Die Unglaublichen

Kinoplakat Unglaublichen

Wie schwer es ist kein Superheld sein zu dürfen. Früher war alles besser. Zum Beispiel sorgten Superhelden für Recht und Ordnung. Der starke Mr. Incredible, der Bäume ausreißen kann, Elastigirl, die megaelastisch ist und Mister Frozone, der Wasser in Augenblicken gefrieren lässt. Doch das amerikanische Rechtssystem machte den Helden den Gar aus, denn plötzlich sah sich der Staat einer Flut von Schadenersatzklagen gegenüber. Losgetreten von einem gegen seinen Willen geretteten Selbstmörder, der wegen Körperverletzung klagte.

So sah sich die Regierung gezwungen, den Superhelden per Gesetz ihr Handwerk zu verbieten und sie zu bürgerlichen Existenzen zu verdonnern. Seitdem führt die Superfamilie, bestehend aus Mutter Elastigirl, Vater Mr. Incredible, Tochter Violetta (Fachgebiet Kraftfelder und Unsichtbarkeit), Sohn Flash (Spezialität: Überschallgeschwindigkeit) und Baby Jack-Jack ein trostloses Dasein. Während die Frau des Hauses ihren Mann auf der Bowlingbahn glaubt, hört der gemeinsam mit seinem Freund Mr. Frozone heimlich den Polizeifunk ab und greift inkognito ein. Ihr Treiben bleibt der geheimnisvollen Mirage nicht verborgen. Sie bittet um Hilfe im Kampf gegen einen wildgewordenen Roboter. Doch der fingierte Hilferuf ist eine Falle. Plötzlich sieht sich Mr. Incredible mit einem neuen Widersacher konfrontiert. Jetzt führt nur noch ein Ausweg aus der Gefangenschaft: Die Helden-Familie muss mit vereinten Super-Kräften gegen den Schurken antreten. Stilecht beginnt der Kampf auf der Insel eines größenwahnsinnigen Genies ...

Kritik

Die Filmschmiede "Pixar" hatte mit "Findet Nemo" seinen letzten Kassenschlager geliefert. Ihr jüngstes Kind hat diesen Erfolg in den USA bereits übertrumpft. Ehrlich gesprochen, erstaunt mich das ein wenig. "Die Unglaublichen" ist kein schlechter Film und auch kein Geniestreich. Das liegt zum Gutteil an dem lahmen Mittelteil der Handlung. Formal gesehen besteht der Film nämlich aus zwei konträren Elementen. Anfang und Ende bieten furiose Action, während der Mittelteil an demselben Problem wie "Troja", "King Arthur" und "Alexander" krankt. Lang und breit werden die seelischen Qualen eines Helden ausgeleuchtet. Mir ist nach wie vor schleierhaft, wer in Amerika der Meinung ist, dass irgendjemand Helden im Jammertal sehen möchte? Im jetzigen Fall leidet Mr. Incredible darunter kein Superheld sein zu dürfen - und mit ihm der Spannungsbogen, denn auch "Pixar" schafft es nicht, den Kampf gegen die eigenen Dämonen in einen durchgehend spannenden Rahmen zu packen. Immerhin entschädigt das gelungene Finale für die Durststrecke.
Strafverschärfend kommt die deutsche Synchronisation hinzu. Unerklärlich weshalb "Buena Vista" die deutschen Sprecher nach Ähnlichkeit beziehungsweise Bekanntheit aussucht. So nuschelt Marcus Maria Profitlich als Protagonist nahezu die gesamte Zeit in ein und derselben Tonlage. Nichts gegen Profitlich als Komiker, aber als Synchronsprecher ist er ebenso ein Albtraum wie Barbara Schöneberger, Kai Pflaume und Herbert Feuerstein.

Nun zu den Höhepunkten. Die Animation hat weitere Fortschritte gemacht. Die Effekte des Showdowns sind gelungen. Filmfans werden viele Anspielungen auf Agenten- und Heldenfilme finden. Der Humor bietet Einfälle wie Bodybuilding mit Eisenbahnwaggons, Superhelden mit Gewichtsproblemen und viel Sprachwitz. Die Clownerie wie sie "Findet Nemo" noch bot, hatte allerdings Hausverbot. Insgesamt schlägt man eine ernstere Note an.
Filmkritik: Thomas Maiwald
Wertung: 60 %


Original Filmtitel: The Incredibles
Land: USA
Jahr: 2003
Laufzeit ca.: 115
Genre: AbenteuerAnimationFamilieHeldenKomödie
Verleih: Buena Vista
FSK-Freigabe ab: 6 Jahren

Kinostart: 09.12.2004
Heimkino: 14.04.2005

Regie: Brad Bird
Drehbuch: Brad Bird

Sprecher: Katrin Fröhlich • Markus Maria Profitlich • Felicitas Woll • Kai Pflaume • Barbara Schöneberger • Mechtild Grossmann

Produktion: John Walker
Kamera: Andrew Jimenez • Patrick Lin • Janet Lucroy
Musik: Michael Giacchino
Schnitt: Stephen Schaffer


Bilder: Buena Vista

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