The Life and Death of Peter Sellers

Kinoplakat The Life and Death of Peter Sellers

Der Komiker zeigte insbesondere in den Pink-Panther-Filmen sein komisches Gesicht. Dabei war er innerlich zerrissen, litt unter Komplexen und wurde mit seinem Ruhm nicht fertig. Meint dies Film-Biografie. Durchwachsene Kinokost, deren Lichtblicke die guten Darsteller sind, allen voran Geoffrey Rush als Peter Sellers.

Biopics sind 2005 schwer gefragt. Von monumentalen Werken wie "Aviator" über "Kinsey" bis hin zu "Alexander" und "King Arthur". Neben großen Namen versuchten sich auch Unbekannte daran, dass Leben eines Prominenten zu würdigen, oder wie im Fall der Schnulze "De Lovely" es zu benutzen.

Kritik

Für die Drehbuchautoren und den Regisseur von "The Life and Death of Peter Sellers" scheint es nicht zwangsläufig ein Traumprojekt gewesen zu sein, das Leben des Komikers zu beleuchten, denn sie gehen mit ihrer Figur hart ins Gericht und stellen ihn als innerlich zerrissenen Kotzbrocken dar. Ein Mann, der nie erwachsen wird, aus Lüsternheit Frau und Kinder verlässt, zu Wutanfällen neigt und seine eigene Karriere hasst (um nicht zu sagen sich selbst). Dessen Umgangsformen hauptsächlich aus Unreife bestehen und der Zeit seines Lebens unter einem Mutterkomplex leidet. Außerdem verkraftet er seinen eigenen Ruhm nicht. Selbst wenn diese Darstellung dem Menschen Peter Sellers entspricht - ich möchte nicht sagen, gerecht wird - dann wirft sie eine Problemstellung auf: Fans von Peter Sellers könnten entsetzt das Kino verlassen; während andere Zuschauer sich ärgern können, dafür Eintritt gezahlt zu haben.

Den Darstellern ist kein Vorwurf zu machen. Geoffrey Rush glänzt in der Rolle als Peter Sellers. Er verkörpert die Zerrissenheit der Figur gut, springt mit Leichtigkeit von einer Rolle in die nächste. Verlässt das Set und verkörpert eine der anderen Figuren des Films. Die Frauenrollen an seiner Seite sind ebenfalls gut besetzt. Mit Emily Watson und ihren Kindern fällt es leicht mitzufühlen, wenn der Mann sie verlässt, weil er scharf auf Sophia Loren ist (die ihm übrigens einen Korb gibt). Brillant ist auch Charlize Theron ("Monster") als Britt Ekland. Ein Fehlschlag hingegen, die Darstellung von Sonia Aquino als Sophia Loren. Stanley Tucci als Stanley Kubrick auftreten zu lassen ist grenzwertig, gelingt schon eher.

Vielleicht ist es nicht möglich, eine ernsthafte Biografie über einen Komiker zu drehen. Eventuell vermochten es die Drehbuchautoren nicht besser, die wichtigsten Stationen eines Lebens aneinander zu reihen. Das Ergebnis ist jedenfalls durchwachsen. Die bunte Darstellung wirkt für die Biografie eines Komikers passend. Die eingesetzten Mechanismen wiederum sind zu schnell abgenutzt. Neben glaubhafter Darstellung stehen Klischees. Die Beziehung zwischen Peg und ihrem Sohn fällt nicht nur wechselvoll aus, sondern wie aus Freuds Lehrbuch. Die dominante Mutter lässt ihren Sohn nicht erwachsen werden, und der rächt sich an ihr mit Kinkerlitzchen, schlüpft beim Zusammentreffen einfach in die nächste Filmrolle und ist "nicht da".
Filmkritik: Thomas Maiwald
Wertung: 50 %


Land: GroßbritannienUSA
Jahr: 2004
Laufzeit ca.: 122
Genre: BiografieDramaKomödie
Verleih: Warner Bros.
FSK-Freigabe ab: 12 Jahren

Kinostart: 28.04.2005
Heimkino: 16.09.2005

Regie: Stephen Hopkins
Drehbuch: Christopher Markus • Stephen McFeely
Literaturvorlage: Roger Lewis

Schauspieler: Geoffrey Rush (Peter Sellers) • Charlize Theron (Britt Ekland) • Emily Watson (Anne Sellers) • John Lithgow (Blake Edwards) • Miriam Margolyes (Peg Sellers) • Peter Vaughan (Bill Sellers) • Sonia Aquino (Sophia Loren) • Stanley Tucci (Stanley Kubrick) • Stephen Fry (Maurice Woodruff) • Henry Goodman (Dennis Selinger) • Alison Steadman (Casting Agent) • Peter Gevisser (Ted Levy)

Produktion: Simon Bosanquet
Szenenbild: Norman Garwood
Kostümbild: Jill Taylor
Maskenbild: Tapio Salmi
Kamera: Peter Levy
Musik: Richard Hartley
Schnitt: John Smith


Bild: Warner Bros.

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