme von Manfred Lehmann. Der gestiefelte Kater ist tief in seinem Innern ein Schmusekätzchen, dennoch ein Kater; sprich heißblütiger Casanova mit spanischem Temperament und Akzent. Prinz Charmings größte Sorge hingegen scheint der locker flockige Sitz seiner Haare zu sein. Des Weiteren reißt die Filmmusik mit, trägt den Film über kleine dramaturgische Schwächen. Den Höhepunkt bildet die Gesangs-Einlage von Esel und Kater, die gemeinsam eine ganz eigene Performance von Ricky Martins "Livin' La Vida Loca" darbieten. So gelingt es, die Geschichte weiterzuspinnen und gleichzeitig Erklärungen für den ersten Teil zu bieten. Sie erfahren etwa, weshalb Prinzessin Fiona früher halb Mensch, halb grünes Monster war.

Eine Achillesferse an deutschen Fassungen sind oftmals die Sprecher beziehungsweise Texte. Mit den großen Namen der Originalfassung kann die eingedeutschte Version zwar nicht glänzen, aber insgesamt ist das Ergebnis gut. Die Animationstechnik hat deutliche Fortschritte gemacht. Hintergründe erreichen fast Fotorealismus, der selbst kleine Details wie Augenbrauen und Härchen darstellt. Mit "Findet Nemo" kann "Shrek 2" locker konkurrieren. Wer bis zum Abspann sitzen bleibt, den belohnt die Komödie mit einem Extra-Witz.
Filmkritik: Thomas Maiwald
Wertung: 70 %


Land: USA
Jahr: 2004
Laufzeit ca.: 92
Genre: AbenteuerAnimationFamilieFantasyKomödie
Verleih: United International Pictures
FSK-Freigabe ab: 0 Jahren

Kinostart: 01.07.2004
Heimkino: 02.11.2004

Regie: Andrew Adamson • Kelly Asbury • Conrad Vernon
Drehbuch: Joe Stillman • John H. Williams

Produktion: David Lipman • Aron Warner • John H. Williams
Szenenbild: Guillaume Aretos
Musik: Harry Gregson-Williams
Schnitt: Mike Andrews • Sim Evan-Jones


Bild: United International Pictures

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